Full text: Die Theorie der Volkswirtschaft

158 
Warenaustausch ging zu dieser Zeit fast ausschließlich in der 
ersten Form, der des Monopolhandels vor sich. Er spielte aber eine 
so geringe Rolle, daß man diese Periode der Volkswirtschaft als 
Naturalwirtschaft bezeichnet, als Produktion für eigenen Ver 
brauch. 
Der Monopolhandel ist aller Wahrscheinlichkeit nach in der 
prähistorischen Zeit entstanden. Die Entwicklung der Wirtschaft 
ging aber im allgemeinen unter dem Einfluß des Fortschrittes 
der Produktivkräfte vor sich. Der Handel hat selbstredend auf die 
sozialen Verhältnisse jeder Epoche zurückgewirkt, spielte aber 
nicht die entscheidende Rolle. Um Luxusgegenstände erwerben 
zu können, wurde die Ausbeutung der Sklaven verschärft. Den 
noch war die Entwicklung der Wirtschaftsformen durch die Vor 
gänge bedingt, die innerhalb der isolierten Gemeinde- und Rayon 
wirtschaft wirkten. Selbst die erhöhte Ausbeutung der Sklaven 
arbeit war nur auf einer gewissen Stufe der wirtschaftlichen 
Entwicklung möglich. 
Von ganz anderer Bedeutung war dagegen der Tausch verkehr, 
der sich auf den relativen Arbeitswert stützte. Selbst durch 
die Arbeitsteilung innerhalb der Wirtschaft hervorgerufen, wirkte 
er auf diese und somit auch auf die Wirtschaft zurück. 
Die weitere Entwicklung der Produktivkräfte, die zur Arbeit 
für den Markt veranlaßt, führt zur Entstehung des Waren 
tausches, indem sie die Produkte in Waren verwandelt ; an 
Stelle des individuellen Kriteriums des Warenwertes, des rela 
tiven Arbeitswertes, tritt das gesellschaftliche Kriterium, die ge 
sellschaftlich notwendige Arbeitszeit. 
Auf dem Markte verschwinden die individuellen Eigenschaf 
ten der einzelnen Arbeit bei der Herstellung der Waren. Denn 
für den Konsumenten, der viele Waren gleicher Qualität auf dem 
Markte findet, ist es natürlich gleichgültig, ob der Produzent viel 
oder wenig Arbeit auf seine Ware verwendet hat. Mag der ein 
zelne Produzent mehr oder weniger als die durchschnittlich not 
wendige Arbeitszeit verwendet haben, mag auch der Käufer der 
Ware etwas über oder unter dem durchschnittlichen Arbeitswert 
zahlen, je nach dem wie sich die Nachfrage und das Angebot
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.