von Roheisen gestiegen ist, so muß man das Vorhandensein be
deutender Hindernisse für die Entwicklung des inneren Marktes
annehmen. Sollte darin wohl die „Eigentümlichkeit“ der wirt
schaftlichen Entwicklung Rußlands liegen, auf die die Volkstümler
hinwiesen?*) In der Tat ist auch dies keine Eigentümlichkeit des
russischen Kapitalismus, sondern der sozial politischen Ordnung
Rußlands.
V.
So sehen wir, daß der Entwicklung des russischen Kapitalis
mus bedeutende Hindernisse im Wege stehen, weil die Kaufkraft
der Bevölkerung gering ist. Es fragt sich nun, wie sich die weitere
Entwicklung gestalten und ob die russische Bourgeoisie diese Hin
dernisse überwinden wird.
In ihrem Bestreben nach politischer Freiheit suchten die oppo
sitionellen Parteien — die Volkstümler einbegriffen — bewußt
oder unbewußt den Weg für die kapitalistische Entwicklung frei
zumachen, indem sie die Lage der Volkmassen heben wollten.
Jetzt will die Großbourgeoisie zusammen mit dem Adel ebenfalls,
bewußt oder unbewußt, einen inneren Markt schaffen, indem sie
die bäuerliche Naturalwirtschaft zerstören und diese in den Waren
verkehr hineinziehen wollen. Schließlich „führen alle Wege nach
Rom“, der Kapitalismus wird so oder so sich den Weg bahnen.
Das Resultat der wirtschaftlichen Entwicklung wird aber ein
ganz anderes sein. Zwar wird die rasche Umwandlung eines Teils
der Bauern in Proletarier, die gezwungen sind, ihre Arbeitskraft
auf den Markt zu tragen und dort alles zu kaufen, und des an
deren Teils in „starke“ Bauern einen ausgedehnten Markt schaf
fen und dem Kapital eine gewaltige Armee von Proletariern zu
führen. Aber dieser Weg der kapitalistischen Entwicklung führt
nicht nur zur Verelendung eines bedeutenden Teiles der Bevölke
rung, sondern hemmt auch den Prozeß der kapitalistischen
*) Siehe beispielsweise den Artikel von Pjeschechonow in der russ.
Zeitschrift: „Russkoje Bogatstwo“ für 1909, wo der Autor nicht von der
schwachen Kaufkraft der Bevölkerung, sondern von der Schwäche des
russischen Kapitalismus spricht.