Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Affichenpapier 
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Akaroidharz 
Stoff und einen weißen, kristallinischen Stoff, 
das Adansonin, das früher als Fiebermittel 
benutzt wurde. Der frische Saft der Zweige 
galt als Gegengift gegen Strophantus. Das 
Mark der Früchte des Baumes schmeckt säuer 
lich und wird von den Eingeborenen genossen. 
Die getrockneten und zerriebenen Blätter, Alo 
oder Lalo genannt, werden von den Negern 
unter die meisten Speisen gemischt. Die von 
Angola ausgeführte A. wird als Grundstoff für 
die P^pierfabrikation verwendet. In Mittelafrika 
heißt dieser Baum; Vinka, in Südafrika: Mo- 
wana, in Abessinien: Dinna oder auch Tal- 
badie. 
Affichenpapier (frz. Papier ä affiches, engl. 
Placard paper) nennt man ein meist farbiges, 
aber auch weißes, dünnes Papier von großem 
Format zum Druck von Anzeigen und Bekannt 
machungen, welche an Säulen und Häusern an 
geklebt werden sollen. 
Agallocheholz (Adlerholz, Paradiesholz, 
Aloeholz, frz. Bois aigle, engl. Satin wood). 
Diesen Namen führen drei verschiedene Holz 
arten, die jedoch in unserem Handel fast nicht 
mehr Vorkommen. Alle drei zeichnen sich durch 
einen starken, aber verschiedenen Geruch aus,' 
weshalb man sie in Ostindien als Räuchermittei 
benutzt. Die eine Sorte ist dicht, sehr schwer 
und von rötlichbrauner Farbe, stammt von Ex- 
coecaria Agallocha und wird auch Colam- 
bacholz genannt. Eine zweiteSorte, vonAqui- 
laria Agallocha, ist dunkelbraun und bitter, 
und die dritte, die Aquila brava der Portu 
giesen, von Aquilaria malaccensis aus Su 
matra und der Halbinsel Malakka, besitzt eine 
schmutzig gelbe bis grünliche Farbe. 
Agalrnatoiith (Bildstein, frz. Pagodite, engl. 
Steatite), ein hauptsächlich in China vorkom 
mendes, leicht zu bearbeitendes Aluminiumsili 
kat (Si 4 0,,Al 2 H 2 ) von grünlich grauer bis gel 
ber und fleischroter Farbe, wird zur Herstellung 
von Bildwerken benutzt. Das Mineral findet 
sich auch bei Nagyag in Siebenbürgen. 
Agar-Agar (Agger-Agger) nennt man aus 
getrockneten indischen und japanischen Algen 
bestehende oder aus solchen hergestellte Dro 
gen, welche beim Kochen mit Wasser eine in 
der Kälte fest werdende Gelatine liefern. Das 
sog. Zeylonmoos oder Jaffnaer Moos (frz. 
Mousse de Ceylon, engl. Ceylon Moss) »von Fu- 
cus amylaceus oder Gracilaria lichenoides bildet 
bis 12 cm lange, stielrunde und mehrfach ge 
teilte weiße Stäbchen. Agar-Agar von Ma- 
kassar und Java (Alga, spinosa, ostindi- 
schesKarragheen) besteht aus dem bräunlich 
gelben oder blaßrötlichen Thallus von Eucheu- 
ma spinosum und hat die Form 3—4 cm langer, 
2—3 mm dicker, stielrunder Stücke, die oft mit 
einem Salzanflug bedeckt sind. Japanischer 
A. (Vegetabilischer Fischleing japanische 
Hausenblase, Phycocolla) wird durch Aus 
kochen von Algen aus der Familie Gelidium 
und nachfolgende Trocknung der erhaltenen 
Gallerte gewonnen und kommt in Form leichter 
weißlicher Stäbchen vom Aussehen der Seele 
des Gänsekiels oder vierkantiger Stücke oder 
dünner Platten (Tjen-Tjan) in den Handel: — 
A.-A. wird als Ersatz der Gelatine- zu Speise- 
und Appreturzwecken sowie zur Herstellung bak 
teriologischer Nährböden benutzt. Der Zusatz 
zu Marmeladen gilt als Verfälschung. Die eß 
baren Vogelnester der Salanga-Schwalbe sind 
aus dem gleichen Material hergestellt. 
Agarizin, Bestandteil des Lärchenschwamms, 
weißes kristallinisches Pulver, welches als 
schweißbeschränkendes Mittel Anwendung findet. 
Agathin, eine Verbindung von Salizylaldehyd 
mit Methylphenylhydrazin, wird gegen Rheuma 
tismus und Neuralgie verordnet. Vorsichtig, vor 
Licht geschützt, aufzubewahren! 
Agumamehl ist ein aus entfetteten Sojabohnen 
hergestelltes Nährmittel mit 80/0 Fett und 460/0 
Eiweiß. 
Agurin ist ein harntreibendes Mittel aus Theo 
bromin und Natriumazetat. 
Ahornholz (frz.Erable, engl.Maple). DasHolz 
der verschiedenen Arten von Ahornbäumen 
(Acer) wird zu feinen Tischler- und Drechsler 
arbeiten verwandt, teils geschnitzt, teils zu Fur 
nieren. 
Ahornzucker (frz, Sucre d’erable, engl. Ma- 
ple-sugar) wird in Nordamerika aus dem Safte 
des Zuckerahorns (Acer saccharinus), in dem er 
zu 2—3,J °/o enthalten ist, gewonnen und .ist mit 
Rohrzucker identisch. Die Fabrikation von A,- 
Zucker und-Sirup hat sich besonders in Kanada 
entwickelt, und ergibt jährlich etwa 15000 t. Die 
in Deutschland wachsenden Arten wie der Spitz 
ahorn u. a. eignen sich wegen ihres geringen 
Zuckergehaltes von etwa 1 °/o nicht zur Ver 
arbeitung. 
Ailanthholz (Anghikaholz), das Holz des 
Götterbaums (Ailanthos glandulosa), der in 
Ostindien heimisch, in Deutschland akklimati 
siert ist und die seidenliefernde Raupe des Ai- 
lanthusspinners beherbergt, ist sehr hart, von 
rötlicher, mit breiten, goldgelben, dunkelroten 
und grünlichen Adern durchzogener Farbe und 
sehr politurfähig und kommt in 0,5—1 rn laugen, 
etwa 20 cm dicken Bohlen in den Handel. 
Airol, Airoform, Airogen (Wismut oxy- 
joditgallat), ein graugrünes Pulver von der 
Formel C 0 H 2 (OH) 3 CO 2 . Bi(OH)J, wird als ge 
ruchloser Jodoformersatz benutzt. 
Airys Präparate,, Geheimmittel von Richter in 
Rudolstadt: Calming Pastills, Tabletten aus' 
Zucker, Anis, Lakritzen. Extern Embroca- 
tion, kampferartige Tinktur von Seidelbast-und 
KaskarillarimTe. Pain-Expeller, Paprikatink 
tur mit Seife, Ammoniak und ätherischen Ölen. 
Pills for the cough, Pillen aus Sternanis und 
Morphin. Sarsaparillian, alkoholisches Ex 
trakt aus Sarsaparille, Chinarinde und Jodkalium. 
Akaroidharz (Erdschellack, lat.Resina Aca- 
roidis, frz. Gomme de Botanybay, engl. Botany- 
bay-gum, Grass-tree-gum). Diesen Namen füh 
ren zwei aus Australien kommende Harze. i.Das 
rote A. von Xanthorrhöa australis, aus 
deren Stamm es ausschwitzt und denselben in 
Lagen von 2—4 cm Dicke bedeckt, besitzt eine 
rote bis braunrote Farbe, orangefarbigen Strich 
und lebhaften Glanz und zeigt auf dem Bruche 
zahlreiche Zellgewebsreste. Der Geruch ist 
schwach benzoeartig, der Geschmack unan 
genehm, nebenher an Zimt erinnernd, die untere 
Seite der Stücke grauweiß. Von dem ähnlichen 
Drachenblut läßt sich das rote A. leicht dadurch 
unterscheiden, daß es sich nur unvollkommen
	        
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