Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Gold

Goldchlorid

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sich  neben  den  Platinmetallen  im  Sande  findet,
nicht  mehr  viel  abwerfen.  Untergeordnete  Bedeutung ­
  nur  haben  Kanada,  Neuseeland  und
Brasilien,  das  früher  an  der  Spitze  der  Erzeugung
stand.  Hingegen  liefert  Afrika,  wie  schon  im
Altertum,  auch  jetzt  noch  erhebliche  Goldmengen. ­
  Sehr  wichtige  Funde  sind  neuerdings
im  Flußgebiete  des  Yukon  in  Alaska  (Klondyke)
  gemacht  worden.  Europa,  das  im  Schwemmsande ­
  einiger  Flüsse  sehr  geringe  Goldmengen
führt,  kommt  für  die  Gewinnung  nicht  in  Betracht. ­
  Das  metallische  Gold  wird  nur  selten,
wie  in  Australien,  in  größeren  Stücken  gefunden
und  ist  dann  meist  von  hoher  Reinheit  bis  zu
99  V2  %  Feingehalt.  Meist  findet  es  sich  in
feinster,  oft  mikroskopisch  feiner  Verteilung  in
Felsarten  wie  Quarz,  Gneiß,  Glimmer-  und  Talkschiefer ­
  als  sog.  Berggold  eingesprengt,  oder
auf  sekundärer  Lagerstätte  als  sog.  Seifengold ­
  oder  Waschgold  im  Schwemmsande  der
Flüsse.  Das  sog.  Berggold  tritt  bisweilen  als
Freigold  auch  in  Form  größerer  Schüppchen,
Blätter  und  Bleche,  oder  haar-  oder  moosartig,
oder  endlich  kristallisiert  in  Würfeln  und  Oktaedern ­
  auf.  Seltener  zeigt  es  sich  schlackenförmig, ­
  wie  geflossen  oder  getropft,  oder  in  größeren ­
  Massen  als  Ausfüllung  von  Klüften  und
Rissen.  In  sehr  geringen  Mengen,  die  aber  doch
bisweilen  eine  Verarbeitung  lohnend  erscheinen
lassen,  findet  das  Gold  sich  in  manchen  Schwefelkiesen, ­
  die  dann  Gold  kiese  genannt  werden,
ferner  in  Kupfer-  und  Arsenikkies,  Zinkblende,
Grauspießglanzerz  und  Bleierzen.  In  Siebenbürgen ­
  tritt  es  mit  Tellur  verbunden  als  sog.
Schrifterz  auf.  Auch  waren  früher  die  russischen ­
  Kupfermünzen  so  goldhaltig,  daß  sie  im
Auslande  auf  Gold,  verarbeitet  wurden.  —  Die
Gewinnung  des  Goldes  erfolgt  am  einfachsten
aus  den  Schwemmsanden  (Seifen),  indem  man
diese  durch  Schlämmen  anreichert  und  dann  mit
Quecksilber  auszieht.  Goldführende  Gesteine  werden, ­
  wenn  sie  schwefelhaltig  sind,  zunächst  geröstet ­
  und  dann  zerkleinert,  oder  sonst  direkt  gepocht ­
  und  gemahlen.  Aus  dem  Pulver  zieht  man
das  Gold  durch  Amalgamation  oder  durch  Behandlung ­
  mit  Chlor  oder  endlich  mit  .Hilfe  von
Zyankalium  aus.  Letzteres  Verfahren  ist  auch  auf
ungeröstete  Kiese  direkt  anwendbar.  Aus  dem
Goldamalgam  wird  dann  aus  eisernen  Retorten
einfach  das  Quecksilber  abdestilliert.  Aus  der
beim  Chlorierungsprozeß  erhaltenen  Lösung  von
Chlorgold  fällt  man  das  Gold  mit  Eisenvitriol
und  aus  der  beim  Zyanidverfahren  von  Mac
Arthur  und  Forrest  entstehenden  Goldkaliumzyanidlösung ­
  mit  Zink  oder  nach  dem  neueren
W,  Siemensschen  Verfahren  mit  Hilfe  des  elektrischen ­
  Stromes  aus.  Aus  Blei-  und  Kupfererzen ­
  endlich,  wenn  sie  neben  Silber  etwas  Gold
enthalten,  stellt  man  zunächst  in  üblicher  Weise
das  Silber  dar,  welches  das  gesamte  Gold  festhält
und  von  diesem  durch  die  Scheidungsarbeit  getrennt ­
  wird.  Alles  hüttenmännisch  aus  anderen
Erzen  gewonnene  Gold  enthält  meist  etwas  Antimon, ­
  Zinn,  Blei  usw.,  von  denen  es  befreit  werden ­
  muß,  da  schon  0,05  0/0  dieser  unedlen  Metalle
die  Dehnbarkeit  stark  beeinträchtigen.  Man
schmilzt  es  daher  mit  Borax  und  Salpeter,  wobei ­
  die  Verunreinigungen  in  die  Schlacke  gehen.
Nur  das  Silber  bleibt  zurück  und  wird  in  besonderen ­

  Scheide-  oder  Affinieranstalten,  die
auch  alte  Silbermünzen  upd  Geräte  verarbeiten,
abgetrennt.  Die  Affination  erfolgte  früher  durch
Behandlung  mit  Salpetersäure,  in  welcher  das
Gold  unlöslich  ist.  Jetzt  schmilzt,  man  die  Gold-Silber-Legierung,
  verwandelt  sie  durch  Eingießen
in  kaltes  Wasser  in  Körnerform  und  erhitzt  dann
mit  konz.  Schwefelsäure,  wobei  das  Gold  als
braunes  Pulver  zurückbleibt.  In  neuerer  Zeit
trennt  man  Silber  und  Gold  auch  durch  Einleiten
von  Chlor  in  die  geschmolzene  Legierung  oder
durch  Elektrolyse.  —  Das  Gold  ist  ein  stark
glänzendes,  äußerst  geschmeidiges  und  dehnbares
Metall,  das  in  der  Härte  zwischen  dem  Blei  und
dem  Silber  steht.  Das  spez.  Gew.  des  gegossenen
Metalls  beträgt  19,250,  des  gehämmerten  19,550,
das  Atomgewicht  Au  =  197,2.  Das  Gold  schmilzt
bei  ungefähr  to6o°  zu  einer  meergrün  leuchtenden ­
  Flüssigkeit  und  zieht  sich  beim  Erstarren
stark  zusammen.  An  der  Luft  ist  es  völlig  un
veränderlich  und  wird  auch  von  Säuren,  mit
Ausnahme  des  Königswassers,  nicht  gelöst.  Aus
der  mit  Königswasser  erhaltenen  Lösung  schla
gen  Eisenvitriol  oder  ,  Oxalsäure  das  Gold  als
ein  feines  braunes  Pulver  nieder,  das  durch  Reiben ­
  mit  dem  Polierstahl  Metallglanz  annimmt.
Mit  Quecksilber  vereinigt  es  sich  leicht  zu  Goldamalgam. ­
  Ganz  reines  Gold  wird  meist  nur
zur  Pierstellung  der  feinsten  Sorte  Blattgold
genommen,  da  es  sich  zu  den  feinsten,  grün
durchscheinenden  Folien  auswalzen  oder  schlagen ­
  läßt.  Im  allgemeinen  benutzt  man  es  aber
wegen  seiner  Weichheit  und  leichten  Abnutzbar
keit  in  Form  von  Legierungen  mit  Silber  oder
Kupfer.  Durch  einen  Zusatz  von  Kupfer  erhält
man  die  sog.  rote,  durch  einen  Zusatz  von  Silber
die  weiße  und  durch  einen  Zusatz  beider  Metalle
die  gemischte  Karatierung,  Eine  wenig  ge
brauchte  Legierung  mit  Eisen  heißt  Graugold.
Im  Handel  erscheinen  diese  Legierungen  meist
in  gegossenen  Zainen  oder  Barren  verschiedener
Größe,  oft  von  der  Form  der  Siegellackstangen.
Der  wirkliche  Feingehalt  jedes  Barrens  ist  durch
einen  Wardein  ermittelt  und  durch  Stempelung
beglaubigt.  Als  Münzeinheit  diente  früher  ein
halbes  Pfundgewicht,  die  Mark,  die  in  24  Karat
zu  je  24  Grän  eingeteilt  war.  Ein  rakarätiges
Gold  war  demnach  eine  Legierung  von  14  Teilen
Gold  und  10  Teilen  Zusatz.  Jetzt  wird  der  Fein
gehalt  nur  noch  nach  Tausendteilen  angegeben,
d.  h.  wieviel  Teile  Gold  in  1000  Teilen  enthalten
sind.  Der  Feingehalt  der  meisten  Goldmünzen,
insbesondere  auch  der  deutschen,  beträgt  900
Tausendstel.  Das  Gold  ist  in  erster  Linie  Münzenmetall. ­
  Außerdem  dient  es  zur  Piersteilung
von  Schmuckgegenständen,  in  Form  von  Blatt
gold  für  Galanterie-  und  Buchbinderarbeiten,
ferner  zu  galvanischen  Vergoldungen,  zur  Ver
zierung  von  Glas-  und  Porzellanwaren  und  ah
Chlorgold  für  photographische  Zwecke.  Zur  Feuer
Vergoldung  bedient  man  sich  des  Amalgams,  zin
galvanischen  Vergoldung  einer  Zyangold-Zyankaliumlösun^,
  welche  durch  Vermischung  von
Goldchlorid  mit  Zyankalium  entsteht.  Der  Preis
des  Goltjes  beträgt  zurzeit  etwa  2700  M.
Goldchlorid  (Chlorgold,  lat.  Aurum  chloratum, ­
  frz.  Perchlorure  d’or,  engl,  Chloride  of
gold),  AuC! 4 ,  entsteht  bei  Behandlung  von  Gold
mit  Königswasser  als  eine  braune  hygroskopische
            
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