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und Macht, und mit verhaltenem Atem erwarten wir weitere Nachrichten von neuen
Fusionen, von grösseren Gebilden, von übertrumpfenden Schöpfungen. Und sehr viele
kommen gar nicht mehr zur Besinnung auf sich selbst. Die grossen Erwerbsmenschen,
die nur noch Erwerb sind und ihren Menschen ausgezogen haben, haben ihre
Vergangenheit verloren.
Diese Entwicklung, in welcher Technik und Grosskapital gewaltsam zusammengenietet
werden, liegt klar vor uns; wir sehen tagtäglich, wie ein Einzelbetrieb nach dem
andern verschwindet, wir sehen betäubt zu und lassen die Cyclopen walten. Diese Klugen
aber rufen uns zu, dreht euch nur um, ihr steht in der falschen Richtung, schaut
uns nicht an sondern die rote Masse!
Wir müssen denen, die vom Staatsbetrieb allein Hilfe doch erwarten, beweisen, dass
es auch ohne ihn gehen wird, und wir uns damit die unersetzliche persönliche Freiheit
und Freizügigkeit, unser Selbstbestimmungsrecht, unsere persönlichen Lebenswerte,
einzig und allein erhalten können. Aber beweisen müssen wir es, um auch überzeugen
zu können, denn viele Menschen haben den Glauben und das Vertrauen auf
diesen Weg verloren und verlieren müssen.
Die Parole muss daher heissen; Erhaltung der wirtschaftlichen Selbständigkeit
und damit der freien persönlichen Entwicklung und unserer persönlichen
Lebenswerte.
Die Verbindung von Bürgertum und Proletariat gegen den überspannten Grosskapitalismus
muss kommen, denn die proletarische Bewegung dürfte in Bezug auf den
Umfang an ihrer Höhe angelangt sein, während das Bürgertum durch die Riesengewalt
der kapitalistischen Wirtschaftsbewegung und seine lockenden Angebote schon
nahezu gelähmt ist und nur noch die Rolle des passiven Zuschauers oder willigen
Objektes spielt.
Hier aber gibt es nur einen Ausweg, eine Rettung, und das ist der gemeinsame
Rampf mit zwei Fahnen, die die Aufschrift tragen: Nationaler Kampf zur Erhaltung
der wirtschaftlichen Selbständigkeit und des Selbstbestimmungsrechtes und nationaler
Kampf gegen das Elend, für die Kinderfürsorge, gegen die Geissein des Proletariats, für
ein grosses deutsches freies Bürgertum. Aber mein lieber Leser, hören' Sie heute vielleicht
etwas von einem solchen grossen nationalen Kampf um die Erhaltung unserer
Freiheit? Die sozialen Reformen stehen im Ruhepunkt, die wirtschaftlich Selbständigen
werden überall aufgesaugt, der Orosskapitalismus ist an der Arbeit und bescheert uns
die Milliarden Lasten, das Grosskapital reisst immer umfangreicher Grund und Boden
rücksichtslos zur Spekulation an sich und macht den Bürger und Arbeiter zu seinem,
schwersten Tributzahler. Und der Bürger hilft mit. Er liefert den Grossbanken durch
die Depositenkassen sein Geld. Und diese machen es in Grossbetrieben und Qrundspekulationen
nutzbar die dem wirtschaftlich Selbständigen den Garaus machen. Mit
Blindheit geschlagen, hülft er selbst seinen schlimmsten Gegnern am Graben seines
eignen Grabes. Ist es wirklich zu begreifen?
Diesem Wüten um Besitz von Milliarden, um Macht seitens jener Männer, die
ihre grossen Kräfte unter einem psychologischen Druck des unbegrenzten Gelderwerbs
einseitig nutzbar machen unter Missachtung des unvergleichlichen Wertes,
den die persönliche Freiheit für ihre Mitmenschen bedeutet, muss Einhalt getan werden.
Wenn diese Feldmarschälle auf den wirtschaftlichen Schlachtfeldern ihre grossen Begabungen
und Kräfte unter das Zeichen der Menschheitsideale stellen wollten, wie
einst die Ritter auf den Kreuzzügen unter das Kreuz, wird es sicher gelingen, Organisationsformen
zu finden, die die Erhaltung der wirtschaftlichen Selbständigkeit ermöglichen.
Aber solange sich die Führer einzig von dem Satan Mammon leiten lassen, und
sie dafür noch ausgezeichnet werden, sind sie Gegner der Menschheit, werden sie zu
Feinden des Vaterlandes. Darüber täuschen auch die glänzenden technischen Leistungen
nicht hinweg, die wunderbaren Riesenbauten unserer industriellen Grossbetriebe, denn
die Menschen in ihnen sind unfrei, sind Hörige, die sich nicht auswirken können.
Diese Aufgabe führt zu dem Problem, wie erhalten wir die Fortschrittsarbeit unter den
heutigen Verhältnissen des hohen Standes der wissenschaftlichen Technik auch im
industriellen Mittel- und Kleinbetriebe, ein Problem, das später eingehend behandelt
wird. Und daran schliesst sich das weitere Problem, wie erhalten wir die Konkurrenzfähigkeit
unserer Mittelbetriebe auf dem Weltmarkt.
Die Führer unseres Wirtschaftslebens lösen heute so grosse und komplizierte Probleme,
dass mit Sicherheit anzunehmen ist, dass es auch gelingen muss, geeignete
Lösungen zu finden, um die Aufsaugung durch das Grosskapital zum Stillstand zu