Full text : Die Arbeiterfrage

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Bergmann ­


Bergmann ­


Grubenarb. ­


30

30,—

Bergmann ­


Eine  bessere  Zukunft  wenn  nicht  direckt
für  uns  dann  doch  für  unsere  Nachkommen. ­
  (3.  t.)  [B.  R.]
Ich  wünsche  nur  einmahl  gründlich  mit
dem  Kapitahl  Auf  zu  reuhmen,  und  es
wird  eine  kleine  Sache  sein.  Wenn  wier
geschlossen  vorgehn  werden.  (3.)  [B.  R.]
Mein  Wunsch  und  meiner  Frau  Wunsch
ist  daß  wier  keine  Kinder  mehr  bekommen.
Da  redet  Herr  Bebel  vom  Schein  der
Wissenschafftlichkeit,  wenn  sich  ein  Arzt
hergiebt  jund  den  Armen  geplagten  Aufklärung ­
  giebt  über  Verhütung  der  Empfängnis. ­
  Man  verlangt  die  Frau  soll  sich
emanziepieren.  Aber  wenn  er  wüßte  wie
es  um  die  meisten  Arbeiterfrauen  steht.
Ihr  ganzes  Denken  und  Fühlen  ist  auf  die
Verhütung  der  Empfängnis  gerichtet.  Man
sieht  es  überall  an  der  Unterhaltung.
Bleibt  die  Mennstration  zum  Datum  aus,
gleich  ist  die  Angst  groß,  denn  jede  Arbeiterfrau ­
  weiß  was  ein  Kind  mehr  bedeutet, ­
  wieder  mehr  Sorge  und  Not  denn  der
Verdienst  steigt  nicht.  So  ist  bei  der  Arbeiterfrau ­
  ein  fortwärendes  in  der  Angst
leben  von  einer  Perieode  zur  andern,  denn
auch  die  Preservativs  verfehlen  oft  die
Wirkung.  (3.)  [B.  Schles.]
Hoffnungen!  Wünsche!  Welche  Menschenseele ­
  würde  dieses  nicht  haben.  Sind

216

Durchschn.
Wochenverdienst ­


doch  die  Wünsche  und  Hoffnungen  des
Menschenherzens  unberechbar.  Da  hofft
man  in  kindlicher  Naivität,  auf  etwas
Großem,  Unerwartenem,  das  da  eintreten
wird,  ihn  frei  machen,  und  allen  Sorgen
entheben  wird.  Da  jagt  man  ungewissen
Zielen  zu,  die  gleich  einer  Fata-Morgana
am  fernen  Horizonte  verlockend  und
gleißend  liegen,  so  weit,  so  unerreichbar.
Dieses  große  hoffen  und  wünschen  der
Menschenseele  zu  entziffern,  wird  keinem
gelingen.  Man  hofft,  man  wünscht,  stellt
Berechnungen  an,  und  wenn  man  es  hat,
ist  man  wiederum  des  Wünschens  noch
nicht  satt.  (2.)  [B.  R.]
Meine  Hoffnungen  und  Wünsche  sind  nur
das  sich  alle  Menschen  möchten  zusammenschließen ­
  um  Nächstliebe  zu  pflegen
und  den  Urgeist  durch  Thaten  anzubeten.
Dann  wird  keine  Grenze  mehr  sein  zwischen ­
  Nachbar  und  Nachbar  aber  auch
keine  mehr  zwischen  Gott  und  den  Menschen. ­
  (2.)  [B.  Schles.]

15,—

Bergarbeit. ­


Ich  habe  Hoffnung,  daß  nächstes  Jahr  im
Reichstage  sämtliche  Sozialisten  sitzen
werden  und  hoffe  besserung.  Mein  bester
Wunsch  wäre  daß  ich  mit  der  Fahne  voran ­
  und  mit  den  Kapitalisten  und  Junker
ein  Krieg  zu  führen  und  bis  auf  den  letzten
nieder  mähen.  (3.)  [B.  Schles.]

217
            
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