Full text : Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

aus  ihm  die  Klarheit  zu  gewinnen,  da|?  congenial  der  SelbftaufOpferung  unferer
heldenmütigen  Truppen,  auch  für  uns  Daheimgebliebene  das  Recht  des
Einzelnen  zurücktreten  muf?  hinter  die  (taatliche  Pflichterfüllung.  Allein  in
diefem  Geifte  wird  auch  auf  dem  Gebiete  gemeinnübiger  Wohlfahrtspflege
der  Niederfchlag  der  Gegenwart  Werte  der  Zukunft  fchajfen.
Noch  freilich  fehlt  uns  das  Ma(?,  was  dauernd  Wert  haben  wird,  dafür
ift  die  Luft  zu  voll  von  zu  vielen  Gedanken.  Um  deshalb,  was  (ich  neu
formt,  zur  Vollendung  führen  zu  können,  darf  im  Denkfyftem  aller  Fürforgema^nahmen,
  foll  deren  Rechnung  nicht  über  den  Haufen  geworfen  werden,
nicht  das  Ideal  griechifcher  Lebensweisheit,  die  Befonnenßeit  fehlen:  erft
wi|Jen,  dann  meinen,  aus  Prüfungen  praktifche  Schlü|]e  ziehen,  verwickelten
Verhältni|fen  mit  der  Schärfe  des  Geiftes  begegnen,  freigebig  fein,  ohne  fich
zu  erfdiöpfen.
Trob  aller  Beweglichkeit  und  Unerfchöpflichkeit  des  Geiftes  verliert
aber  gerade  in  ethifchen  Dingen  der  temperierende  Verftand  feine  Macht
vor  der  höheren  Potenz  feelifchen  Impulfes.  Erft  wenn  die  dem  Seelenleben ­
  abgelaufchten  Akkorde  die  Kon  (tan  te  der  Gefinnung  und  den
Rhytmus  geiftigen  Schaffens  zur  finnvollen  Melodie  der  Herzensbildung
erheben,  wird  ein  himmlifcher  Genius  uns  die  Pforte  zum  Heiligtum  allein
echter  fozialer  Kenntnisquelle  fprengen.
Befeelt  darum  von  folch'  unüberwindlicher  Kraft  des  das  Leben  über
den  Strom  der  Zeit  erhebenden  Gemütes,  dabei  feftgewurzelt  in  der  kernigen,
zähen  Standhaftigkeit  unferer  Vorfahren,  möge  die  Wohlfahrtzentrale  der
Stadt  Barmen,  folange  es  ihr  vergönnt  ift,  dem  Vaterlande  und  der  Vaterftadt
  zu  dienen,  ausharren  und  durchhalten  in  dem  Zeichen:
„Unter  uns  die  alte  deutfche  Erde,
Ueber  uns  der  alte  Gott!“
            
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