Full text: Bremens Warenhandel und seine Stellung in der Weltwirtschaft

machen, scheint mir die Errichtung öffentlicher Markthallen 
an verschiedenen Punkten der Stadt einem vorhandenen Bedürfnis 
entgegenzukommen. 
7- Mehr Reklame! 
Ein Kaufmann, der Geschäfte machen will, wird dies nur 
in den seltensten Fällen ohne Anwendung von Reklame können. 
Mutatis mutandis kann man diesen Satz auf Städte und ganze 
Reiche übertragen. Er gilt auch für Bremen. Es kann nur von 
Vorteil sein, immer und immer wieder durch Broschüren, die man 
durch die deutschen Konsulate oder sonstige geeignete Stellen 
im Auslande an die Interessenten kostenfrei und regelmäßig ver 
teilen lassen könnte, auf die Mustergiltigkeit der bremischen 
Häfen und auf die Eigenarten und spezifischen Vorzüge der 
bremischen Warenhandelseinrichtungen und -usancen hinzuweisen. 
Das Format muß handlich sein; voluminöse »Exporthandbücher« 
u. ä. sind zwecklos und werden erfahrungsgemäß fast nie be 
nutzt. Wir können hierin von Japan lernen, das zum Zwecke 
der Hebung seines Außenhandels alljährlich durch seine Konsuln 
in englischer, französischer und deutscher Sprache abgefaßte ein 
gehende statistische Mitteilungen über seine die fremdländische 
Kaufmannschaft interessierende Handels- und Finanzbewegung 
versenden läßt. Wenn Bremen dies in der notwendigen Be 
schränkung nachmacht, werden die Ausgaben dafür kein fort 
geworfenes Geld sein. 
Ich habe obiges ausgeführt, nicht weil ich der Meinung bin, 
daß eine solche Reklame viel Zweck hätte. Ich glaube nur, 
daß sie zu ihrem Teile etwas zur Besserung der Handelsverkehrs 
verhältnisse Bremens beitragen würde. Es muß eben eins zum 
andern kommen. So halte ich es z. B. auch für gut, wenn die 
Handelskammer sich in der Weise betätigte, daß sie dem Kauf 
mannskonvent oder engeren Interessentenkreisen öfter vertrau 
liche Mitteilungen über die Geschäftslage in bestimmten Waren 
und Auslandsgebieten machte. Allerdings müßte dies mündlich 
geschehen, denn Zirkulare wandern bekanntlich in den Papier 
korb. Ich kenne sogar einen hiesigen Kaufmann, dem die »Nach 
richten für Handel und Industrie« unbekannt waren, obwohl er 
sie seit Jahr und Tag regelmäßig erhielt! Diese Gleichgültig 
keit kann nur das gesprochene Wort überwinden. Bei solchen 
persönlichen Besprechungen findet sich auch leicht Gelegenheit, 
neue Geschäfte schneller zu entrieren als es auf schriftlich vor-
	        
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