Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Enameline

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Epichlorhydrin

3H0MSI

ät

wäßrig-alkoholischen  Lösung  von  Glyzerin,  Tragant, ­
  Gummiarabikum  und  Kleber.
Enameline,  eine  mit  übertriebener  Anpreisung
in  den  Handel  gebrachte  amerikanische
Ofenglanzpaste,  besteht  aus  67  Teilen  reinem
Graphit,  3  Teilen  Öl  und  30  Teilen  Wasser.
Energin,  ein  neues  stickstoffhaltiges  Nährpräparat ­
  aus  Reis,  das  92  °/o  wasserunlösliches
Protein  enthält  und  in  seinerWirkung  demTropon
(s.  d.)  an  die  Seite  zu  stellen  sein  dürfte.
Engelsüßwurzel  (lat.  Rhizoma  polypodii,  frz.
Racine  de  polypode,  engl.  Polypody  root)  ist  der
anfangs  süßlich,  hinterher  scharf  und  bitter
schmeckende  offizinelle  Wurzejstock  des  einheimischen ­
  Tüpfelfarns  (Polypodium  vulgare), ­
  einer  schattenliebenden,  in  Wäldern,  an
Felsen,  Baumwurzeln,  Gräben  und  Schluchten
wachsenden  Pflanze.  Der  weit  kriechende,  zahlreiche ­
  Würzelchen  treibende  Wurzelstock  von
6—7  mm  Dicke  zeigt  eine  außen  rotbraune  bis
schwärzliche,  innen  grünlich  gelbe  Farbe  und
ist  durch  Überreste  der  abfallenden  Blattstiele
schuppig  bis  knotig  verdickt.  ,E.  wird  im  Frühjahr ­
  gesammelt  und  zuweilen  noch  medizinisch
verwandt.
Englisch  Leder  ist  ein  ursprünglich  englisches,
doch  später  auch  in  Deutschland  hergestelltes
dichtes  und  festes  geköpertes  und  weiß  gebleichtes
Baumwollzeug  von  hartem  Kettengarn  und  feinerem ­
  Einschlag,  der  wechselweise  3-Kettenfäden
bedeckt.  Der  schwach  atlasglänzende  Stoff,  der
auch  wohl  Satin  oder  Satinet  genannt  wird,
kommt  in  verschiedenen  Breiten  und  Sorten,
meist  weiß,  doch  auch  gefärbt  in  den  Handel
und  wird  zu  Beinkleidern,  .Westen,  Schnürleibern,
Schuhen  usw.  verarbeitet.
Entwickler.  Unter  diesem  Namen  kommen
ihrer  Herkunft  nach  ganz  verschiedene  Chemikalien ­
  in  den  Handel,  welche  dazu  dienen,  in
der  Photographie  das  Bild  hervorzurufen.  Ihre
Wirkung  beruht  darauf,  daß  durch  die  Belichtung ­
  in  den  Bromsilberteilen  der  photographischen ­
  Platte  eine  Veränderung  vor  sich  gegangen ­
  ist,  aber  erst  durch  Eindringen  der  betreffenden ­
  Entwicklersubstanz  sichtbar  wird.  Rein
chemisch  besteht  dieser  Vorgang  darin,  daß
durch  den  Entwickler  das  belichtete  Silbersalz
zu  metallischem  Silber  reduziert  wird.  Als  Entwickler ­
  sind  z.  B.  zu  nennen:  Adurol,  Amidol,
Brenzkatechin,  Duratol,  Edinol,  Eikonogen,  Glyzin, ­
  Hydrochinon,  Imogen,  Kaliumlerrooxalat,
Metol,  Ortol,  Pyrogallol,  Rodinal  und  andere.
Enzianwurzel  (lat.  Radix  gentianae,  frz.  Racine ­
  de  gentiane,  engl.  Gentian  root)  stammt  von
verschiedenen  Arten  der  Gattung  Gentiana,  die
im  Drogenhandel  hauptsächlich  vorkommende
rcte  E.  von  der  gelbblühenden  Art,  G.  lutea,
die  in  Alpen-  und  Voralpengegenden  wächst  und
in  großen  Mengen,  besonders  von  den  Pyrenäen
aus  versandt  wird,  doch  werden  ihr  vielfach  die
ähnlichen  und  als  gleichwertig  angesehenen  Wurzeln ­
  von  G.  purpurea,  pannonica  und  punctata ­
  beigemischt.  Die  bis  zu  24  cm  lange,  im
frischen  Zustande  fleischige,  getrocknet  aber
schwammig-porös,  runzlig  und  längsfaltig  erscheinende ­
  E.  ist  außen  braun,  im  Inneren  gelbbräunlich ­
  mit  dunkleren  Markstrahlen  und  Gefäßbündeln ­
  und  kommt  oft  der  Länge  nach  gespalten ­
  in  den  Handel.  Der  Geschmack  ist  zunächst ­

  süßlich,  dann  intensiv  und  anhaltend
bitter,  der  Geruch  stark  aromatisch.  An  wirksamen ­
  Stoffen  enthält  sie  neben  der  geschmacklosen ­
  Gentianasäure  (Gentisin)  das  bitterschmeckende ­
  Glykosid  Gentiopikrin,  C 2 oH 3 n0 12 .
Stärke  ist  nicht  zugegen,  wegen  des  beträchtlichen ­
  Zuckergehaltes  wird  der  wäßrige  Auszug
durch  Vergärung  und  Destillation  zur  Herstellung
des  Enzianbranntweins  benutzt.  Die  trockne
Droge  findet  als  Pulver  sowie  in  Form  von  Extrakten ­
  und  Tinkturen  als  magenstärkendes  Hausmittel ­
  zur  Bereitung  bitterer  Liköre  vielfache
Anwendung.  Die  sog.  weiße  E.  der  Tierärzte
stammt  von  einer  einheimischen  Doldenpflanze,
dem  Laserkraut,  Laserpitium  latifolium,
und  sie  hat  sonach  ihren  Namen  zu  Unrecht.
Eosin  (Morgenrotfarbe).  Unter  diesem  Namen ­
  vereinigt  man  eine  große  Reihe  prachtvoller ­
  Teerfarbstoffe,  die  sämtlich  als  Halogenoder ­
  Nitroderivate  des  Fluoreszei'ns  (s;  d.)  aufzufassen ­
  sind.  Von  den  ersteren  wird  das  durch
Bromierung  von  Fluoreszein  erhaltene  Natriumoder ­
  Ammoniumsalz  des  Tetrabromfluoreszeins ­
  als  Eosin  schlechthin,  Eosin  B,  E.  wasserlöslich ­
  bezeichnet.  Es  erscheint  im  Handel  als
ein  braunrotes,  mit  Wasser  rote,  grün  fluoreszierende ­
  Lösungen  bildendes  Pulver  und  dient  besonders ­
  zum  Färben  von  Papier  und  Lack.  Eine
besonders  reine,  kristallisierte  Modifikation  wird
als  Eosin  A  in  der  Seidenfärberei  benutzt.
Durch  Bromierung  von  Fluoreszein  in  heißer
alkoholischer  Lösung  entsteht  das  Äthyltetrabromfluoreszein, ­
  auch  Spriteosin  oder  Primrose
  (s.  d.)  genannt,  ein  in  Wasser  schwer,  in
Soproz.  Alkohol  leicht  lösliches  Pulver  für  Seidenfärberei. ­
  Führt  man  an  Stelle  von  Brom  Jod
ein,  so  erhält  man  Tetrajodfluoreszein,
dessen  Natriumsalz  unter  dem  Namen  Erythrosin, ­
  Eosin  J,  Jodeosin,  Pyrosin,  Pritnrose
  soluble  als  wasserlöslicher  Farbstoff  für
Papier,  Baumwolle  und  Seide  benutzt  wird.  Das
entsprechende  Dijodfluoreszein  führt  die  Handelsbezeichnung ­
  Erythrosin  G,  Diamanthine
G,  Pyrosin  J.  Phloxine  (s.  d.)  und  Zyanosine
  sind  Bromchlorderivate,  Rose  bengale  N
und  B  (s.  d.)  Jodchlorderivate  des  Fluoreszeins.
Zyklamin  ist  ein  schwefelhaltiges  Tetrabromdichlorfluoreszein.
  Von  den  Eosinen,  welche
zugleich  Brom  und  Nitrogruppen  enthalten,  ist
das  durch  Bromieren  von  Dinitrofluoreszein  erhaltene ­
  EosinB.N.  (Eosinscharlach,  Safrosin,
  Daphnin)  am  bekanntesten.  In  technischer
Hinsicht  unterscheidet  man  die  E.  meist  in  E-Gelbstich
  (E.  jaunätre)  und  E.  Blausticb
(bleuätre).  Die  wäßrige  Lösung  der  ersteren,
der  Bromfluoreszeine,  zeigt  im  durchfallenden
Lichte  eine  prächtige  Rosafarbe,  im  auffallenden,
je  nach  der  Konzentration  ein  reines  Gelb  bis
Gelbgrün.  Die  letzteren,  die  Jodeosine  besitzen ­
  nur  geringe  oder  keine  Fluoreszenz.  Efindet
  zum  Färben  von  Papier  und  Geweben  ausgedehnte ­
  Anwendung.
Epichlorhydrin  entsteht  beim  Erhitzen  von
Dichlorhydrin  mit  Ätznatron  als  eine  farblose,
nach  Chloroform  riechende  Flüssigkeit  vom  spez-Gew.
  1,200  und  dem  Siedepunkte  117 0 .  Es  wird
wegen  seiner  geringen  Feuergefährlichkeit  in
neuerer  Zeit  als  Lösungsmittel  für  Fette  und
Harze  viel  benutzt.
            
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