Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil IV. Girobanknotariat. 
toren der Lehen-Rechenkammer), an die Staatsnotare Gruß zuvor. 
Diogenes, Sohn des Ptolemaios, hat ein Lehen durch Abtretung er 
halten von Tapotamon, Tochter des Ptolemaios, Enkelin des Kolylis, 
handelnd mit ihrem Frauenvormunde, ihrem Tochtersohne Plut- 
archos, Sohne des Plutarchos, Enkel des Plutarchos. Die Abtretung 
geschah kraft Übereinkunft vom heutigen Tage und bezieht sich 
auf das ihr gehörige, in der Gemarkung des Dorfes Korobis be- 
legene, einen Teil des ehemaligen Großlehens des Menoitios bildende 
Katökengrundstück. Dieses Grundstück ist Weizenland und be 
findet sich in besäbarem Zustande. Sein Umfang beträgt in recht 
winkeliger Abmessung IV2 Vs Via Arure. Somit machen wir euch 
diese Mitteilung, damit ihr Bescheid wisset. Gehabt euch wohl ! Im 
Jahre 14 des Imperator Caesar Domitianus Augustus Germanicus, 
am 6. Schalttage des Monats Kaisareios (29. August n. Chr.). 
(Hand 2) Ich Heraklas bescheinige hiermit die Richtigkeit. Das 
Lehen ist IV2 Vs V12 Arure groß, schreibe IV2 Vs V12. Datum 
wie oben.“ 
Die Katöken-Rechenkammer teilt hier dem Staatsnotariate zu 
Oxyrhynchos mit, daß ein gewisser Diogenes auf Grund einer Ab 
tretung seitens der Frau Tapotamon Besitzer eines Katökenlehens 
geworden ist. Das Lehen wird nach Lage, Größe, Beschaffenheit 
genau beschrieben. Die Höhe der Abfindungssumme aber fehlt. 
Das ist auch natürlich, weil die Rechenkammer damit nichts zu 
schaffen hat. 
Bedeutungsvoll sind die Worte: TrapaKexujpTipévou kuG’ ópo- 
(XoTÍav) TeTovoîav rf) èveaidjcrr) ppépa. Darnach hat also die 
TTapaxújpilcriÇ zu der Zeit, da dieses Anschreiben an das Notariat 
gerichtet wird, bereits stattgefunden, und zwar kraft einer 
Homologie. Das kann unmöglich diejenige Homologie sein, von 
der wir oben die drei Beispiele CPR. 1, BGU. 906 und 666 kennen 
gelernt haben. Dort kamen wir zu der Auffassung, daß jene Homo 
logien nach der pereTTiYpacpn aufgesetzt wurden. Hier aber ist 
die Homologie unzweifelhaft vor der peTeiriTpacpp aufgesetzt worden. 
Wir haben offenbar zwei verschiedene Arten von Homologien 
vor uns: die eine Homologie — Urkunde I — bezweckt die 
Herbeiführung der peTeTriTpaqpri, die andere Homologie — 
Urkunde H — füllt diejenige Stelle aus, die bei reinem Privat 
lande vom Kaufverträge ausgefüllt wird. Die Urkunde I dient der 
‘ Die Staatsnotare bilden ein Kollegium (vgl. oben S. 273).
	        
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