Full text : Schragen der Gilden und Aemter der Stadt Riga bis 1621

Die  gewerblichen  Zustände  im  i8.  Jahrhundert.

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Unterrichtet.  Dorpat  macht  im  Ganzen  während  des  vorigen  Jahrhunderts ­
  den  Eindruck  einer  zurückbleibenden  Stadt.  Gegen  den
"Ausgang  der  zwanziger  Jahre  starb  das  Geschlecht  der  Männer
die  den  Wiederaufbau  der  Stadt  in’s  Werk  gesetzt  hatten,
l^nd  in  den  nun  folgenden  Jahrzehnten  herrschte  bei  bitterer  Armuth
(^ler  Bevölkerung  nur  der  eine  egoistische  Gedanke  vor,  wie
sich  der  Konkurrenz  erwehrend,  sich  die  „bürgerliche  Nahrung“
^"geschmälert  erhalten  könne.  Kleinliche  Händel  und  Eifersüchteleien ­
  machen  sich  in  allen  Kreisen  der  Gesellschaft  geltend,
^•"gends  findet  sich  auch  nur  bei  den  leitenden  Personen  im  Stadt-^egimente
  eine  Spur  von  Verständniss  für  die  wahre  Lage  und  die
Wirklichen  Bedürfnisse  des  Landes.  Wenn  sich  noch  Geld  in  der
^Wtkasse  befindet,  so  wird  es  für  Bestätigung  von  Privilegien
Processe  verausgabt*.  Eine  Feuersbrunst,  die  1763  über  die
^^dt  hereinbrach,  vernichtete  die  Keime  eines  eben  sich  regenden
^hlstandes,  und  so  weist  die  Stadt  1765  nur  400,  1769  nicht  mehr
570  Häuser  auf,  unter  welchen  152  am  nördlichen  Embachufer,
^40  Hütten  der  Vorstädte  waren.  Die  in  diesen  lebende  Bevöl-^
  ^rung  belief  sich  auf  3cxxj,  1774  angeblich  3300  Einwohner.  So
^"gsam  wuchs  die  Stadt,  dass  zwischen  1719  und  1782  in  der
grossen  Gilde  nur  2^8,  in  der  kleinen  Gilde  415  Bürger  Aufnahme
fanden  2.
.  dieser  Sachlage  ist  es  bemerkenswerth,  dass  das  gewerb-Leben
  nicht  völlig  rostete,  sondern  neue  Ämter  entstanden
die  vorhandenen  sich  ihre  Privilegien  bestätigen  Hessen.  Ohne
i^de  Gewähr,  dass  das  nachstehende  Verzeichniss  ein  vollständiges
da  eine  die  Schölersche  Sammlung  ergänzende  Quelle  uns  nicht
^kannt  ist,  sei  hier  mitgetheilt,  von  welchen  im  Laufe  des  vorigen
^^"hunderts,  wie  es  scheint,  neu  errichteten  Ämtern  sich  die
^^"ägen  erhalten  haben.  Es  sind:
die  Sattler  1732;
„  teutschen  Weber  1733;
„  Töpfer  1730;
M  Huf-,  Grob-  und  Waffenschmiede  17545
w  Drechsler  1760;
M  Maler  1768  ;
deutschen  Maurer  1768  ;
2  Rckardt,  a.  a.  O.  S.  163,  179.
^ckardt,  a.  a.  O.  S.  513-
            
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