hauptsächlich nur um die Verteilung überseeischer Erzeugnisse
handelt, bleibt doch eine wohltätige Rückwirkung nicht aus. Denn
wie ein Wachsen der direkten Überseeeinfuhr von Vorteil für
Bremen ist, weil sie ausländische Zwischenglieder ausschaltet
und dadurch die Aussicht auf Gewinn vergrößert, ist ein Wachsen
der Ausfuhr nach Europa zu begünstigen, weil sie den eigenen
Zwischenhandel einschaltet. Hierfür Vorschläge zu machen
fühle ich mich jedoch außer Stande.
Zwecks richtiger Würdigung der Verhältnisse will ich aber
nicht unterlassen darauf hinzuweisen, daß die unverkennbaren Be
strebungen weiter englischer Kreise, den britischen Kolonien gegen
überallen Auslandsreichen eine zollpolitische Bevorzugung angedeihen
zu lassen, jedenfalls zur Folge haben werden, daß die benachteiligten
Länder für manche Waren andere Bezugsquellen und Absatz
gebiete suchen müssen. Je mehr sich die Abschließungsbestrebungen
zu Tatsachen verdichten, in um so stärkerem Maße treten auch
die Abwehrmaßregeln in die Erscheinung. Denn wenn z. B.
die landwirtschaftliche Ausfuhr Dänemarks (Butter, Milch, Fleisch
usw.) nach England erschwert wird, so muß Dänemark mehr nach
Deutschland ausführen. Die gesteigerte Ausfuhr bedingt aber eine
größere Einfuhr aus Deutschland unter Ausschaltung Englands.
Tatsächlich ist schon jetzt ein besseres merkantiles Verhältnis
zwischen Deutschland und dem skandinavischen Norden, insbesondere
Dänemark, festzustellen.
t
4. Errichtung von Freihafenfabriken.
Noch auf andere Weise kann man dem Handel Bremens zu
Hilfe kommen.
Wie schon auf Seite 64 erwähnt, bedeutet die Hamburg zu
gestandene Zulassung von Fabrikbetrieben in seinem Zollaus
schlußgebiet eine schwere Schädigung Bremens. Wenn auch die
früheren Bemühungen Bremens um Erhalt der gleichen Ver
günstigung fehlschlugen, darf man sich dadurch doch nicht ent
mutigen lassen. Durch Hergabe unantastbaren Materials durch
die beteiligten Benachteiligten muß es möglich sein festzustellen,
in welchem Umfange bremische Interessen tatsächlich ge
schädigt worden sind. Mir fehlen die Unterlagen. Allein schon
wenn man die Reis- und Kaffeebearbeitungsindustrie vor Augen
hat, darf man wohl behaupten, daß sehr große Summen und
Interessen in Frage kommen. Nach Mitteilungen in der amt
lichen deutschen Statistik handelt es sich bei der Hamburger