nur der Gesellschaft zugute. Das Frachtgeschäft aber ist stabiler,
hört auch in Krisenzeiten nicht auf, ist mit weniger Unkosten be
lastet und wirkt auf das ganze Handelsleben der Stadt wohltuend
ein. Anfang der 8oer Jahre war der Lloyd noch sehr viel größer
als die Hamburg-Amerika-Linie, wie denn zu jener Zeit die Ge
samttonnage der bremischen Schiffe die der hamburgischen noch
übertraf. Daß seitdem diese unheilvolle Verschiebung stattgehabt
hat, daß im Jahre 1907 die Gesamttonnage der in Hamburg be
heimateten Schiffe 2 188700 Reg.-Tons betrug gegenüber den
nur 1 161000 Reg.-Tons Bremens, ist leider z. T. mit auf die auf
minderguter Geschäftspraxis beruhende Sorglosigkeit zurückzuführen,
mit der man in den leitenden bremischen Schiffahrtskreisen vor
ging. Wie ganz anders als der Lloyd steht, um offen zu sein, die
Hamburg-Amerika-Linie da, weil sie von Mitte der 80 er Jahre an,
wo Ballin an ihre Spitze trat, mit lückenloser Folgerichtigkeit das
Hauptgewicht auf den Frachten verkehr legte!
In den letzten Jahren — reichlich spät, da die Welt inzwischen
geteilt worden war und sich die Gegner in festen Stellungen be
finden — hat sich, aus bitteren Erfahrungen stammend, beim Lloyd
die Erkenntnis Bahn gebrochen, daß es so nicht weiter geht, daß
man mit allen Kräften das Frachtgeschäft heben muß. Von
Natur ist, um dies noch einmal zu wiederholen, die Hamburg-
Amerika-Linie begünstigter, weil sie Hamburg als Stützpunkt hat.
Für sie waren die Gütermengen zum großen Teil schon da, sie
brauchte sie nicht erst heranzuziehen. Beim Lloyd aber war und
ist dies eine Notwendigkeit. Anderthalb Jahrzehnte hindurch hat
er sie, zu Bremens und seinem eigenen Schaden, nicht erkannt,
bezw. nicht genügend gewürdigt. Erst in den letzten Jahren ist
offensichtlich ein Wechsel in den Anschauungen seiner Leiter ein
getreten. Denn nur so erklärt sich das Interesse, das er an der
Oberweserkorrektion nimmt, nur so seine vor einigen Jahren ein
setzende Gründertätigkeit.
Der Gedanke, der der letzteren zu Grunde liegt, ist zweifel
los richtig. Durch Einflußnahme auf exportfähige Fabriken sollten
den Schiffen Ladegüter zugeführt werden.
Dieses Bestreben des Lloyd, mehr Industrie nach Bremen zu
ziehen, ist oft rühmend hervorgehoben worden. Es hat gewiß seine
guten Seiten, und die mancherlei für die Allgemeinheit sich er
gebenden Folgen sind nicht zu verkennen. Aber doch wird man
sich die Frage vorlegen müssen, ob die Objekte, auf die sich diese
Tätigkeit richtete, die geeigneten waren oder sind. Leider wird