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Waffengänge Osterreichs u. Preußens; Preußen europ. Großmacht. 803 
stand wieder einmal die Einmischung Rußlands in die polnische 
Anarchie in Aussicht: wobei denn die Frage war, ob für diesen 
Augenblick der König von Preußen ein geeigneter Bundesgenosse 
ein werde oder nicht. 
Eine klare Antwort hierauf konnte natürlich nur aus der 
Zergliederung der Interessen geschöpft werden, die damals in 
Polen vorhanden waren und zusammen- oder gegeneinander⸗ 
spielten. Da gab es nun zunächst im Lande selbst zwei 
Parteien: die eine die Partei der sogenannten „Familie,“ deren 
Mittelpunkt das Haus der Czartoryski war, und die einen 
einheimischen König wählen wollte, und eine andere Partei, 
welche die bisherige sächsische Dynastie fortführen wollte. 
Innerhalb dieser Konstellation hatte nun Rußland, seinen 
eigenen Interessen entsprechend, die auf die Aufrechterhaltung 
einer ständigen Anarchie in Polen hinausliefen, für die 
Familie“ Partei ergriffen, und Katharina hatte dieser einen 
hrer Geliebten, den schönen Grafen Stanislaus Poniatowski, 
als Königskandidaten annehmbar gemacht. Zugleich glaubte 
Katharina dabei mit Hilfe der „Familie“ auch das Los der 
zriechisch-katholischen Dissidenten erleichtern zu können. 
Gab es nun in dieser Kombination Momente, die für 
Rußland eine Verständigung mit Osterreich oder Frankreich 
ausschlossen? Katharina meinte nein; und so ließ sie zuerst 
hei diesen mächtigeren Staaten um ein Bündnis werben. Aber 
sie wurde von Frankreich, das bisher fast regelmäßig einen 
eigenen Kandidaten für die polnische Krone aufgestellt hatte, 
kühl, und von gsterreich, dessen Sympathien mehr als erwartet 
Sachsen galten, geradezu unfreundlich abgewiesen. Gleichwohl 
zögerte sie noch immer sogar auch nur mit der generellen 
Zusage eines preußischen Bündnisses. 
Aber inzwischen war König August gestorben; der Wahl⸗ 
feldzug hatte begonnen; die sächsische Partei machte anfangs 
entschiedene Fortschritte, ehe der treffliche neue Kurfürst von 
Sachsen, Friedrich Christian, am 17. Dezember 1763 an den 
Blatiern unerwartet starb: und es schien so, als wenn sich 
Ssterreich und Frankreich für sie einsetzen würden. Unter dieser,
	        
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