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einfacher dahin: Innerhalb der nicht Kapitalgüter erzeugenden
Werkreife ist Genußreife vor Rohstoffreife. — Nach diesen
Überlegungen mögen folgende kurze Erläuterungen genügen.
7. Innerhalb -er werkreife ist Rapitalreife vor -er Reife
-er Genutzgüter.
Wenn wir nunmehr von der rein begrifflichen Behandlung
absehen, so gilt dieser Satz deswegen, weil die Verwendung
von Werkzeugen und Maschinen (Realkapital überhaupt)
1. meistens die Bedingung dafür ist, daß bestimmte Güter über
haupt hergestellt werden können. Man kann zwar Wasser mit
der hohlen Hand schöpfen, reifes Obst ohne Werkzeuge vom
Baume pflücken; aber weder Schuhe noch Kleider, weder
Häuser noch Geräte, noch die tausend und abertausend Nutz
gegenstände des dürftigsten Alltags können ohne Werkzeuge
(Realkapital) gemacht werden; 2. ist das Kapital die Be
dingung größerer Ergiebigkeit der Leistungen. Mit einem
Gefäß Wasser zu schöpfen oder durch eine Wasserleitung das
Wasser zu gewinnen, ist ergiebiger, als mit der hohlen Hand; mit
Leitern und Werkzeugen Obst zu pflücken, ist ergiebiger als mit
bloßen Händen usw. — Das Wesen des Kapitals ist darum
nicht eigentlich das, Produktions„umweg" zu sein (ein ohne
hin unglückliches Wort Böhm-Bawerks, da ein „Umweg" doch
immer etwas Unergiebiges, Mißglücktes bleibt), noch auch das,
„vorgetane Arbeit" zu sein (Ricardo), sondern das: eine höhere
Ganzheitsstufe im Leistungskörper der Wirtschaft zu sein als
die Genußleistungen, d. h.: eine Vorbedingung für die Mög
lichkeit jener unmittelbaren Leistungen zu sein, die zum Genuß
führen. Vom Eisenerz bis zum Schuhnagel sind lauter Lei
stungen vorhanden, die gerade Vorfahren der Genußleistung
(Benützung des Schuhnagels) sind; aber alle diese Leistungen
sind von der Kapitalverwendung begleitet; aber „begleitet"
nicht nur, sondern ermöglicht — und das heißt zuletzt noch