Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil I. Staatsspeicher, Staatskassen und Banken. 
Noch spärlicher fließen die Quellen für die Banken in den 
Dörfern. Meines Wissens sind solche Banken nur für Dionysias 
imFaijum bezeugt, vielleicht auch noch für Karanis. Für Dionysias 
aber bringen die Urkunden den Beweis, daß dort zwei Banken 
gleichzeitig bestanden. Es wird kaum daran zu zweifeln sein, daß 
auch in vielen anderen Dörfern des Faijum, ebenso wie in Dörfern 
anderer Gaue, Banken vorhanden waren. 
Liste F. Die Banken in den Dörfern. 
Lfde. 
Nr. 
Jahr. 
Beleg. 
Bankfirma. 
1 
2 
3 
4 
5 
131 
134 
134 
150 
136 
BGU. 70 
P. Lond. III S. 170 
Nr. 907,10 
P. Lond. III S. 170 
Nr. 907, 4 
BGU. 468, 3 
P. Lond. II S. 118 
Nr. 255,19 
f] TTaXapi'i&ouç toO ’Ovvibqppeiuç xpÓTreZa 
Aiovuaidboç 
xpdueZa Aiovuoidboç TTaXapri&ouç xoO 
’Ovvvbqppioç 
f] Xaipi^povoç Kol pexóxujv xpdueZa A i o- 
[vo]ôid[b]oç 
TTaXapjíbouç Kai pexóxujv xpduela 
Aiovuaidboç 
h xpdueZa (in Karanis?)* 
Ein Bankhalter (rpaneZÍTriç) mußte vermögend* sein, um 
die Betriebsmittel hergeben zu können. Daher finden wir Leute 
als Bankhalter, die ein an reichen Besitz geknüpftes liturgisches 
Amt bekleideten, z. B. CPR. 15, 4 (149 n. Chr.): òià Tfjç Aiòúpou 
KCKoaprjTeuKÓTOç ipaTréZtiç. 
Abschnitt 7. 
Der Begriff ipáiteZia. 
Aus den vorbehandelten Abschnitten geht hervor, daß der 
Begriff rpÚTieZa eine verschiedenartige Bedeutung hat, je nach der 
Stellung, die die ipdueZa einnimmt. Es ist eigentümlich, daß die 
griechische Sprache den Fortschritten des Wirtschaftslebens nicht 
gefolgt ist, um für die verschiedenen Arten der ipáneía verschiedene 
Benennungen zu prägen; für uns erwachsen daraus vielfach große 
* vgl. oben S, 15. 
* Über die Vermögenslage der Direktoren der Staatskasse siehe S. 19.
	        
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