Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil IV. Girobanknotariat. 
diese Anrechte beim Besitzamte ordnungsmäßig zur Verbuchung 
gelangt (vgl. Abschn. 90 bis 94), so wird die Bescheinigung in 
Hinsicht des verfangenen Besitzes versagt. 
Das èTrícriaXiLia hat eine Bindung des Verkäufers an den 
Käufer in den Büchern des Besitzamtes zur Folget, solange, bis 
der Kauf endgültig zu Ende geführt ist, oder bis der Verkäufer 
vor dem Vertragsabschlüsse den Widerruf seines Antrages förmlich 
ausspricht. 
Jeder Antrag auf Erteilung des äniuraXpa ist zwie 
fach gleichlautend einzureichen; eine Ausfertigung verbleibt 
beim Besitzamte, die andere Ausfertigung wird mit dem áníCTaXpa 
dem Antragsteller zurückgegeben (siehe unten S. 304). 
Die Bescheinigung des Besitzamtes heißt äniaraXpa, weü sie 
in die Form eines an das Notariat gerichteten Auftrages gekleidet 
ist Entsprechend der Gepflogenheit des ägyptischen Kanzleidienstes 
(vgl. oben S. 298) wird das èiricTTaXiLia seitens des Besitzamtes nicht 
unmittelbar auf dem Dienstwege an das Notariat befördert, sondern 
dem Antragsteller ausgehändigt ; dieser legt es dem Notariate vor. 
Ein Antrag auf Erteilung des ènícrTaXiaa ist z. B. P. Fay. 31 
(um 129 n. Ohr.) : 
[Ajiovuaiuui Kai ©eujvi Te[Tu()aacriapxr|KÓ(yi)] ßißX(iO(piiXaHi) 
èvKTncreu)(v) ’Apcri{voÍTou) rrapà ’Airíaç xfîç ‘HpâT[oç to]0 
'HpaKXttTOç àiTÒ KdújLiriç GeaòeXcpeíaç ©epíffiou pepíòoç ¡uexà 
Kupíou ToO Tf)ç dòeXqpnç aòxfjç Taveqpepôixoç uíoO Teújxoç 
xoO Zapßd. ’Acp’ ou Av àcpoypaípfii f)|Liícrouç òeKÓxou 
pépouç <^pápouç3> KOivoO xai àòiaipéxou oixíaç xai aùXfîç npó- 
X€po(v) ©éuuvoç xoO xai Zmxpáxouç xoO "Hpujvo(ç) xai õXou 
OÏXOU èv ô‘uvoix(ía) èv xfii irpoxeiiaévi^ xihpr] ©eaòeXqpeía 
ßouXopai èHoixovopôaai TrépTrrov pépoç ôXr|ç x^ç oíxíaç 
xai auXfiç xai xoO ôXou oixou Zuuxpáxrn Aiòá xoO Zajußa 
àTTÒ BiOuvüùv ’laíujvoç 7rpujxaTroT(paipo)iévuj)2 xijufíç àpY(upíou) 
(òpaxpôjv) òiaxocríujv. Aiò TrpocTaTïéXXuji, õttuuç èm- 
crxaXhi xúj xò ypacpeiov* ©eaòeXqpeíaç, (JuvxpnM«[TÍ2]€iv 
pot, ibç xaGrjxei. 
^ Mittels, Archiv I S. 195, vergleicht die Bindung mit der heutigen 
bücherlichen „Vormerkung“. 
* vgl. die anderweitige Auflösung und die anschließenden Vermutungen 
der Herausgeber aaO. Über die irpuiTairoxpacpú vgl. Abschn. 76 und 77. 
® ergänze : àaxoXoujnévuj. Vgl. Wilcken, Archiv V S. 282.
	        
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