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Wird nach den angezogenen Beispielen an dem Vor
handensein großer Gebiete des Lurusverbrauchs nicht
mehr gezweifelt werden können, so gelangen wir, insoweit
die benannten Warengattungen aus dem Ausland ein
geführt werden, zu der weiteren Frage, ob die bisherige
Bemessung des an ihnen haftenden Zolls noch den vor
dringenden Forderungen nach höherer sozialer Steuerge
rechtigkeit entspricht. Sie wird verneint werden müssen.
Daß der große deutsche Pelzverbrauch, in dessen Be
reich ausschweifendste ÜUXUsaufwendungen durchaus nicht
mehr wie in früheren Zeiten ein Privileg einiger Be
vorzugter sind, so gut wie steuerfrei ist, haben wir bereits
an anderer Stelle vorweggenommen. Rohe und zuge
richtete Straußen- und Reiherfedern im Großhandelswerte
von rund 13 Millionen Mark erbringen ca. 775008 Mark
Zoll, sie sind mit 0,6 °/ 0 des genannten Wertes belastet.
Hüte (Pos. 538 a/b, 534, 537, 541 d, 542) im Groß
handelswerte von 14 Millionen Mark erbringen noch
nicht ganz eine Million Mark an Zoll. Feines Schuh
werk ist mit einem Zolle von nur ca. ß 1 l 2 °l 0 des Groß
handelswertes belastet, ausländische Glace- und Wild
lederhandschuhe mit ca. 2 1 /. %, ausländische Fertigerzeug
nisse aus Elfenbein, Schildpatt und Perlmutter mit nur
15 °/o, ausländische Schokoladen mit 17,8 %, Puder,
Schminken, wohlriechende Salben und künstliche Riech
stoffe (Position 354, 355, 358) mit ca. 8 °/ 0 , Perücken,
Menschenhaar und Haarnetze mit ca. 3°/ 0 , orientalische
Fußbodenteppiche mit 15,8 °/ 0 , dichte Gewebe (ausschließ-
Stffner, Zur Wirtzollfrage. 6