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für die Mitglieder der Berliner Abrechnungsstelle eine S ch e ck a u s -
t a u s ch st e l l e eröffnet. Sie bezweckte den kostenfreien Einzug von Schecks,
„die zwar außerhalb Berlins zahlbar sind, auf denen aber ein Mitglied
der Scheckaustauschstelle oder ein anderes Bankhaus, das mit einem Mit
glied der Scheckaustauschstelle in Geschäftsverbindung steht und durch
dieses vertreten wird, als Zahlstelle angegeben ist". Im Dezember 1930
ist diese Scheckaustauschstelle in die Berliner Abrechnungsstelle aufge
gangen, und die Verrechnungstechnik hat wesentliche Änderungen erfahren:
Schecks auf Banken und Geldinstitute außerhalb Berlins, auf denen ein
Mitglied der Berliner Abrechnungsstelle als Zahlstelle angegeben ist,
werden in einer der beiden Morgenzusammenkünfte zwischen den Mit
gliedern gegen Quittung ausgetauscht. Am 3. Werktage nach der Liefe
rung werden die erteilten Quittungen bei der Zusammenkunft um 9 Uhr
zwischen den Beteiligten, unter Vorbehalt des Eingangs der Scheckbeträge,
verrechnet. Nicht bezahlte Schecks müssen „innerhalb einer angemessenen
Zeit" im Original zurückgeliefert werden.
Die Gesamteinlieferung solcher Provinzschecks belief sich 1936 ans 95 207
(1913: 408404) Stück im Betrage von 41,3 (1913: 185,2) Millionen RM. Die
durchschnittliche Größe der zum Austausch eingelieferten Schecks betrug 434 RM.
Abrechnungsstellen gibt es heute in fast allen Kulturländern. Die Ver
einigten Staaten besitzen Abrechnungsstellen an mehr als 300 Plätzen.
Es wurden im Jahre 1936 verrechnet, in runden Summen:
In den deutschen Abrechnungsstellen .... 61,7 Milliarden RM
Im Londoner, Clearing-House 40,62 „ £
3n den Clearing-Häusern der Ver. Staaten . 326,8 „ $
Ü6er Clearingverträge im internationalen Verkehr s. den Abschnitt
Devisenbewirtschaftung.
2. Das Notengeschäft')
Historische Entwicklung
Hervorgegangen sind die Banknoten, wie schon erwähnt, aus den
Depositenscheinen der alten Girobanken, die dem Einzahler als Quittung
*) Schrifttum: Sven Helandcr, Theorie und Politik der Zentral
notenbanken. Jreiburg 1914. W. König, Streiflichter zur Theorie der Bank-
note. Wien 1909. K. von Lumm, Die Stellung der Notenbanken in der heutigen
Volkswirtschaft. Berlin 1909. Adolph Wagner, System der Zettelbankpolitik.