Strukturwandlungen der Weltwirtschaft
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ihre internationale Auswirkung die gleiche wie bei den nationalen Kartellen:
das, was der heimische Markt nicht aufnehmen kann, gelangt zu dessen
Entlastung auf den Weltmarkt, wobei es in der Regel zu starken Unterbietungen
kommt. Anders jedoch, wenn es sich um Trusts oder auch
internationale Kartelle handelt, die einen wichtigen Rohstoff »kontrollieren«
oder den Markt eines Fertigerzeugnisses beherrschen. Die Zahl
dieser Gebilde hat sich in der Nachkriegszeit entschieden vermehrt, wie
auch ihre Macht gesteigert worden ist. An wenigen Stichproben sei die
Richtigkeit der Behauptung überprüft.
Die Kupfererzgewinnung der Welt müßte vom Standpunkt der
Theorie des freien Marktes heute hauptsächlich in Katanga, Chile und Peru
vor sich gehen, während in den Vereinigten Staaten nur die Gruben mit
besonders hohem Kupfergehalt in Betrieb sein dürften. Daß dem nicht
so ist, hat seinen Grund in bestimmten kapitalistischen Maßnahmen.
Die hauptsächlichen bisher rivalisierenden Kupferkonzerne in den Vereinigten
Staaten haben sich in diesem Punkt zusammengefunden und
mit Katanga Preisverabredungen getroffen, die den Belgiern eine beträchtliche,
durch die unterschiedlichen Produktionskosten bedingte
Differentialrente sichern. In Chile und Peru aber reicht der Einfluß des
amerikanischen Kapitals aus, um die dortige Produktion zu »regulieren«.
Dieser Trust wird die gesamte Gestaltung des Kupfermarktes schon
in allernächster Zeit grundlegend beeinflussen und insbesondere in die
überkommene Handelsorganisation Europas eingreifen.
Dem Kupfertrust verwandte Trusts oder trustähnliche Gebilde im
Sinne der Marktbeherrschung haben sich in der Kriegs- und Nachkriegszeit
verhältnismäßig zahlreich herausgebildet oder neu befestigt, wenn sie auch
nicht in jedem Falle so weitgehenden Einfluß ausüben. Dahin gehören
die Standard Oil Co., der wiederaufgebaute Sprengstofftrust, der europäische
Verband der Flaschenfabriken und der Owens-Konzern, der
schwedische Zündholztrust, das Diamantensyndikat, der Glühlampentrust
und der europäische Emailleverband. Auch die Monopolbildung
in der Bananenwirtschaft muß hier erwähnt werden, ist doch die United
Fruit Co. vielleicht die interessanteste organisatorische Neubildung in der
Weltwirtschaft überhaupt. Dieser Trust hat sich nämlich, über seine ursprünglichen
Absichten hinausgreifend, nicht weniger zur Aufgabe gesetzt
als die Erschließung Zentralamerikas: produktionell durch die Entwicklung
von tropischen Kulturen, kommerziell durch Einsatz aller Hilfsmittel
zur Nutzbarmachung von organischen und anorganischen Rohstoffen.
Etliche der hier genannten internationalen Trusts haben zur Erweiterung
ihrer Macht neuerdings Wege eingeschlagen, die in der Vorkriegszeit
kaum jemals beschritten worden sind: sie beteiligen sich mittel-