In den Jahren 1915/1916 wurde der Sammelraum von Herrn Hecking
freundlichft koftenlos überla|]en. Derfelbe eignete [ich fowohl wegen feiner
Lage im Mittelpunkt der Stadt, faft ganz auf der Talfohle, fowie feiner
Größe und Luftigkeit halber, ganz befonders für den Zweck.
Mit Juni 1917 fiedelte die Sammelftelle nadi Bredderftraße 61 über. Im
Jahre 1916 gingen ein:
50 kg Hagebutten, 7770 kg Kirfdi- und Pflaumenfteine, 1025 kg
Eicheln, 520 kg Kaftanien, 975 kg Brenneffeln, 230 kg Heckenbeeren, 175
kg Kaffeefaß.
Die unverhältnismäßig geringe Menge von Eicheln und Kaftanien im
Jahre 1916 erklärt fich aus dem Halten von „Penfionsfdh weinen“, das völlige
Fehlen der Bucheckern aus einer gänzlichen Mißernte in hiefiger Gegend.
Hagebutten wurden 1916 fchon vielfach für Privathaushaltungen gefammelt,
kamen alfo wenig zur Ablieferung.
Auch für diefe befondere Sammlung galt es den Eifer der Jugend an
zuregen, zumal die Aufgabe keine ganz leichte i|t. Brenneffeln dürfen
nur ganz getrocknet und von den Blättern befreit abgeliefert werden.
Obftkerne müffen von anhaftendem Fruchtfleifch gereinigt und an Luft
und Sonne getrocknet fein. Audi die Wildfrüchte find zu trocknen. Beim
Trocknen des fämtlichen Sammelgutes ift häufiges Wenden und Durch-
fchaufeln notwendig.
Auf alle diefe Punkte werden die Kinder durch die in den Schulen
verteilten Merkblätter aufmerkfam gemacht. Als Lohn erhalten fie:
für Kerne von Steinobft 1 Pfund 7 Pfg.
„ Zitronen- und Apfelfinenkerne ... 1 „ 17 „
„ Brenneffeln (ganz trocken) .... 1 „ 3 „
„ Holunderbeeren (nur reife und frifchc) 1 „ 5 „
„ Hagebutten 1 „ 10 „
„ Heckenbeeren (abgeftielt) 1 „ 4 „
„ Kaftanien (ganz getrocknet) .... 1 „ 3 „
„ Eidieln 1 „ 3 „
„ Bucheckern 1 „ 15 „
„ Kürbiskerne 1 „ 7 „
Die Gutfdieine werden möglichft von Erwadifenen gegen bares Geld
eingelöft. Natürlich find unentgeldlidie Spenden befonders willkommen.