Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Mate

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Meeräsche

großen  Massen  zurri  Heizen  von  Dampfkesseln,
besonders  bei  Schiffsmaschinen,  benutzt  werden.
Mate  (Paraguay-Tee)  ist  eine  koffeinhaltige
Droge,  die  in  Form  des  wäßrigen  Aufgusses
von  den  Südamerikanern  a'.s  anregendes  Mittel
genossen  wird.  Er  besteht  aus  den  Blättern
mehrerer  in  Brasilien,  Argentinien,  Paraguay  und
Uruguay  heimischer  und  angebauter  Ilexarten,
besonders  Ilex  paraguayensis,  die  meist  8  bis
io  cm,  selten  unter  s  oder  über  15  cm  lang
sind,  am  Rande  kerbig  gesägt  und  eiförmig  erscheinen ­
  und  eine  kräftige  Mittelrippe,  aber
schwache  Behaarung  besitzen.  Die  abgehauenen
Zweige  werden  schnell  durch  eine  rauchlose
Flamme  gezogen,  darauf  zu  Bündeln  vereinigt
und  über  schwachem  Feuer  getrocknet.  Die  gerösteten ­
  Blätter  werden  schließlich  pulverisiert
oder  gemahlen.  Sie  enthalten  dann  neben  den
bekannten  Pflanzenstoffen  0,8—2  °/o  Koffein,  ferner ­
  etwas  Harz,  Zitronensäure  und  Cholin.  M.
hat  für  den  europäischen  Handel  wenig  Bedeutung, ­
  wird  aber  in  Südamerika  unter  dem  spanischen ­
  Namen  Yerba  (Kraut)  in  großen  Mengen
verbraucht.  Als  Verfälschungsmittel  sind  die
pulverisierten  Früchte  sowie,  die  Blätter  verwandter ­
  Arten  aufgefunden  worden.
Matikoblätter  (lat.  Folia  matico,  frz.  Feuilles
de  matico,  engl.  Matico  leaves).  Unter  diesem
Namen  kommt  eine  Droge  im  Handel  vor,  die
aus  den  zusammengepreßten  Blättern,  Stengelund ­
  Blütenresten  einer  in  Peru  wachsenden  Piperazee,
  Piper  angustif  ol  i  u  m  var.  cordulatum
  und  ossanum,  sowie  einiger  verwandter
Arten  besteht.  Die  Blätter  sind  lanzettförmig,
mit  stark  hervortretender  Mittelrippe,  beiderseits
runzelig  netzartig  wie  Salbeiblälter  und  auf  der
Unterseite  weißfilzig.  Sie  riechen  beim  Zerreiben
scharf  gewürzhaft  und  ischmecken  schwach  pfefferartig
  und  etwas  bitter.  Das  neuere  Mittel,  dessen,
Wirkungen  amerikanische  Ärzte  zuerst  erkannten,
wurde  in  Europa  besonders  durch  die  vielfach
angepriesenen  Geheimmittel  des (  Apothekers  Grimault
  in  Paris,  Matiko-Injektaon  und  -Sirup,
bekannter  und  findet  ziemlich  ausgedehnte
Anwendung.  Es  wirkt  vornehmlich  auf  die
Schleimhäute  und  wird  gegen  Schleimflüsse,
z.  B.  Tripper,  in  Form  von  Einspritzungen,  sowie
  gegen  Lungenbluten  und  Verdauungsstörungen ­
  angewandt.  Die  Blätter  enthalten  unter  anderem ­
  ein  ätherisches  Öl  und  ein  bitteres  Weichharz, ­
  denen  die  Wirkung  zugeschrieben  wird.  —
Das  Matikoöl,  das  für  sich  in  Gelatinekapseln
verordnet  wird,  eine  gelbbraune  Flüssigkeit  von
brennend  gewürzhaftem  Geschmack,  hat  ein  spez.
Gew.  von  0,940^1,135  und  enthält  Asaron.
Malta,  vom  italienischen  matto  =  schlecht,
nennt  man  zur  Verfälschung  gemahlener  Gewürze ­
  bestimmte  Pulver,  die  aus  wertlosen  pflanzlichen ­
  Abfallstoffen,  wie  Kleie,  Hirse,  Olivenkernen
  hergestellt  und  durch  geeignete  Mischung
und  Färbung  bestimmten  Gewürzen  (Pfeffer,
Zimt,  Ingwer)  täuschend  ähnlich  gemacht  werden.
Der  Handel  mit  diesem  Schwindelmittel  wurde
früher  in  großem  Umfange  betrieben,  ist  aber
durch  die  Einführung  der  Nahrungsmittelkontrolle ­
  unterbunden.
Maulbeerblätter.  Der  für  die  Seidenzucht
wichtige  Maulbeerbaum  oder  Molberbaum
(Morus  Tourni)  mit  den  Sorten:  weißer  (Morus ­

  alba),  schwarzer  (Morus  nigra),  roter*
(Morus  rubra)  und  indischer  oder  chinesischer ­
  Maulbeerbaum  (Morus  indica),  der
aus  dem  Orient  stammt  und  in  Südeuropa  wie
auch  Süddeutschland  häufig  angepflanzt  wird*
liefert  in  seinem  Laub  die  Nahrung  der  Seidenraupen. ­
  Das  Laub,  das  weder  naß  sein,  noch
vom  Frost  gelitten  haben  darf,  wird  in  Ländern
mit  ausgedehnter  Seidenzucht  von  den  Züchtern
i  gleich  am  Baum  des  Gutsbesitzers  gepachtet,
während  es  in  Deutschland  wegen  der  geringen
Zahl  der  Züchter  als  Handelsware  kaum  in
Frage  kommt.  Man  kann  auf  1  ha  bis  zu  6400
Bäume  ziehen;  und  rechnet  mit  einer  Ausbeute
von  100  kg  von  1000  einjährigen  und  1800  kg
von  1000  sechsjährigen  Stämmchen.
Maulbeeren  (lat.  Baccae  seu  fructus  mori,  frz.
Fruits  de  mürier,  engl.  Mul,  berries),  die  braunschwarzen, ­
  brombeerähnlichen  Sammelfrüchte  des
schwarzen  Maulbeerbaumes,  einer  Morazee,  Morus ­
  nigra  L.,  werden  sowohl  frisch  als  saftiges
süßsäuerliches  Obst  genossen,  als  auch  zur  Bereitung ­
  eines  Sirups  oder  Muses,  das  medizinisch ­
  z.  B.  bei  Halsleiden  und  ähnlich  dem  Himbeersirup
  Verwendung  findet,  benutzt.  Die  kleineren ­
  weiß  oder  rot  aussehenden  Früchte  des
weißen  Maulbeerbaumes  sind  wegen  ihres  süßsäuerlichen
  Geschmackes  hierzu  nicht  geeignet.
Mauvein  (Mauve,  Malvenfarbe,  Phena-■min,
  Rosein,  Lydin,  Perkins  Purpur,  Anidein,
  Anilinpurpur,  Indisin,  Rosolan,  Ty--ralin,
  Violin)  ist  einer  der  ältesten  bekannten
1  Anilinfarbstoffe,  der  1856  von  Perkin  ent-!
  deckt  wurde.  Er  wird  durch  Behandlung  einer,
verdünnten  Lösung  von  schwefelsaurem  toluidinhaltigem
  Anilin  mit  Chlorkalk  oder  mit  Chrom-;
  säure  hergestellt  und  als  rotvioletter  Teig,  der
nur  in  kochendem  Wasser  etwas  löslich  ist,  in
den  Handel  gebracht.
Mavrodaphne,  einer  der  feinsten  griechischen
Weine  von  der  Insel  Patras,  in  Farbe  und  Güte
dem  besten  Portwein  gleich,  wird  teils  in  Fässern, ­
  teils  in  griechischen  Originalflaschen  von
'  0,7  1  Inhalt  versandt.  Er  verliert,  wie  die  meisten
:  griechischen  Weine,  beim  Lagern  in  kalten
Kellern  an  Glanz  und  Klarheit,  erlangt  aber  seine
ursprüngliche  Beschaffenheit  wieder,  wenn  er
warm  gelagert  wird.  Man  bewahrt  ihn  daher
am,  besten  in  aufrechtstehenden  Flaschen,  in
-ebenerdigen,  frostfreien  Räumen,
Medizinalweine  nennt  man  diejenigen  Weine,
welche  von  Ärzten  zur  Stärkung  Kranker  oder
Genesender  verordnet  werden  und  zur  Bereitung
verschiedener  Arznei-  und  Stärkungsmittel  Verwendung ­
  finden.  Alle  M.  müssen  rein  und  unverfälscht ­
  sowie  von  guter  Beschaffenheit  sein
und  den  gesetzlichen  Anforderungen  entsprechen.
An  Xeres  und  andere  Süßweine,  z.  B.  Madeira,
Marsala,  Gold-Marsala,  Gelben  Portwein  sowie
die  Trockenweine  Ungarns,  Siziliens,  Griechenlands ­
  und  des  Kaplands  stellt  das  D.  A.  ß.  außerdem ­
  die  Forderung,  daß  sie  in  100  ccm  nicht
weniger  als  11g  und  nicht  mehr  als  16  g  Alkohol ­
  sowie  höchstens  8  g  Extrakt  enthalten  sollen.
Von  einem  Medizinal-Ungarwein  wird  außerdem
verlangt,  daß  er  natursüß  ist,  also  keinen  Zuckerzusatz ­
  erhalten  hat.
Meeräsche  (Mugil),  ein  zu  den  Stachelflossern
  gehörender  Fisch,  bildet  zahlreiche
            
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