Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

Organisation
Um  der  Ausstellung  von  vornherein  einen  möglichft  ftarken  Befuch,
auch  aus  der  Umgegend,  zu  fichern,  wurde  diefelbe  einem  großen  Ehren-Ausfchuß,
  beftehend  aus  Vertretern  der  Spitzen  der  rheinifch-weftfälifchen
Staats-  und  Gemeindebehörden,  der  Militärverwaltung,  der  wiflenfchaftlichen
  und  induftriellen  Kreife  unterteilt.  Der  Propaganda  diente  ein  von
Profe|Jor  Bornemann  entworfenes,  auf  den  Bahnhöfen, ­
  in  den  Eifenbahnzügen  und  Straßenbahnwagen
ausgehängtes  Plahat  und  eine  denselben  nachgebildete,
durch  die  Barmer  Gefchäftswelt  im  auswärtigen  Briefverkehr ­
  benutzte  Reklamemarke,  die  Verbreitung  von
Ausftellungsprofpekten  und  illuftrierten  Poftkarten.  Für
die  umfa|Jende  Verforgung  der  Orts-  und  Provinzialpre|fe
  mit  täglichen  Ausftellungsberichten  wurde  für  die
Dauer  der  Ausftellung  ein  mit  derselben  durchaus  vertrauter ­
  Literat  verpflichtet  und  dem  gleichen  Herrn  auch
die  Abhaltung  von  Werbevorträgen  in  den  Nachbarftädten
  übertragen.  Befondere  Sorgfalt,  wurde  der
Ausarbeitung  des  Spezial-Kataloges  gewidmet,  während  für  die  perfönlidi
eingehende  Erklärung  aller  einzelnen  Gegenftände  in  den  verfchiedenen
Ausftellungsabteilungen,  die  ehrenamtliche  Mitarbeit  von  mehreren  100  Mitgliedern ­
  des  Nationalen  Frauendienftes  gewonnen  wurde.  Gerade  diefe
Einführung  durch  vorher  eingehend  unterwiefene  Persönlichkeiten  in  das
Wefen  der  Verwundeten-  und  Kriegsbefchädigten-Fürforge  verlieh  der  Ausftellung ­
  den  Wert  belehrender  Anregung.  Die  Damen  trugen  einheitliche
Pflegerinnen  Tracht.
lieber  die  wi(fenfchaftliche  Bedeutung  der  Barmer  Ausftellung  fchrieb
Dr.  med.  A.  Hartkopf  in  der  Kölnifchen  Zeitung:
Wer  auf  dem  Felde  der  Ehre  ftirbt,  wer,  wohl  gar  im  fiegreichen  Sfurm  mit  einem  jauchzenden ­
  Hurra  auf  den  Lippen  von  dem  tödlichen  Blei  getroffen  auf  den  Plan  finkt,  der  hat  mit  feinem
Tode  dem  Vaterlande  noch  lange  nicht  das  fchwerfte  Opfer  gebracht.  Viel  trauriger  geftaltet  fich
oft  das  Los  des  Schwerverwundeten,  den  ein  monatelanges,  feine  körperliche  und  feelifche  Widerflandsfähigkeit
  auf  die  härtefle  Probe  Bellendes  Leiden  an  das  Krankenlager  feffelt,  und  der  vielleicht
während  dierer  ganzen  Zeit  überdies  noch  von  einer  nur  zu  berechtigten  Sorge  um  Tein  ferneres
wirtfchaftliches  Dafein  verzehrt  wird.  Das  Krüppelelend,  das  den  älteren  von  uns  in  der  typifchen
Gehalt  des  haufierenden  oder  drehorgelfpielenden  Invaliden  noch  lebhaft  vor  Augen  fleht,  ift  allezeit ­
  eine  der  traurigfien  Folgeerfcheinungen  der  Kriege  gewefen.  Auch  für  diefe  unglückfeligen
Einarme  und  Stelzbeine,  die  ehedem  fich  und  dem  Staate  zur  Lafl  ein  trauriges  Dafein  führten,
bedeutet  der  gegenwärtige  Weltkrieg  den  Beginn  einer  neuen,  verheißungsvollen  Zeit,  die  fich
ihrer  heiligen  Pflichten  gegen  die  Kriegsinvaliden  beffer  als  frühere  Generationen  bewußt  iß.  Taufend
anflellige  Köpfe  und  mildtätige  Hände  find  an  der  Arbeit,  den  Verwundeten,  wie  auch  den  Kranken

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Ausflellungs-Reklamemarke.


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