Full text : Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

174

Teil  IL  Korn-Giroverkehr.

Die  hinter  der  Überschrift  folgende  Liste  enthält  die  Namen
vieler  Zahler,  auf  jeden  Namen  folgt  die  gezahlte  Artabensumme.
Vor  jeder  einzelnen  Summe  steht  ein  *òn*,  wie  in  der  Überschrift
Dieses  òh  in  der  Liste  wird  vom  Herausgeber  mit  Recht  durch
òri(^ocríujv)  aufgelöst.  Das  òni^oaíujv  kann  aber  nicht,  wie  dasjenige
in  der  Überschrift,  zwiefach  aufgefaßt  werden,  vielmehr  ist  hier
nur  die  Deutung,  'ùnèp  òrmoaíiuv*  möglich.  Man  muß  übersetzen:
Kastoras,  Sohn  des  Kastoras,  (hat  gezahlt)  für  den  Etats-Einnahmetitel ­
  ‘ònpoíTÍujv’  X  Artaben“  (vgl.  Abschn.  36).  Da  ein  òriiiióuioç
TeujpTÓç,  wie  wir  oben  (S.  165)  sahen,  zugleich  kútoikoç  sein  konnte,
so  konnte  er  auch  für  Rechnung  zweier  Titel,  nämlich  ònpocríuuv
und  KUTOÍKUJv,  zahlen.  Der  gewissenhafte  Bürobeamte  setzt  daher
in  der  Liste,  um  keinen  Zweifel  über  die  Bestimmung  der  Steuer
auf  kommen  zu  lassen,  vor  jedem  einzelnen  Posten  ein  ÖH.  Dieses  òh
findet  sich  in  solchen  Einnahmelisten  öfter,  z.  B.  auch  im  P.  Lond.  II
S.  142  ff.  Nr.  188,  woselbst  die  Kol.  2  folgendermaßen  beginnt  ^  :
AiGioTTOÛç  ’Opcr£v[oú(p]eujç  òh  +—  eí

!EaTTpíuj[v]  Zepnvou  bh  +—  içt
’ApívKiç2  TTeKjurieÍTOç  bh  +—  i
TTancri[ç]  ’AprjTÍuuvoç  bl  +—  l
’l(TÍbuup[oç]  rre[K]priÇpoç  bH  +—  i
usw.  usw.

Die  Auflösung  lautet  nicht,  wie  Kenyon  aaO.  vorschlägt,  bn-(pocriou)
  (d,  i.  TTupoO),  sondern  bîi(poô‘iujv)  (d.  i.  TempyiDv),  d.  i.  „für
den  Etats-Einnahmetitel  *bripo<Jíujv  feuupTmv’“.  Die  Anordnung  der
Liste  ist  also  derart,  daß  zuerst  der  Name  dessen  steht,  welcher
die  Zahlung  geleistet  hat,  dahinter  folgt  der  Steuertitel,  für  den
die  Zahlung  erfolgt  ist,  an  letzter  Stelle  endlich  steht  die  Höhe
der  Zahlung.
In  Kol.  3  von  P.  Lond.  H  Nr.  188  beginnt  mit  Z.  62  ein  neuer
Abschnitt;  die  Liste  der  Staatsbauern  ist  dort  zu  Ende,  es  beginnt ­
  die  Liste  der  Katöken  mit  der  Überschrift  :  KaTOÍKLu[v  auioö],
a)V  TÒ  K(aT)’  dvbpa.  Darauf  folgen  wiederum  Namen  mit  Artabenmengen;
  vor  jeder  Artabenmenge  steht  nunmehr  *K(aT0ÍKUJv)’,  wo
vorher  *bri(poaiuuv)’  stand.
Daß  die  Speicherbescheinigungen  sorglos  angefertigt  wurden,
zeigen  zahlreiche  grammatische  Unrichtigkeiten.  Auf  Lässigkeit  des

‘  Die  Sigel  +—  sind  aufzulösen:  (itupoO)  (dpxdßai).
*  Berichtigung  von  Wilcken,  Archiv  III  S.  241.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.