Full text : Die Arbeiterfrage

ich  an  einem  Sonntag  nicht  zeichnen  und  malen  kann,  so  bereitet ­
  mir  die  Arbeit  der  nächsten  Woche  keine'  rechte  Freude.
Ich  wüßte  auch  sonst  nicht,  was  mich  sonst  noch  aufrecht
erhalten  sollte  .  .  Ein  Teppichweber:  „In  der  Malerei  drücke
ich  aus,  was  ich  am  Tage  gewaltsam  unterdrücken  muß.“  Ein
Spinner:  „Welch  großer  Gewinn  ist  für  mich  die  Malerei  in
bezug  zur  Arbeit.  Mir  ist  dann  meine  Arbeit  keine  Qual  mehr.
Mag  manchmal  die  Arbeit  noch  so  schlecht  sein,  dann  denke
ich  an  das  Vergnügen  nach  Feierabend,  und  darum  gäbe  es  für
mich  kaum  einen  größeren  Schmerz,  als  meinem  Berufe  und
dem  Zeichnen  entsagen  zu  müssen.“
Mit  welch  primitiven  Mitteln  wurde  doch  zuweilen  dem
seelischen  Drange  Ausdruck  verliehen.  Ein  armer  Former,  Vater ­
  von  fünf  Kindern,  hält  eine  alltägliche  Szene  plastisch  fest:
Ein  Weinrestaurant.  Hinter  der  hohen  Spiegelscheibe  ein  Mann
und  ein  elegantes  Weib,  Champagner  trinkend.  Davor  ein  ausgehungerter ­
  Armer.  „Die  Mutigen“,  nennt  er  sein  Werk.  Ein
anderer  verkörpert  eine  Plastik,  den  ersten  Menschen  auf  einer
Bratheringsdose.  Deratige  Beispiele,  die  Hemmungen,  hervorgerufen ­
  durch  die  berufsmäßige  Arbeit,  durch  die  Kunstbetätigung ­
  zu  mildern,  konnten  bei  Metall-  und  Textilarbeitern
viefach  konstatiert  werden,  dagegen  nicht  bei  den  Bergarbeitern.
Was  würden  Sie  tun,  wenn  Sie  täglich  genügend  Zeit  für
sich  hätten?  Was  würden  Sie  sich  für  Dinge  anschaffen,  wenn
Sie  das  nötige  Geld  hätten?
Bergarbeiter.  Entlohnungsform:  durchweg  Akkord.

Alter

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<U

Durchsebn.
Woebenverdienst ­


Tägliche
Arbeitszeit

Art  der
eschäftigung

Jhr.

M.

Std.

03

20

—

17  —

9

Grubenarbeiter ­


Wenn  ich  genügend  Zeit  hätte,  würde
ich  mit  meinem  Mädchen  Spazierengehen ­
  und  würde  mir  bessere  Kost
anschaffen.  (3.)  [B.  S.]

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