Full text: Wohlfahrtzentrale der Stadt Barmen

und blieb nur noch ein doppelter Weg, nämlich, da(i (ich entweder die 
Firmen unter Befürwortung der Barmer Handelskammer direkt mit den 
Militärverwaltungen wegen Erlangung von Aufträgen in Verbindung festen 
oder aber, daf? die Firmen an die Wohlfahrtzentrale lieferten und von 
letzterer nach Abnahme der Waren durch die Militärverwaltung ihre 
Bezahlung erhielten. Die Wohlfahrtzentrale beredinete für derartig bahn- 
mäftig verpackte, frei Station Barmen, gelieferte Aufträge lediglidi einen ge 
ringen Auffchlag zur Deckung der entftandenen Spefen. 
Um jedes Rifiko der Wohlfahrtzentrale bei den Vermittlungsgefchäften 
auszufchalten, hatten die Lieferanten ihre Ware mit einer beftimmten Gegen 
nummer zu verfehen, welche es bei etwaigen Beanftandungen der Militär 
verwaltung ermöglidite, jederzeit den Urfprung der Ware zu ermitteln. 
Da die Zahlung erft nadi Abnahme der Militärverwaltung erfolgte, war die 
Verantwortung nidit der Wohlfahrtzentrale, fondern dem Lieferanten über 
laden. Es gelang denn audi der Wohlfahrtzentrale, größere Lieferungen 
zu erlangen, welche namentlich den befonders darniederliegenden Induftrien 
wie Klaviatur- und Spulenfabriken, Inhabern von Kurbelmafdiinen u(w- 
Aufträge zuführten. Es wurden geliefert: 
69 Paar Steigbügel, 55457 Paar Hofenträger, 15700 Tränkeimer (aus 
Stoff), 6000 Feldflafchenbegurtungen, '70 000 Paar Schnürriemen, 5 700 
Striegel, 5000 Kardätfchen, 54500 Säbeltroddeln, 25400 Helmbefchläge, 
36 200 Splinte, 5 000 Helmbezüge, 16 300 Futterfäcke, 7150 Wa|fertragefäcke, 
76 255 Paar Sdiulterklappen, 38 500 Mübenverdeckungsbänder, 1910 Futterale 
für Aexte, Beile, Hacken etc. 300 kleine Spaten, 1100 Beile mit Leder 
futteral, 1000 Halfterketten, 100 Hufftempel, 200 Schraubenfchlüffel, 900 
Hämmer, 534476 Halsbinden, 82000 Meter Borte für Unteroffiziere etc. 
13000 Meter Landfturmband, 20000 Meter Strippenband, 600 Meter Scheuer- 
tudi, 26 000 Meter Zeltbahnftoff, 112233 Zeltbahnen, 136 500 Zeltzubehör- 
beutel, 153170 Brotbeutel, 74 000 Zeltpflöche. 
Für mehrere Textilbetriebe vermittelte die Wohlfahrtzentrale Aufträge- 
durdi weldie eine Befchäftigung der vorhandenen Drehbänke mit dem Ab 
drehen von Granaten ermöglidit wurde. 
Die vorgenannte Vermittlungstätigkeit der Wohlfahrtzentrale wurde in- 
de|fen im Herbft 1915 einge|tellt,nadidem fidi die Vergebung von Arbeiten nur 
auf eigene Verantwortung der Wohlfahrtzentrale erforderlich gemacht hatte. 
Zur Linderung der Arbeitsnot war die Wohlfahrtzentrale audi beftrebt, 
den Barmer Handwerkern Aufträge der Heeresverwaltung zuzuführen. Vor 
allem gelang folches für das Sattlergewerbe, weldies auf Veranlaffung der
	        
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