Gelees
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Geraniumöl
Ammoniak ein Farblack (Gelbholzlack, Kuba-
lack) hergestellt, der als olivgrüner Teig in den
Handel kommt. Dichtes hochfarbiges Gelbholz
dient auch als Material in der Kunsttischlerei.
Gelees (Fruchtgelees) bestehen wie die Frucht
sirupe aus dem mit Rohrzucker versetzten Preß-
saft frischer Früchte, doch wird bei ihnen das
Einkochen so weit fortgesetzt, bis sie nach dem
Abkühlen gallertartig erstarren. In neuerer Zeit
werden auch solche Früchte, die keine gelati
nierenden Stoffe enthalten, unter Zuhilfenahme'
von Agar, Gelatine u. dgl. auf Gelees verarbeitet,
jedoch sind dann die abnormen Zusätze zu de
klarieren. Bezüglich der übrigen Verfälschungen
gilt das unter Fruchtsäften bzw. Himbeersaft
Angeführte.
Gelsemiumwurzel (lat. Radix gelsemii, frz.
Racine de Gelsemium, engl. Gelseinium root),
die getrocknete Wurzel der im südlichen Teile
der Vereinigten Staaten heimischen Logania-
zee Gelsemium sempervirens, kommt in
Form zylindrischer bis 3 cm dicker Stücke in
den Händel, deren faserige Rinde mit einer
geibbräunlichen Korkschicht bedeckt ist, wäh
rend der feste weiße Holzzylinder auf dem Quer
schnitte grob porös und strahlig erscheint; Die
Rinde enthält eine eigentümliche Säure, die
Gelseminsäure, und zwei giftige Alkaloide,
das Gelsemin und Gelseminin. G. findet
als Abkochung, Tinktur oder Fluidextrakt medi
zinische Verwendung z. B. gegen Keuchhusten.
Auf d#i chinesischen Markt kommt unter dem
Namen H umeng-tsao , eine ähnliche giftige
Wurzel, die von Gelsemium elegans abstam
men soll.
Gemüsedauerwaren (Gemüsekonserven).
Als Gemüse schlechthin bezeichnet man im all
gemeinen, abgesehen von dem sächsischen Ge
brauche, auch Teigvvaren, Grütze, Reis u. dgl. als
Trockengemüse zu benennen, frische Pflanzen
teile, in erster Linie Blätter (Kohl, Spinat), Blüten
(Blumenkohl), junge Schößlinge (Spargel), un
reife Früchte von Leguminosen (Erbsen, Bohnen,
Schotengemüse) und Wurzeln (Rüben, Möh
ren, Schwarzwurzeln) und unterscheidet meist
die letzteren, das Wurzelgemüse, von dem
sog. grünen Gemüse. Meist rechnet man auch
Gurken und Pilze zu ihnen. Die frischen Gemüse,
deren einzelne Vertreter in besonderen Abschnit
ten besprochen sind, bilden wegen ihres Wohl
geschmackes und ihres Mineralstoffgehaltes wert
volle Bestandteile der menschlichen Nahrung,
sind aber wegen ihres hohen, 86—96% betragen
den Wassergehaltes arm an Nährstoffen und wenig
haltbar. Zur Erhöhung der Haltbarkeit führt
man sie durch Trocknen, Sterilisieren oder einen
Gärungsvorgang in Dauerwaren über, von denen
das Dörrgemüse an anderer Stelle abgehan-
deJt ist. Zur Herstellung der zweiten wichtigsten
Gruppe, der Büchsenkonserven, werden die
gereinigten Pflanzenteile in der Regel zunächst
•mt Wasser oder Salzwasser vorgekocht, oder
besser gedämpft (blanchiert), womit vielfach
e in-e Bleichung durch schweflige Säure oder
Sulfite oder eine Grünfärbung durch Teerfarb
stoffe oder Kupfersalze (Reverdissage) ver
bunden ist, und darauf in Gläsern oder Metall-
büchsen bis zur Abtötung aller Keime erhitzt.
Hie schließlich zugelöteten Büchsen werden in
der Regel aus verzinntem Eisenblech (Weiß
blech) hergestellt und sind im Innern zum
Schutze mit einem Lacküberzuge (Vernierung)
versehen. Bezüglich der gesetzlichen Vorschriften
für die Dosen sei auf „Konserven“ verwiesen.
Die Büchsenkonserven werden von zahlreichen
deutschen Fabriken in ausgezeichneter Beschaffen
heit von jahrelanger, ja praktisch unbegrenzter
Haltbarkeit hergestellt. Infolge mangelhafter
Sterilisation eingetretenes Verderben offenbart
sich meist durch Auftreibung (Bombage) der
Büchsen und das Auftreten übler Gerüche. Als
unzulässig gilt- der Zusatz chemischer Konservie
rungsmittel (Salizylsäure), hingegen wird ein ge
ringer Gehalt an schwefliger Säure (bis 0,1250/0)
und, aus Rücksicht auf die ausländische Konkur
renz, an Kupfer (bis 0,01 °/o) geduldet. Es sind
aber Bestrebungen der Fabrikanten bemeikbar,
die Kupferung, die nach dem Farbengesetz ver
boten ist, aufzugeben. Von den durch Milch
säuregärung haltbar gemachten Gemüsen (Salz
höhnen, Sauerkraut) ist Sauerkraut besonders
besprochen worden.
Genever, ein feiner, aus Getreide bereiteter,
ursprünglich holländischer Branntwein, besitzt
einen schwachen Geschmack nach Wacholder
beeren, die man bei der Destillation in geringer
Menge zusetzt.
Genteies Grün wird durch Fällen von Kupfer
vitriol mit einer neutralisierten Lösung von Zinn
in Königswasser dargestellt. Es ist in chemi
scher Hinsicht zinnsaures Kupfer und findet
als schöne grüne Farbe Anwendung, unterliegt
aber trotz der angeblichen Ungiftigkeit den für
kupferhaltige Farben (s. d.) erlassenen Vor
schriften.
Geraniumöl (lat. Oleum geranii, frz. Essence
de göranium, engl. Geranium-oil). Unter diesem
Namen finden sich verschiedene ätherische Öle
im Handel, die rosenähnlichen Geruch besitzen
und durch Destillation von verschiedehen Gera
nium- oder Pelargoniumarten in einer Aus
beute von 1—2 °/o hergestellt werden. Als Her
stellungsgebiete sind zu nennen: R6union, Algier,
Frankreich und Spanien. Die G. verschiedener
Herkunft sind hellgelbe bis bräunliche und grün
liche Flüssigkeiten, deren spez. Gew. bei o,88S bis
0,907 liegt. Sie lösen sich in dem dreifachenVolum
70 0/0 igem Alkohol und drehen die Ebene des
polarisierten Lichtes nach links («,, = — 6,5 bis
— 16). Ihr wichtigster Bestandteil ist das Gera
niol (C 1( )H 18 0), neben welchem noch ein zwei
ter Terpenalkohol, Zitronellol, C l0 H 19 .OH, auf
tritt. G. dient zum Parfümieren, ferner zur Ver
fälschung des Rosenöls und wird selbst viel
fach durch fette Öle, Kokosfett, Terpentinöl und
dergleichen verfälscht. Das indische Gera
niumöl oder Palmarosaöl, manchmal auch
türkisches G. genannt, wird in Indien aus
einer Grasart, Palmarosagras, Cymbopogon
Martini, gewonnen und kommt in niedrigen,
kupfernen Ramieren von 75 kg Inhalt in den
Handel. Es ist noch reicher an Geraniol, 75 bis
95 %, als Geraniumöl, enthält aber kein Zitro
nellol. Seine Verwendung in der Parfümerie
ist gleichfalls sehr ausgedehnt, auch wird es
viel zum Verfälschen des Rosenöls und des
eigentlichen Geraniumöls benutzt.