Full text : Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung

Der  Kreislauf  d.  Wirtschaft  i.  seiner  Bedingth.  durch  gegeb.  Yerhältn.  71
jenigen  Güter  ab,  die  es  sich  damit  verschaffen  kann  und
tatsächlich  zu  verschaffen  gedenkt.  Solange  es  darüber  noch
nicht  entschieden  hat,  wird  dieser  Tauschwert  ebenfalls  nach
den  jeweils  vorgestellten  Möglichkeiten  schwanken  und
ebenso  wird  er  sich  ändern,  wenn  das  Wirtschaftssubjekt
die  Richtung  seiner  Nachfrage  verändert.  Doch  wenn  die
beste  Tauschverwendung  für  jedes  Gut  gefunden  ist,  dann
bleibt  der  Tauschwert  bei  Konstanz  der  Verhältnisse  auf
einer  und  nur  einer  bestimmten  Höhe.  Natürlich  ist  in
diesem  Sinne  genommen  der  Tauschwert  einer  jeden  Einheit
eines  und  desselben  Gutes  für  verschiedene  Wirtschaftssubjekte ­
  verschieden  und  zwar  nicht  nur  infolge  der  Verschiedenheit ­
  erstens  ihrer  Geschmacksrichtungen  und  zweitens  ihrer
ökonomischen  Gesamtsituation,  sondern  drittens  auch  noch
ganz  unabhängig  von  diesen  Punkten  infolge  der  Verschiedenheit ­
  der  Güter,  die  die  einzelnen  Wirtschaftssubjekte  eintauschen
  T  Aber  das  Verhältnis  der  Mengen  je  zweier  Güter,
in  dem  dieselben  auf  dem  Markte  ausgetauscht  werden,
oder  dessen  reziproker  Wert,  der  Preis  jedes  Gutes,  ist,  wie
früher  gesagt,  für  alle  Wirtschaftssubjekte,  reich  oder  arm,
dasselbe  oder  derselbe.  Daß  aber  alle  die  Preise  jedes  Gutes
in  allen  andern  Gütern  miteinander  in  Zusammenhang  stehen,
das  wird  erst  dann  ganz  klar,  wenn  wir  sie  alle  auf  einen
gemeinsamen  Nenner  bringen.  Das  tun  wir,  indem  wir  alle
diese  andern  Gütermengen,  die  für  eine  Einheit  des  gerade
betrachteten  auf  dem  Markte  zu  haben  wären,  durch  jene
Mengen  eines  derselben  ersetzen,  die  man  für  jede  dieser
andern  Gütermengen  bekommen  kann.  Da  ergibt  sich,  daß
jene  Mengen  des  für  die  Rolle  des  Nenners  gewählten  Gutes
einander  gleich  sind.  Denn  wären  sie  es  nicht,  so  könnte
man  ja  mit  seinem  Besitze  an  dem  betrachteten  Gute  besser
lahren,  indem  man  zuerst  Güter  eintauscht,  die  man  viel-„
  1  Ich  meine:  Infolge  der  Verschiedenheit  der  Geschmacksrichtungen
und  der  wirtschaftlichen  Gesamtsituation  wertet  jedes  Wirtschaftssubjekt ­
  auch  dieselben  Güter  verschieden,  die  andre  Wirtschaftssubjekte ­
  ebenfalls  eintauschen.  Außerdem  aber  tauschen  die  Wirtschaftssubjekte ­
  auch  noch  verschiedene  Güter  ein.
            
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