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Stellung ein. So erteilte z. B. der Zar Alexei Michailowitsch dem
Holländer Winius im Jahre 1632 ein Privileg, laut dessen er zehn
Jahre von jeder Steuer im Lande befreit war und außerdem das
Vorrecht hatte, sich ausschließlich und allein im Reiche mit der
Eisenproduktion zu beschäftigen 1 . Zu dieser Zeit wurde auch das
erste Eisenwerk im Uralgebirge errichtet (1631), wo das erste Eisen
im Jahre 1628 zufällig von einem Tataren gefunden worden ist.
Am Anfang des 17. Jahrhunderts wurden in Rußland die ersten
Hochöfen in Gang gesetzt, daneben aber blieben noch immer viele
Betriebe bestehen, die aus den einfachen Herden bestanden. So
oder anders forderten die Betriebe von jetzt an immer mehr Arbeits
kräfte. Darum schenkten die russischen Zaren sowohl einzelne Bauern
als auch ganze Bauerndörfer an die damaligen „Hüttenmänner“. So
hat Zar Alexei Michailowitsch einem Holländer Marselius vierhundert
Bauern, einem anderen zweihundert usw. als Arbeiter geschenkt 1 2 .
Die Entwicklung der Eisenindustrie schritt in dieser Zeit
aber immerhin nur langsam vorwärts. Die unbedeutenden und
wenig eisenhaltigen Tulaschen Eisenerze, die ungenügenden Arbeits
kräfte verhinderten die Produktivität des Arbeitsverfahrens. Man
mußte immer noch bedeutende Mengen von Eisen und insbesondere
von Eisenerzeugnissen vom Auslande beziehen, welche entweder
über Cholmogory (später Archangelsk) oder über die Ostseehäfen
eingeführt wurden, welche letzteren Häfen aber damals Schweden
gehörten.
3. Die Eisenindustrie im 18. Jahrhundert.
Die erste bedeutende Vermehrung der russischen Eisenproduktion
sehen wir unter Peter d. Großen. Seit dieser Zeit erst hat sie, auf
der Massenverwendung der Leibeigenschaftsarbeit beruhend, die
eigentliche industrielle Form angenommen.
Die größte Aufmerksamkeit Peters d. Großen hat von Anfang
an das Uralgebirge erweckt, wo im Jahre 1703 einige wichtige
Eisengruben entdeckt worden waren. Um die rasche Kolonisation
des Gebietes zu ermöglichen, wurde von ihm in demselben Jahre
ein Ukas über die Fesselung der Leibeigenen an die Bergwerke und
die Fabriken erlassen. Das Ergebnis davon war eine lebhafte
Tätigkeit in fast wilden Winkeln des Gebirges; die Zahl der staat
lichen Werke wuchs schon in wenigen Jahren über ein Dutzend
hinaus und das Uralgebiet fing an, in der weiteren Geschichte der
russischen Eisenindustrie eine leitende Rolle zu spielen.
Die Gründungstätigkeit der Werke schritt aber auch in anderen
Gebieten vorwärts, da sich der Staat bei der Förderung der Eisen
1 Poletika, a. a. 0., S. 24.
2 Beck, a. a. 0., Bd. U, S. 1301.