Kapok
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Karbolsäure
sich länger gut erhalten. Vor dem Einmachen
werden die K. durch Sieben in verschiedene
Sorten geteilt, von denen die wertvollste (Non*
pareilles) die jüngsten, also kleinsten, Knospen
enthält. Darauf folgen nach der Größe Surfines
oder Capucines, die gewöhnlich noch die Stiele
haben, Capottes, Fines und Mi-fines (halbfeine),
endlich ordinäre oder Communes, die dicksten,
die 5—6mal schwerer sind als die Nonpareilles.
Die feinen Sorten heißen in Deutschland auch
Kapuziner und Kapotkapern. Gute K.
müssen klein, hart, rund und noch gut geschlossen,
nicht schon teilweise geöffnet oder zerdrückt
sein. Alte und verdorbene sind schwärzlich,
weich und geschmacklos. Die Farbe ist
dunkelolivengrün mit kleinen rötlichen Fleckchen
an der Spitze, während eine auffallend
grüne Farbe eine Färbung mit Kupfer vermuten
läßt. —- An Stelle der K. werden zuweilen
Knospen von Caltha palustris und von Spartium
scoparium angetroffen, die aber bei aufmerksamer
Betrachtung, namentlich nach dem Öffnen,
leicht zu erkennen sind. Auch die schotenförmigen
Früchte des K.-Strauches werden in
Frankreich eingelegt, unter dem Namen Cornichons
de Caprier in den Handel gebracht
und wie Essiggurken genossen.
Kapok nennt man die Samen der Wo 11-bäume
Bombax malabaricum D. C. undEriodendron
aufractuosum D. C., die zu den Malvazeen
gehören und in südtropischen Gegenden,
besonders in Para, Ost- und Westindien, Südafrika
und Südamerika zu Hause sind. Kapok
dient als ausgezeichnetes Polstermaterial, s. Pflanzendaunen.
Kapseln. Unter diesem Namen faßt man verschiedene
Erzeugnisse zusammen: I. K. aus
Gelatine oder Mehl zur Umhüllung von Arzneimitteln,
um das Einnehmen zu erleichtern,
z. B. Kopaivabalsam-K., Rizinusöl-K., Brausepulver-K.
usw. — 2. K. aus Zinn oder Zinnlegierungen,
die zum Verschließen von Flaschen
dienen. — 3. K. aus Ton oder ähnlicher Masse,
die teils zum Versenden, teils in der Chemie
und Industrie Verwendung finden.
Kaptol, ein Kondensationsprodukt von Chloral
und Gerbsäure, graubraunes, in Wasser und
Alkohol lösliches Pulver, das als Mittel gegen
Schuppenbildung der Kopfhaut angepriesen wird.
Karakuru (Carajuru, Crujuru), der Farbstoff
der Chica (s. d.), ist ein rotes, in Wasser
unlösliches, in Alkohol und Alkalien lösliches
Pulver, das von Salpetersäure zu Anissäure oxydiert
wird. K. färbt Baumwolle braunrot mit
v iolettem Schein.
Karannaharz, ein dem Elemi nahestehendes
Harz, stammt von Bursera acuminata aus
^Vestindien.
Karapaöl (Craböl, Karapafett, Andiroba-°l),
ein brasilianisches Pflanzenfett von butterurtiger
Konsistenz und bitterem Geschmack, wird
durch Pressen der Samenkerne von Carapa
Suyanensis erhalten. Es ist gelblich und schmilzt
schon bei io° C. Durch Pressen soll man jedoch
au ch ein Produkt erhalten, welches erst bei
4o—50° C schmilzt. Man benutzt das K. im Ur-^Prungslande
als Insektenschutzmittel, in Engar
>d und Frankreich zur Fabrikation von Seifen.
Karboformal, ein aus Karbolsäure und Formaldehyd
bestehendes Desinfektionsmittel.
Karboformal-Qlühblocks, Kohlenbriketts, die
eine mit Paraformaldehyd gefüllte Höhlung haben
und beim Glühen Dämpfe von Formaldehyd, in
den zu desinfizierenden Räumen verbreiten.
Karbolineum. Unter diesem Namen kommen
schwarzbraune Flüssigkeiten in den Handel, die
zum Anstreichen von Holz dienen, um Fäulnis
abzuhalten. Sie bestehen meist aus schweren
Kohlenwasserstoffen, Anthrazenölen, die als Abfallprodukt
bei der fraktionierten Destillation
des Steinkohlenteers gewonnen werden und
durch Abkühlen von den festen Bestandteilen
Anthrazen, Phenanthren, Karbazol befreit sind,
aber Phenol enthalten. Das spez. Gew. liegt bei
1,08—1,10, der Siedepunkt bei 380—350 0 . Die
älteste Sorte K. Avenarium war mit Chlor behandelt,
andere enthalten wohl auch Zinkchlorid;
Zusätze anderer Stoffe, insbesondere
Wasser und Lauge, sind als Verfälschung zu beurteilen.
Karbolsäure (Phenol, Phenylsäure, Steinkohlenkreosot,
lat. Acidum carbolicum, Acidum
phenylicum, frz. Acide carbolique, engl.
Carbolic acid, Phenol) bildet neben höheren
Phenolen (Kresolen) den Hauptbestandteil der
zwischen 160 und 200° überdestillierenden Anteile
des schweren Steinkohlenteeröls, des sog.
Kreosotöls, aus dem sie durch Behandlung
mit Natronlauge und nachfolgende Zersetzung
der von den übrigen Teerbestandteilen abgelassenen
alkalischen Flüssigkeit mit Schwefelsäure
gewonnen wird. Durch fraktionierte Destillation
des abgeschiedenen öligen Produktes
erhält man die rohe K. (Acidum carbolicum
crudum), die zur weiteren Reinigung mit Chromsäure,
Schwefelsäure, Bleioxyd usw. behandelt
wird. Zur völligen Entfernung der Kresole, des
Naphthalins und anderer Verunreinigungen löst
man die K. in Wasser, salzt aus, läßt kristallisieren
und rektifiziert schließlich die abgepreßten
Kristalle bei 182—183°. Das so erhaltene
Erzeugnis ward als chemisch reine K. (Acidum
carbolicum purum redestillatum) bezeichnet.
Auf synthetischem Wege kann K. durch
Schmelzen von benzolmonosulfosaurem Kalium
mit Ätzkali und Zerlegung des entstandenen
Phenolkaliums mit Säuren dargestellt werden.
Die reine K., C 6 H 6 . OPI, bildet farblose, eigenartig
riechende Kristalle, die bei 42 0 schmelzen
und bei 182—183° sieden. Sie löst sich in
15 Teilen Wasser von 15°, ferner in Alkohol,
Äther, fetten Ölen und Glyzerin, und liefert beim
Schmelze^ mit 100/0 Wasser die sog. verflüssigte
K. (Acidum carbolicum liquefactum
des Arzneibuches). In chemischer Plinsicht ist
die K. keine eigentliche Säure, sondern ein Phenol,
d. h. ein Benzol, in welchem ein Wasserstoffatom
durch Plydroxyl ersetzt worden ist.
In physiologischer Beziehung wirkt sie als ein
starkes Gift, ätzt die Epidermis und Schleimhäute,
bringt Eiweiß zum Gerinnen und tötet
pflanzliche und tierische Organismen. Bei der
Prüfung der K. hat man besonders auf Farblosigkeit
und Abwesenheit unangenehmen Geruchs
zu achten. Auch ist der Schmelzpunkt
und die Wasserlöslichkeit von Bedeutung, da
beide durch einen Gehalt an Kresol erniedrigt