Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

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ausgedehnte  und  bergige  Lage  der  Stadt  Barmen  eine  ftarke  Dezentralifation
  der  Stadtküchen  erheifcht,  dennoch  keine  Erfparnis  erzielen,  da  einmal
die  Anlagekoften  einer  großen  Zentralküche  ganz  enorm  |ind  und  zum
andern  der  Transport,  für  welchen  Gefpanne  nicht  zu  haben  find,  fowie
das  nötige  Aufwärmen  der  Speifen  in  den  einzelnen  Ausgabeftellen,  ganz
erheblidie  Aufwendungen  erfordern  würde.  Befondere  Aufmerkfamkeit
wird  der  rationellften  Verwertung  der  in  den  Kriegsküchen  entftehenden
Abfälle  gewidmet.
Entwertung  der  Lebensmittelkarten.
Bei  der  engbegrenzten  Menge  an  Lebensmitteln,  welche  für  die  Volksernährung ­
  verfügbar  find,  follen  und  können  die  Kriegsküchen  ihren  Befuchern,
  gegenüber  den  übrigen  Einwohnern,  ein  Mehr  an  Nahrung  nicht
gewähren.  Die  [parfame  und  geregelte  Verwendung  der  rationierten
Waren  i|t  ein  dringendes  Gebot,  ja  ein  Frage  des  Dafeins.  Daraus  ergibt
(ich  die  Notwendigkeit,  diefelben  auf  die  den  Küchenbefuchern  nach  den
Lebensmittelkarten  zuftehenden  Wochenmengen  anzurechnen.  Es  darf
heute  niemand  an  2  Tifchen  Ga|t  fein:  in  den  Kriegsküchen  und  im  eigenen
Haufe.
Die  Anrechnung  erfolgt  in  mäßigen  Grenzen  im  Anfchluf?  an  das  örtliche ­
  Kartenfyftem,  durch  Abtrennung  von  7  Nummern  der  Reidisfleifchkarte
  (3  Nummern  für  Wurft,  fowie  die  ganze  billigere  Gemeindefleifchkarte
  bleiben  den  Küchenbefuchern  für  die  Abend-  und  Sonntagsbeköftigung
erhalten),  fowie  von  3  Tagesmengen  auf  die  Kartoflfelharte.  Bei  Familienkarten ­
  für  mehrere  Portionen  erfolgt  die  Kürzung  nach  einer  Staffeltabelle.
Für  Perfonen,  die  nur  5  Tage  der  Woche  in  den  Kriegsküchen  e|fen,  tritt
Kürzung  von  2  Tagesmengen  ein.  In  den  verabreichten  Speifen  find
minde|tens  diejenigen  Fleifdh-  und  Kartoffelmengen  tatfächlidi  enthalten,
deren  Anrechnung  der  Teilnehmer  (Ich  gefallen  laffen  muf.
A  ndere  Sp  e  isungseinrichtungen.
Im  Herbft  1914  waren  noch  3  Garkücßen  in  Betrieb:  in  der  Gefellfchaft
Union,  der  Gefellfchaft  Kunft  und  Gewerbe,  fowie  in  der  Gefchäftsftelle
des  Nationalen  Frauendienftes  (Cafe  Fuchs),  in  welchen  Angehörige  des
Mittelftandes  an  Ort  und  Stelle  gegen  Bezahlung  von  30,  fpäter  40  Pfg.
pro  Portion  fpeifen  konnten.  Die  Garküchen  in  der  Union  und  Kunft  und
Gewerbe  erhielten  keinen  Zufchuf?  feitens  der  Wohlfahrtzentrale;  der  Fehlbetrag ­
  wurde  hochherzigerweife  durdi  die  betreffenden  Gefellfchaften  gedeckt.
            
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