Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil I. Staatsspeicher, Staatskassen und Banken. 
Die Freigabe des Bankbetriebes durch die Körner geht auch 
daraus hervor, daß in den ersten Zeiten der römischen Herr 
schaft die Banken öfter das Beiwort ibiujiikh tragen. Dieses Bei 
wort ist nicht so aufzufassen, als ob die übrigen Banken nicht 
ebenfalls íòiouTiKaí wären; vielmehr steckt in dem ibimriKn der be 
wußt zum Ausdruck kommende Gegensatz zu dem, was staatlich 
ist, mit dem Nebengedanken, daß bis vor kurzem die Banken über 
haupt nicht ibiujTiKai sein durften. 
Die ibiujTiKf) ipÚTreCa ist bezeugt; 
1. für Hermupolis: 6 v. Chr.^; 44 n. Ghr.^; 42 n. Ohr.^ 
2. für Oxyrhynchos: 20 n. Chr.^ 
3. für Apollinopolis parva (Heptakomia)(?): 98 n.Ohr.durch 
einen unveröffentlichten Bremer Papyrus (Mitteilung von Wilcken). 
Auch der Ausdruck KoXkußicTTiKfi ipárreZia findet sich erst 
seit dem Beginne der römischen Zeit; er ist bezeugt: 
1. für Alexandreia: 13 v. Chr.“ 
2. für Arsinoe: 83/84 n. Chr.®; 143 n. G hr. ^ 
3. für Antinoupolis : 180—192 n. Ghr.^ 
Das Beiwort KoWußiöTiKfi hat an sich keinen besonderen 
Wert®, was auch daraus hervorgeht, daß eine und dieselbe Bank 
bald KoXXußicTTiKn rpáneZa Tapeiuuv^®, bald nur rpáneZa Tageiinv 
genannt wird (vgl. S. 27 ff.). KoXXußicTTiKn bedeutet lediglich, daß 
sich die Bank mit Geldwechseln ^ ' beschäftigt. 
Eine xpniLiaTi(TTiKn rpÚTreCa ist 212 n. Ghr. für Antinou 
polis bezeugt (P. Lond. III S. 157 Nr. 1164, 4 u. ö.). Das Beiwort 
XpriMaTicrxiKii deutet die notarielle Tätigkeit der Bank an. 
Die nachfolgenden Listen der Privatbanken erstrecken sich 
nur auf das 1. und 2. Jahrhundert. Für die Zwecke des Girowesens 
wird das ausreichen. Die Staatsbanken (Abschn. 5) sind in die 
Listen nicht aufgenommen worden. 
‘ P. Lond. III S. 168 Nr. 890. Die Urkunde stammt nicht aus Arsinoe, 
sondern, ausweislich des Schlagwortes ¿TrriKo\oO0riKa, aus Hermupolis. 
* P. Lond. III S. 137 Nr. 1168, 21. 
3 P. Lond. III S. 105 Nr. 1166, 9. “ P. Oxy. II 305. 
» BGU. 1053,16 ; vgl. Schubart, Archiv V S. 35. « CPR. 1, 13. 
^ BGU. 741,10. Schubart, Archiv V S. 55 Anm. 4, hält es für wahrschein 
lich, daß die in diesem Papyrus (Z. lOj erwähnte KoXXußiariKn rpáiteZa nicht 
nach Arsinoe, sondern nach Alexandreia gehört. 
* P. Straßb. I 34, 7. » P. Straßb. I 34 Einl. S. 122. CPR. 1, 13. 
“ vgl. für die ptolemäische Zeit P. Rev. Laws 73, 3: [djnojißiKÜv xpd- 
■rreZiav (Ergänzung von Wilcken).
	        
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