Full text: Die Arbeiterfrage

MMfeSUMEflUHHI 
Jahre 
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Ich glaube nicht an Gott, bin nicht aus der Landes 
kirche ausgetreten, da meine Frau nicht will. (3. t.) 
[M. O.] 
In trüben Stunden denkt man wohl an Gott. Wenn 
man aber den Gang des Lebens ansieht, ist ?dler 
Glaube entschwunden. Aus der Landeskirche bin 
ich nicht ausgetreten, weil die Behörden den Kin 
dern Unannehmlichkeiten machen. (3. t.) [M. S.] 
Ich glaube nur an einen naturellen Gott. (3.) [M. B.] 
Wenn das die Gottheit ist, die in des Menschen 
Fühlen und Schaffen zum Guten drängt, so glaube 
ich daran. (2.) [M. S.] 
Aus Gründen der intellektuellen Ehrlichkeit bin ich 
aus der Landeskirche ausgetreten. (2.) [M. B.] 
Meine Frau und ich sind aus der Landeskirche aus 
getreten, weil ich täglich sehe, wie die Pfaffen 
Schindluder mit der Religion treiben. (3.) [M.S.] 
An Gott kann ich nicht glauben. Wenn Gott Eigen 
schaften besäße, welche uns gelehrt wurden, würde 
er wohl oft mit einem kräftigen Donnerwetter unter 
seine Diener fahren, die seinen Namen zu ihren 
größten Schandtaten mißbrauchen. (3.) [M.S.] 
Nein. Ich bin aus der Kirche ausgetreten, weil ich 
nicht gern vor mir selber als Heuchler stehen will. 
(2.) [M.B.] 
346 
Jahre 
34 
Der liebe Gott gehört für mich ins Reich der Phan 
tasie. Aus der Landeskirche bin ich noch nicht 
ausgetreten. Sie ist mir eine ganz gleichgültige Ein 
richtung. (3.) [M. O.] 
35 
3 | An Gott glaube ich nicht. Ich gehöre zur Landes- 
j kirche. In dieser Hinsicht bin ich mehr lau wie 
i ungläubig. Für uns Arbeiter ist es egal, ob Gott 
| lebt oder nicht. Mögen sich die um Gott streiten, 
für die er Nutzen bringt. (2.) [M. O.] 
36 
Das ist eine Frage, die recht, recht schwer zu be 
antworten ist. Ohne weiteres läßt sich das, was 
schon als kleines Kind in das Herz hineingepflanzt, 
nicht aus dem Herzen reißen. Die Saat begleitet 
uns fort bis an unser Lebensende, dessen letzte 
Augenblicke uns mit Hoffnung von hinnen gehen 
heißen. (3.) [M. S.] 
37 
2 
Ich habe jahrelang mit mir gerungen, da ich eine 
gute religiöse Erziehung mit ins Leben bekam. Ich 
glaube jetzt nicht mehr an einen persönlichen Gott. 
Meine Pflichten meinen Angehörigen und in wei 
terem Sinne meinen Mitmenschen gegenüber zu 
erfüllen, erscheint mir Religion genug. (1.) [M. B.] 
38 
2 
Bin nicht ausgetreten, weil nicht als ein räudiges 
Schaf in der ganzen Familie gelten will. (3. t.) 
[M. O.] 
39 
2 
Ich kenne etwas Idealeres, um Halt als Mensch 
zu finden: mein Gewissen. (2.) [M.S.] 
347
	        
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