Kurkuma
Kupferoxydul 234
kohlensaurem oder salpetersaurem Kupfer an der
Luft dargestellt. Je nach dem Ausgangsstoff
erhält man es in Form eines schwarzen Pulvers
oder körniger oder drahtförmiger Stücke. Es ist
in Wasser unlöslich, gibt aber mit Säuren die
Lösungen der entsprechenden blauen oder grü
nen Salze, aus denen durch Kalilauge ein hell
blauer Niederschlag von Kupferhydroxyd
(Kupferoxydhydrat), Cu(OH) 2 , ausgefällt wird.
Das letztere löst sich in Ammoniak zu einer tief
blauen Flüssigkeit von Kupferoxydammoniak
(Cuprum oxydatum ammoniatum), das wegen
seiner Fähigkeit, Pflanzenfaser aufzulösen, zur
Prüfung von Garnen und Geweben benutzt wird.
Das K. selbst dient zum Grünfärben von Glas
flüssen, als Oxydationsmittel in der organischen
Analyse und in der Medizin als Mittel gegen
Bandwürmer.
Kupferoxydul (Cwprooxyd, lat. Cuprum oxy-
dulatum, frz. Protoxyde de cuivre, engl. Copper
protoxide), die zweite Verbindungsform des Kup
fers mit Sauerstoff, Cu 2 0 (11,2% Sauerstoff,
88,8 0/0 Kupfer), wird sowohl beim Glühen von
Kupferoxyd mit metallischem Kupfer unter Luft
abschluß, als auch durch Reduktion alkalischer
Kupfersalzlösungen mit Trauben- oder Invert
zucker erhalten. Es bildet ein rotes Pulver, das
zur Herstellung des Rubinglases benutzt wird.
In der Natur findet sich K. als Rotkupfererz.
Kupfervitriol (blauer Vitriol, blauer Ga-
litzenstein, zyprischer Vitriol, Kupfersul
fat, Cuprisulfat, schwefelsaures Kupfer,
lat. Cuprum sulfuricum, frz. Sulfate de cuivre,
engl. Blue vitriol, Copper sulfat) findet sich fertig
gebildet in den Grubenwässern der Kupferberg
werke, aus denen es dort, wo die Brennmateria
lien billig sind, durch bloßes Eindampfen ge
wonnen werden kann. Das direkte Auflösen von
metallischem Kupfer in heißer konzentrierter
Schwefelsäure lohnt sich nur, wenn die ent
stehende schweflige Säure wieder verwertet wer
den kann, also in Schwefelsäurefabriken, hin
gegen wird Kupferhammerschlag (Kupferoxyd),
welcher sich leicht in schwächerer Säure auf
löst, ganz allgemein auf K. verarbeitet. Die
Kupferhütten gewinnen das Salz meist durch
Auslaugen der sog. Kupfersteine und gerösteten
Schwefelerze, wobei aus den Lösungen zunächst
reines, später eisenhaltiges Kupfersulfat aus
kristallisiert, das aber als Adlervitriol (s. d.) für
manche Zwecke der Färberei gebraucht werden
kann. Das reinste Salz kommt aus den Affinier
oder Scheideanstalten, in denen alte Gold- und
Silbermünzen durch Behandlung mit heißer kon
zentrierter Schwefelsäure zunächst vom Golde
und darauf durch Einhängen von Kupferplatten
in die Lösung vom Silber befreit werden. —
Der K., der in chemischer Hinsicht aus schwefel
saurem Kupfer mit fünf Molekülen Kristallwasser
besteht, CuS0 4 -j- sH 2 0, bildet schöne, große,
dunkelblaue Kristalle, welche an der Luft all
mählich verwittern und sich in Wasser zu einer
sauer reagierenden, ekelhaft metallisch schmecken
den Flüssigkeit auflösen. In Alkohol ist K. hin
gegen nicht löslich. Beim Erhitzen auf 200 0 ver
wandelt sich das Salz unter Verlust seines
Wassers in ein weißes Pulver, den gebrannten
oder kalzinierten K., welcher zur Entwässe
rung organischer Flüssigkeiten (Alkohol) und
in der Analyse zum Nachweis geringer Wasser
mengen benutzt wird. Der K., findet trotz seiner
Giftigkeit medizinische Anwendung als Brech
mittel (bei Phosphorvergiftungen) sowie zum
Ätzen und als Augenmittel. Die Technik ge
braucht ihn in ungeheuren Mengen in der Galva
noplastik, in der Färberei und im Kattundruck,
zur Darstellung grüner Farben, als Ausgangs-
materiäl für andere Kupferpräparate, zur Konser
vierung von Eisenbahnschwellen, zum Beizen von
Saatgetreide und zu vielen anderen Zwecken.
Kuprearinde (lat. Cortex chinae cuprea, Cortex
cupreae, frz. Ecorce de Cuprea, engl. Cuprea
bark), die Rinde eines in Südamerika wachsenden,
den Zinchoneen nahe verwandten Baumes, Re-
mijia pedunculata (Triana), weicht in ihrem
anatomischen Bau von demjenigen der Zinchona-
rinden stark ab, insbesondere fehlen ihr die
auffallend dicken Bastfasern der echten China
rinden. Sie enthält etwa 2 0/0 Chinin, eine beson
dere Gerbsäure und einige besondere Alkaloide,
aber kein Zinchonidin, und wird ihres billigeren
Preises wegen seit 1880 zur Herstellung von
Chinin benutzt.
Kurare (Urari, Wurali), das von Eingebore
nen Südamerikas aus den Rinden verschiedener
Strychnosarten bereitete Pfeilgift, kam früher
nur als Seltenheit nach Europa, bildet jetzt
aber einen regelmäßigen Gegenstand des Drogen
handels. Die extraktartige, schwarzbröcklige, sehr
bitter schmeckende Masse, die sowohl aus Bra
silien als auch aus Peru in irdenen Töpfen ein
geführt wird, dient bei physiologischen Tier
versuchen dazu, die Glieder der Tiere zu lähmen,
ohne die übrigen Funktionen zu stören. Auch
findet sie bisweilen in der Medizin als Mittel
gegen Starrkrampf Anwendung, wird hierfür
aber neuerdings meist durch das rein abgeschie
dene Alkaloid Kurarin ersetzt.
Kurkuma (Gelbwurz, lat. Rhizoma curcumae,
frz. Racine de curcuma, engl. Turmeric), der
Wurzelstock der zu den Szitamineen (Ge
würzlilien) gehörenden Pflanze Curcuma Ion
ga, die im östlichen Asien einheimisch ist und in
Ostindien, China, Japan, wahrscheinlich nebst
einigen verwandten Arten kultiviert wird und
auch nach Röunion und Westindien verpflanzt
wurde. Die sog. runde und lange K. kommen
von derselben Pflanze, indem erstere die ver
dickten Internodien, letztere die unverdickten
Rhizome bildet. Verschiedenheiten in den Eigen
schaften bestehen zwischen beiden nicht. Im
Handel unterscheidet man die Ware nach ihren
Erzeugungsländern, und hiernach zeigt sie aller
dings wesentliche Unterschiede. Die beste und
teuerste Sorte ist die chinesische, die meist in
Stücken wie ein kleiner Finger, äußerlich gold
gelb, innen orange oder rotgelb wie Gummigutt,
gepulvert feurig hochgelb erscheint. Die gang
barsten, unter sich weniger verschiedenen Sorten
sind die Bengalische, Java- und Madras-K., die
öfter kurze und lange Stücke gemischt ent
halten. Sie erscheinen außen graugelb oder
schmutzig weißstaubig, auf dem Querschnitt
wachsglänzend, blaßgelb bis bräunlich, in ver
dorbenem Zustande fast schwarz, und liefern
nicht ein so schönes Pulver wie die chinesische,
die deshalb vorzugsweise als Farbstoff benutzt
wird. Der Geruch der K. ist dem des Ingwers