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aufrüttelt. Das ist das A und O, das man immer wiederholen
muß, denn die besten Kräfte nützen nichts, wenn sie untätig
bleiben. Gerade darum halte ich es für unbedingt wünschenswert,
daß sich bald genügende Mittel finden, um die schon
vorhandenen Ansätze zu einem einheitlichen Bau zusammenzufügen.
Das Binnenland ist nicht eng genug mit dem Wesen des
Überseehandels verwachsen, um ihn ganz zu verstehen. Außerdem
scheint sich gerade jetzt, meist noch unbewußt, ein Wandel
in den nationalökonomischen Forschungen zu vollziehen insofern,
als die sog. historische Richtung ihren Höhepunkt überschritten
hat und am Baume der Wirtschaftswissenschaft ein neuer Ast
kräftig hervorzubrechen beginnt: die in der Gegenwart wurzelnde
Verkehrswissenschaft. Noch hat diese die Kinderschuhe nicht
abgestreift. Viele wichtige Probleme — das Seetarifwesen z. B. —
harren noch der Erforschung. Gerade da aber, wo die Warenmengen
aus dem nationalen Markte heraustreten, wo die internationalen
Fäden zusammenlaufen und in, der nationalen Beeinflussung
zugängliche, tausendfache Beziehungen zum inländischen
Leben und Verkehr treten; gerade da, wo die Außenwelt
dröhnend an die Pforte eines geschlossenen Flaushaltes pocht:
gerade da ist der beste Boden zum unmittelbaren, Erfolg verheißenden
Studium dieser Erscheinungen. Speziell die bremischen
Handelsverkehrsverhältnisse könnten einer genaueren und umfassenderen
Untersuchung unterzogen werden.
Die Handelshochschule müßte in erster Linie für die
Bremer selbst eingerichtet werden. Die Rücksichtnahme auf
auswärtige Besucher müßte dahinter zurücktreten. Denn wenn
das Institut eröffnet wird, geschieht es nicht so sehr um wissenschaftlicher
als um rein praktischer Zwecke willen. — Die Vorlesungen
könnten sich vielleicht erstrecken auf: die Jurisprudenz,
soweit sie für den Kaufmann in Betracht kommt, in Theorie und
Praxis (Prozeßrecht); fremdsprachliche Übungen in Seminaren;
kaufmännische und bankmäßige Berechnungen der verschiedensten
Art; Vorträge über den Handel in den verschiedensten Formen;
Handels- und Wirtschaftsgeographie; Verkehrswissenschaft; Nationalökonomie,
Finanzwissenschaft und Finanzpolitik — also ein Lehrplan,
einerseits enger, andererseits in seiner Beschränktheit ausgiebiger
und vielgestaltiger als der der bestehenden Handelshochschulen.
Die wichtigeren Vorlesungen müßten zeitlich so
gelegt werden, daß ihr Besuch den kaufmännischen Angestellten