Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn.  31.  Zahlung  ciç  tòv  bcîva.

147

Abschnitt  31.
Zahlung  eîç  tòv  òeíva.
In  den  Speicherbescheinigungen  finden  wir  häufig  die  Formel
)H€peTpnp€8a  €iç  tòv  òeíva.  Dieses  *eîç’  zielt  stets  auf  den  Zahlungsempfänger ­
  hin^.
Ostr.  II  752  (122  v.  Chr.)  lautet:
’'Etouç  pn,  TTaövi  i«.  Me(péTpnKev)  eîç  tòv  èv  Aiòç
TTÓX(ei)  Tpi  pe(TáXTii)  0ri(craupòv)  pr)  (Itouç)  eíç  tò  Ap-(pujveíov)
  [‘Hp]aKXeíÒTiç  ’HpaKXeíòou  (nupoO)  Tpeíç  fípiau,
Y(ívovTai)  (TTupoO)  T  (ppidu).  (2.  Hand)
In  diesem  Beispiele  haben  wir  zwei  eîç,  daher  auch  zwei
Empfänger.  Zunächst  empfängt  der  Staatsspeicher  die  31/2  Artaben;
  er  ist  aber  nur  Durchgangsstelle,  er  gibt  das  Getreide
weiter  an  den  Ammonstempel  als  den  Endempfänger.  Der
Endempfänger  ist  hier  eine  Behörde,  und  zwar  die  priesterliche
Behörde  des  Ammonstempels  in  Theben.
Ostr.  n  295  (ptolem.  Zeit)  lautet:
’'Etouç  kc,  TTaxibv.  Eî(Jpe(péTpriKev)  eîç  tòv  èv  Zu(nvni)
eTi{craupòv)  eíç  Tpv  èTriTpa(cptiv)  toO  aú(ToO)  (Itouç)  unèp
TOÖ  TÓTTou  BifiTXiÇ  TTeTeveq)ibTou  uupoO  àp(Tápaç)  Tpeíç  fípiffu,
T(ívovTai)  (uupoO)  T  (ppicFu).  ApTeppç  (TitoXóto[ç].
Auch  hier  finden  wir  zwei  eîç  und  demzufolge  zwei  Empfänger. ­
  Wiederum  ist  der  erste  Empfänger  der  Staatsspeicher
als  Durchgangsempfänger.  Der  Endempfänger  heißt  in
diesem  Falle  f)  èmTpatpf).  Die  èTriTpaçn  ist  eine  Steuert  An
und  für  sich  kann  eine  Steuer  nicht  Empfängerin  ihrer  selbst  sein.
Wie  aber  im  Abschn.  36  näher  auszuführen  sein  wird,  hatte  der

‘  Über  diese  Frage  vgl.  auch  Wilcken,  Ostraka  I  S.  660  ;  Grenfell  und
Hunt,  P.  Fay.  S.  210  f.;  P.  Teb.  II  365  Einl.  S.  201  f.
*  An  dieser  Stelle  steht  der  Sichtvermerk  des  Speicherverwalters.
®  Die  èmypaqpú  wurde  in  bestimmter  Höhe  jährlich  ausgeschrieben,
ihre  nähere  Bedeutung  hat  sich  bisher  nicht  sicher  ermitteln  lassen.  Grenfell
und  Hunt  (P.  Teb.  I  S.  40)  vermuten  unter  ¿mypacpò  an  extra  burden  distinct
from  the  ordinary  taxes  on  land.  Vgl.  Jouguet,  Chron.  des  Pap.  II  S.  57  Anm.  4
(Rev.  des  Ét.  anc.  1905);  Wilcken,  Ostraka  I  S.  194  ff.  Mahaffy,  P.  Petr.  Ill  S.  24
Z.  71  übersetzt  'émypaqpTÍ’  durch  „corvée“.  Otto,  Priester  u.  Tempel  II  S.  57
Anm.  2,  sieht  in  der  éiriypacpò  die  Bezeichnung  einer  Zuschlagszahlung  zur
Abgabe  vom  Landbesitze.

10*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.