Metadata : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Die  gewerblichen  Zustände  im  i8.  Jahrhundert.

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jungen  Meister  beim  Beginne  seines  Geschäfts  vielfach  in
Schulden,  aus  denen  er  sich  bei  ungenügendem  Verdienste  nur
^^ngsam,  oft  wohl  gar  nicht  herausarbeitete.  Daher  offenbart  sich
den  Handwerkern  unverhüllt  die  Selbstsucht,  die  Jeden,  dessen
Ansprüche  auf  den  betreffenden  Erwerb  nicht  in  derselben  Weise
die  der  Amtsmeister  begründet  erscheinen,  fernzuhalten  sich
*^^niüht  und  sogar  zum  Kriege  der  verschiedenen  Ämter  gegen
einander  über  streitige  Arbeitsbefugnisse  führt.  Ein  Beispiel  mag
^iese  Verhältnisse  charakterisiren.
Es  wurde  schon  erwähnt,  dass  die  deutschen  Leineweber  sich
^765  von  dem  Amte  der  Weber,  das  auf  diese  Weise  zu  einem
^^^11  Undeutschen  wurde,  trennte.  Fünf  Meister  gründeten  ein  neues
dessen  Ordnung  in  einem  Schrägen  von  102  Artikeln  bestand,
'^ährend  für  die  gewiss  auch  nicht  zahlreiche  Gesellenschaft  eine
^^oliß  lind  Schraagen,  nach  ivelchen  sowohl  die  Äieistern  gege^i
Geselleu  als  atich  die  Gesellest  gegen  die  Meistern  und  gegenander
  sich  zu  verhalten  und  zu  richteti  haben  sollen^  von
^  Artikeln  als  ausreichend  erachtet  wurde.  Schon  zwei  Jahre  später
l^^cht  das  deutsche  Amt  —  am  29.  März  iy6y  —  beim  Rathe  das
^such  ein  das  „einheimische  Weberamt“  aufzuheben,  „weil  solches
^^t  viele  Bauren  annimmt,  die  nicht  mal  ihrer  Schrägen  gemäss
^^^rjjet  noch  viel  weniger  unsere,  daher  wir  sie  nicht  anders  als
^^chere  erkennen  können“.  Die  deutschen  Meister  klagen,  wie
^hwer  es  ihnen  falle  sich  zu  ernähren  und  die  bürgerlichen  Lasten
^  ^cagen.  Die  Übersetzer,  Fischer,  Wracker  und  andere  Undeutsche
^^chten  ihnen  grosse  Konkurrenz  und  ernährten  sich  reichlich  von
Handtierung.  Der  Adel  verstärke  diesen  Wettbewerb,  indem
Y  von  seinen  Erbbauern  angefertigte  Waare  nach  Riga  zum
^^kauf  sende,  sowie  auch  die  Polen  durch  Import  von  Leinwand
^  Eonkurrenten  aufträten.  Beides  wünschten  sie  untersagt  und
^.^chten  schliesslich,  „wenn  künftig  durch  obige  nützliche  Ver-^^^rung
  unser  Amt  angewachsen  und  stärker  iverden  sollte  ,  um
j,  ^  Erlaubniss  zur  Eröffnung  einer  Leinwandbude  nach,  in  der  sie
Waare  feilbieten  könnten.  Um  diese  dann  eine  gehörige
^;:'ksamkeit  entfalten  zu  lassen,  müsste  die  Einfuhr  ausländischer
und  Züchner-Arbeit  ganz  verboten  werden.
Vielleicht  lagen  bei  den  anderen  Ämtern  die  Zustände  nicht
so  schlimm  oder  that  sich  das  Verlangen  nach  Ausschluss
Konkurrenz  nicht  so  grell  wie  hier  kund.  Unter  der  gewerb-Thätigkeit,
  die  der  Adel  durch  seine  Erbbauern  auf  seinen
            
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