Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

Abschn. 83. Die Vertragsmelderolle des Notariates. 
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für die Vertragsurschriftenrolle wahrscheinlich ist. Die letztere 
wächst von Tag zu Tag durch Ankleben, die erstere liegt als längere 
Rolle am Monatsersten unbeschrieben fertig vor. Jeder Vertrag, 
der an die Vertragsurschriftenrolle angeklebt wird, wird auszugs 
weise in die Vertragsmelderolle übertragen. So wird fortschreitend 
bis zum Monatsende verfahren. Die Auszüge sind meistens kurz 
gefaßt; es stehen daher gewöhnlich viele Auszüge auf derselben 
Spalte. Nach Ablauf des Monates, seltener für größere Zeiträume, 
wird die Vertragsmelderolle von den Notariaten des Gaues an das 
Besitzamt eingesandt. Da in der Vertragsmelderolle die Auszüge 
dicht untereinander angefügt, also gewissermaßen „aneinander 
gereiht“! sind, so wird die Vertragsmelderolle als xò eipopevov 
bezeichnet Kommt die Vertragsmelderolle aus einem Girobank 
notariate, so heißt sie xò eipópevov xpaireíixiKÓv. 
Derartige für das Besitzamt gefertigte Vertragsmelderollen 
besitzen wir z. B. in P. Fior. I 24 und 25 (2. Jahrh. n. Chr.). Mit 
Recht bezeichnet Mitteis (siehe Einl. zu Nr. 24) die Verträge, um die 
es sich hier handelt, als biaypacpai xpanéZnç. Die Rollen kommen 
aus einem Girobanknotariate des arsinoitischen Gaues. Leider 
sind von Nr. 24 nur die Zeilenanfänge, von Nr. 25 nur die Mittel 
teile der Zeilen erhalten. Nr. 24 lautet: 
1 
2 
3 
4 
5 
6 
7 
8 
9 
10 
11 
12 
13 
14 
15 
16 
BißX[i]oq)0XaHi èvKxiíueiov Apmv[oixou 
TT[apà AioujKÓpou Aiovuuíou Zuu(JiKoö’jLt[iou xoö Kai 
Tg XLÙ TOßi privi xoO èvecrxihxoç ò[ 
ã [ ZaJpaTTÍuuvoç pexà Kup[íou 
[ ]ú»paç (pepvfiv èqp’ éaux^ àpTu[píou 
[ ]pouç Zaßivou pexà Kupíou xoO (yuvY6v[oúç 
[....] (yuveiffxiÍK<e>i àrpácpujç, xai èHeívai èK[ 
[TTxjoXepaíoç ‘ApuoKpaxíuJvoç ’Apaßiujv[i 
èm UTTopg xópxou eiç KOTrf|v xai HTipaO’[íav 
[ATuGòjç Aaípujv ó xai Zuumxpáxriç xúj èx[ 
aòxòv napà xoO AtuOoO Aaígovoç 
ß ApTToxpaxíujv Ndxupíuuvoç Eòòai|nov[íòi (?) 
dtp’ nç ô(peíX<e>i qpepvfiç èni xf) 8uTax[pi 
AtuGoç Aaígujv ó xai Eúòaípuiv Ev[ 
àiTÒ Maxeòóviuv ibç (èxôiv) Ey oúX(f)) Yaaxpox(viipíg) òe- 
[Hig .... 
Aeíoç Mápuivoç ‘Hpaiòi x^ xai Z[e]pa7To0xi [ 
— aúxf|v Trapà xoO] 
*- vgl. oben S. 413 und 406.
	        
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