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Handels rechnen dürfen. Hoffentlich kann die dem Lloyd nahe
stehende Hamburg-Bremer Afrikalinie groß genug ausgebaut werden.
Australien. Der Wollimport aus diesem Erdteil ist noch
größerer Ausdehnung fähig. Daß Deutschland alljährlich große
Posten auf den Londoner Wollauktionen kauft, ist eigentlich wider
sinnig. Bei direkter Einfuhr kann der Zwischenhändlergewinn und
können die Kosten für Courtage, Lagerung, Versicherung, Fracht
differenz, Wiegen usw. gespart bezw. heimischen Firmen zugewendet
werden. Die Londoner Auktionen sind ein Überbleibsel aus der
Zeit der monopolistischen Vermittlerstellung Englands, und daß
sie sich bis heute gehalten haben, ist in erster Linie dem Gesetz
der Trägheit zuzuschreiben. Man könnte jedenfalls ganz gut ohne
sie auskommen.
Australien ist das Hauptwollproduktionsland der Erde. Es
produziert (nach Friedrich, Wirtschaftsgeographie; Leipzig, 1907;
S. 142) um etwa 1 / 8 mehr als Argentinien, etwa fünf Mal so viel
wie Britisch-Südafrika. Da Bremen gerade in Australien noch gut
im Geschäft sitzt, läßt sich speziell die australische Wolle als Mittel
benutzen, um die geschwächte Stellung Bremens im europäischen
Wollhandel wieder zu stärken. Daß auch diese Schwächung, dieses
Heruntersteigen von stolzer Höhe, erst im letzten Jahrzehnt, d. h.
seit Beendigung der Unterweserkorrektion, eingetreten ist, dafür
diene die folgende kleine Zusammenstellung als Beweis. Bremens
Gesamtwolleinfuhr betrug i. J. 1869: 34000 dz; 1880: löiooodz;
bis 1890 Verdreifachung auf rund x / 2 Million dz; 1895: 746000 dzl
und 1908, nach weiteren 13 Jahren, ein Rückgang um etwa 10 °/ 0
auf 675000 dz! Allerdings ist 1909 infolge großer direkter Einkäufe
in Australien (und Südamerika) durch ein kapitalkräftiges Kon
sortium wieder ein bemerkenswerter Aufschwung, auf 877000 dz,
zu verzeichnen. Im allgemeinen wird man allerdings sagen müsssen,
daß sich der Woll-Proprehandel immer mehr ins Binnenland zieht,
und daß auch in diesem Geschäftszweig der Zwischenhandel der
Seestädte allmählich ausgeschaltet werden dürfte.
Auch die Ausfuhr nach Australien läßt sich noch sehr
heben. Englands Konkurrenz kann auch hier durch die deutsche
Industrie ausgeschaltet w T erden. Aber was nutzt es uns, wenn es
in der Hauptsache durch Hamburgs Vermittlung geschieht? Bessere
Schiffsverbindungen als die Australlinien des Lloyd kann Bremen
sich doch gar nicht wünschen.
Europa. Eine Vergrößerung der Ausfuhr deutscher und
fremder Produkte ist sehr wohl möglich. Wenn es sich auch
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