30 Zweites Kapitel. Das Problem des Endes als fundamentale Aufgabe usw.
tiv, jedenfalls aber ohnmächtig zur Lösung des Rätsels. Zu
weilen wieder scheint dasselbe Problem im Gegenteil zu ein
fach und oberflächlich gestellt, um eine wirkliche Einsicht in
das Wesen des Geldes zu liefern — was auf dasselbe hinaus
kommt. Als bloße Werkzeuge des Denkens, als Hilfsvor
stellungen mögen beide Thesen eine relative Berechtigung
besitzen: Zur Lösung der Frage nach dem Wesen des Gel
des sind beide unzureichend, ja sie zeigen, wie unser elemen
tares wirtschaftliches Denken hier schließlich irre führt und
mit sich selbst in Widerspruch gerät 1 .
Im folgenden Kapitel soll das Verhältnis der verschie
denen Theorien vom Gelde zu unserem »Problem des Endes«
bestimmt werden.
1 Unsere Antinomien stellen den Widerstreit des wirtschaftlichen
Denkens dar. Dies ist festzuhalten. Ob ein Einlösungsversprechen beim
Oelde vorliegt, das privatrechtliche oder öffentlichrechtliche Bedeutung be
sitzt, ist dem Nationalökonomen gleichgültig. Es ist bekannt, wie wenig sich
ein Staat an solche Einlösungsversprechen kehrt. Er suspendiert die
metallische Einlösung, solange es ihm paßt, allen bestehenden Gesetzen
zum Trotz, die er auch nach Belieben ändert. Im vorstehenden ist nur
daran gedacht, daß unser wirtschaftliches Denken und Vorstellen eine-Ein
lösung im weitesten Sinne verlangen kann. Ebensowenig wie die juristischen
Verpflichtungen wird die Frage diskutiert, ob der Staat wirtschaftlich tat
sächlich die Macht haben wird, sein Geld einzulösen.