Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn. 43. Staatsgut, Hausgut, Krongut. 
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wird Staatsgut (ck toö ôrjjuoaiou) vererbpachtet; das Erbpachtkauf 
geld fließt in die Staatskasse und bleibt in der Staatskasse. 
Was nunmehr den Punkt 10 betrifft, wonach die OLKJiaKf) 
yf) als kaiserliche Neuerwerbung^ von der ßaaiXiKp yp als pto- 
lemäisches Hausgutland, und beide wiederum von der òripoaía 
Yñ als Staatsland geschieden werden, so ist die ausschlaggebende 
Belegstelle hierfür die Liste BGU. 560 Kol. I 20 ff. (2. Jahrh. n. 
Chr.); der Text, am linken Rande leider abgebrochen, lautet: 
20 ...]. YEmpYOÛVTEç ópóXoYoi dvò(peç) ppb, 
21 ..] Y€mpY[ou]yT[e](; òppoaíav Kai oùcriaKfiv Ypv avò(peç) pïë, 
22 ã]vòp(eç?) a, êYYp(aTTTOi) lY, èvcnvpç a, 
23 ].Xev Tf]V Kiuppv ßacnXiKpg yÔÇ bid òripo(TÍuj(v) ktX. 
In dieser amtlichen Liste würden die drei Arten — òppo- 
aía YP, oùcriaKp yp und ßacriXiKf) yp — nicht so scharf aus 
einandergehalten worden sein, wenn nicht alle drei Arten — 
Punkt 11 — verwaltungstechnisch von einander zu scheiden 
gewesen wären 2. 
Die oùmaKp yp hat ihren Namen von den an den Kaiser 
gefallenen Gütern und Domänen (oòcríai)®, die teils im großen, teils 
in Einzelstücken^ verpachtet wurden. Daß der Hausgutminister (Idio- 
logos) auch das neue Hausgut (oùaiaKp yp) zu verwalten hat — 
Punkt 12 —, zeigt die Urkunde BGU. 106 (199 n. Chr.), Hier 
erhält ein xopviKouXdpioç èTriTpÓ7T(ou) eiòíou [Xóyou] folgenden Dienst 
auftrag: navra xòv nópov 0X(aouíou) 'EppaÍô'K[o]u Yevo|Lié[vou] pi(T- 
OujTOú oúcríaç 'EpßpP XP^dicrrou to[ô] xapieíou^ (ppóv[xiaov dva- 
éirÍTpoTTOç in BGU. 156 (vgl. S. 201). Der catholicus und der procurator haben 
das öffentliche Ausgebot beiderseitig erlassen. Etwas ähnliches haben wir 
heute, wenn z. B. eine Verfügung der höheren Behörde durch den Kreis 
direktor öffentlich bekannt gemacht wird. 
‘ In diesem Sinne Wilcken, Ostraka I S. 644 Anm. 2; 0. Hirschfeld, Die 
kaiser!. Verwaltungsbeamten S. 355 Anm. 2, und Klio II S. 292. Vgl. Paul 
M. Meyer, Philol. 56 S. 195. 
* In weiterem Sinne kann man freilich auch das Hausgut als bri podía 
Yû bezeichnen, insofern dieses Land keine ibuuxiKp yp ist. Darum wird in 
P. Teb. II 373, 5 (um 111 n. Chr.) die ßaaiXiKp yp als zugehörig zu den br;- 
póoia ébdipri aufgeführt. 
3 vgl. 0. Hirschfeld, Der Grundbesitz der römischen Kaiser in den 
ersten drei Jahrhunderten, Klio II S. 292 ff. 
* P. Lond. II S. 166 Nr. 445, 3ff. (um 15 n. Chr.): irapà Yevaxúpewg toO 
TTeTCOOiJxou xibv dirò BoKXidboç Y^ajpYoO xivûiv èbacpûv ’louXiaç Ze- 
paoxf^ç Koi feppaviKoO Kaioapoç kx\. 
* Mit diesem xapieîov ist die kaiserliche Hausgutkasse gemeint.
	        
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