Full text : Die Arbeiterfrage

Jhr.

21

22

23

Durchschn.
Wochenverdienst


Art  der
Beschäftigung

M.

24,-Metall-





30,—

Schlosser



28,-Schlos-





Ich  gehöre  mit  allen  Fasern  meines  Herzens ­
  beiden  Bewegungen  an.  (3.  t.)  [M.  S.]
Ich  setze  darauf  wenig  Hoffnung,  da  mein
Streben  dem  natürlichen  Leben  gilt,  so
glaube  ich  wenig  Vorteil  von  der  Welt  erwarten ­
  zu  dürfen.  (3.)  [M.  B.]
Die  politische  und  Gewerkschaftsbewegung
haben  den  Einfluß  auf  mich,  daß  sie  mich
in  Zeiten  seelischer  Depression  hochhalten,
wenn  ich  am  Leben  beinahe  verzweifeln
könnte.  Und  doch  bin  ich  hoffnungslos.
Die  Gewerkschaften  verrichten  nur  Sisy--phusarbeit,
  sind  vollauf  beschäftigt,  die  Lebenshaltung ­
  ihrer  Mitglieder  nicht  auf  das
tiefste  Niveau  fallen  zu  lassen.  Genugtuung ­
  gewährt  mir  die  Bewegung  nur  insofern, ­
  als  sie  mir  erlaubt,  meinen  Todfeinden, ­
  den  Kapitalisten,  einen  Teil  der
Schläge  zu  vergelten,  die  sie  auf  uns  niedersausen ­
  lassen.  Nur  dem  Kampfe  lebe
ich.  (1.)  [M.B.]

24

28,—

Former

Vorläufig  ziemlich  hoffnungslos,  da  der  Arbeiter ­
  noch  zu  sehr  Tier  ist.  (3.)  [M.  B.]

25

42,-Dreher



Ich  habe  weniger  die  Hoffnung,  daß  es  in
absehbarer  Zeit  besser  für  mich  wird,  je-:
doch  daran  mitzuarbeiten,  daß  es  kommenden ­
  Generationen  besser  geht  als  mir,  sehe
ich  als  meine  vornehmste  Aufgabe  an,  ich
möchte  fast  sagen  als  meinen  Lebens^
zweck.  Bei  aller  Bescheidenheit  bin  ich
der  Meinung,  daß  eine  politische  Bewe-312



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gung  die  geschichtliche  Entwicklung  nicht
plötzlich  umändern,  wohl  aber  beeinflussen
kann  1  Wie  könnte  ich  hoffnungslos ­
  sein.  Ach  ja,  manchmal  bin  ich  es
doch.  Aber  dann  wird  wieder  die  Erbitterung ­
  in  mir  wach,  und  dann  kann  und  will
ich  mich  nicht  resigniert  in  mein  Schicksal
fügen.  Es  beleidigt  meinen  Stolz  und
meine  Menschenwürde,  wenn  von  mir  ver-.
langt  wird,  ich  muß  mich  auf  Kosten  an-,
derer  Menschen  auspowern  lassen.  Das  ist
keine  göttliche  Weltordnung,  sondern
grenzenlose  Anmaßung  und  schreiende  Ungerechtigkeit, ­
  die  ich  mit  aller  mir  zur  Verfügung ­
  stehenden  Kraft  ,aus  der  Welt  zu
schaffen  versuchen  werde.  (1.)  [M.  B.j

Schlei-  Ich  halte  das  Beste  von  ihnen,  bloß  meine
fer  Frau  ist  gegen  den  Verband.  Hoffnungslos,
weil  mir  niemand  hilft,  weil  mir  nie  von
Herzen  aussprechen  kann,  selbst  zu  meiner
Frau  nicht.  (3.)  [M.  S.]

Kernmacher ­


Ich  meine,  daß  wir  weiter  wühlen  müssen.
(4.)  [M.S.]

Schlosser ­


Durch  beide  Bewegungen  erhalte  ich  die
mannigfachsten  Anregungen,  und  mein
Wissensdurst  ist  durch  dieselben  geweckt
worden.  Sie  bieten  mir  Gelegenheit,  mich
mit  Optimismus  und  Idealismus  zum
vollen  Menschentum  durchzuringen
Wer  hoffnungslos  ist  der  hat  verloren,  der
soll  sich  begraben  lassen.  (2.)  [M.  B.]

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