Moll
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Morcheln
4-Milchzucker
besteht und daneben geringe Mengen
löslicher Eiweißstoffe enthält. Man verwendet
die M. zur Darstellung von Milchzucker
und Molkenpastillen, zum Kurgebrauch und zum
Verfüttern. Das durch Auf kochen daraus abgeschiedene
Molkeneiweiß dient zur Bereitung
von Zigerkäse.
Moll (frz. Molleton, engl. Molton, Multon):
Darunter versteht man ein weiches langhaariges
Gewebe aus guter Mittelwolle, das entweder
leinwand- oder köperartig gewebt, auf beiden
oder nur einer Seite gerauht und mit einem
Schnitt geschoren ist. In der Dichtheit und
Walke steht das Zeug zwischen Flanell und
Fries, indem es lockerer als dieser und dichter
als jener ist. M. wird wie Flanell zu warmhaltenden
Unterkleidern verwandt. Die Farbe ist
meist weiß, zuweilen auch grau, blau, rot und
grün. Doppelte M. haben auf jeder Seite eine
besondere Färbung. — Neuerdings wird häufig
auch baumwollener M, hergestellt und besonders
zu Unterröcken für Frauen viel verbraucht.
Er bildet eine Art dicken baumwollenen
Barchent, der auf beiden Seiten stark gerauht
ist und dadurch eine langhaarige weiche Oberfläche
erhalten hat.
Mollplaste sind Mischungen aus borsäurehaltigem
Leim mit Pflastermasse und medizinisch
wirksamen Stoffen, die von Helfenberg in den
Handel gebracht werden.
Molybdän, ein ziemlich seltenes Schwermetall,
Mo = 96, findet sich in der Natur nicht
in freiem Zustande, sondern nur in Form wenig
verbreiteter Mineralien, besonders des Molybdänglanzes
(Schwefel-M.) und des Gelbbleierzes
oder Wulfenits (molybdänsaures Blei).
Das Metall entsteht beim Glühen der Oxyde
°der Chloride im Wasserstoffstrom, hat aber
keine technische Bedeutung und wird daher im
großen nicht dargestellt. Für die Praxis kommen
lediglich die Molybdänsäure und ihr Ammo-Utumsalz
in Betracht. — Die Molybdänsäure,
MoOg, wird durch Erhitzen von Molybdänglanz
a n der Luft erhalten und bildet ein weißes, geruchloses,
in Wasser schwer lösliches Kristall-Pulver,
das sich in Ammoniak löst und mit ihm
uas Ammoniummolybdat (molybdänsaures
Vrnmonium), (NH 4 ) 2 Mo0 4 , ein weißes, inWas-Ser
lösliches, kristallisiertes Salz liefert. Die
richtigste Eigenschaft der Molybdänsäure ist die
Bildung eines gelben Niederschlages mit Phos-Pnorsäure,
die zur quantitativen Bestimmung der
..uosphorsäure benutzt wird und einen erhebuchen
Verbrauch des Ammoniummolybdats zur
ro'ge hat. Außerdem dient das Salz neuerdings
?rr Herstellung feuersicherer Gewebe und zu
Pesinfektionszwecken sowie zum Blaufärben von
‘Opferglasuren.
Monazitsand, ein in Südamerika, Australien
Un d im Ural vorkommendes monazithaltiges Gemenge
verschiedener Mineralien, bildet das Aus-^ungsmaterial
zur Gewinnung der für Glühstrümpfe
erforderlichen seltenen Erden. Er ent-‘
lalt neben 50—60% Oxyden der Zer- und Yt-‘mrngruppe
2 V° Thoroxyd, welches durch Zerotzung
mit konzentrierter Schwefelsäure und
“ouhenge Fällung mit Oxalsäure erhalten wird.
Monesia (lat. Monesia, Extractum monesiae,
1 Extrait de Monesie, engl. Extract of Monesia),
ein wäßriges Extrakt der aus Brasilien
stammenden und dort Buranham genannten
Monesiarinde, Cortex monesia, wurde
einige Jahre lang medizinisch als adstringierendes
Mittel verwandt, ist aber jetzt außer Gebrauch
gekommen. M. bildet eine feste, spröde, braune
Masse von zusammenziehendem Geschmack, die
neben Gerbsäure, Gallussäure und Glyzyrrhizin
einige Bitterstoffe: Monesin und Hivurahein
enthält.
Montanin ist ein neueres Anstrichmittel, das
in Eiskellern, Brauereien und Brennereien zum
Schutze feuchter Wände gegen Schimmelwucherung
(Hausschwamm) aufgetragen wird und aus
einer 30 0/0 igen Auflösung von Kieselfluorwasserstoffsäure
in Wasser besteht.
Montanwachs nennt man einen dem Zeresin
ähnlichen Stoff, der durch Extraktion von Braunkohle
mit Benzin gewonnen und durch nachfolgende
Destillation mit überhitztem Wasserdampf
weiter gereinigt wird. Es schmilzt bei
80 0 und dient als guter Ersatz des Zeresins und
Paraffins zur Herstellung von Kerzen.
Morcheln (frz. Morilles, engl. Morils) sind
außerordentlich geschätzte Pilze der Gattung
Morchella, die zahlreiche Arten bildet. Die
größte Bedeutung besitzt die echte Speisemorchel
(M. esculenta) mit rundlich-eiförmigem,
gelbbraunem bis dunkelbraunem Hut
und hohlem, daumendickem Stiel von weißer
bis schmutzig fleischrötlicher Farbe. Charakteristisch
für diesen Pilz, der im April und Mai,
seltener im Herbste, auf schwerem, sandig-lehmigem
Boden in Wäldern und Gebüschen, auf
Bergwiesen und Feldern vorkommt, ist die
eigentümliche Zeichnung der Hutoberfläche, die
durch zahlreiche Rippen oder Leisten in netzförmige,
vertiefte Felder abgeteilt ist. Der
Speisemorchel durchaus ähnlich sind die Käppchen-M.
(M. mitra), die Glocken-M. (M. patula)
und die Spitz-M. (M. conica) mit spitzem,
kegelförmigem Hut und etwas länglicher gestreckten
Feldern. Die gewöhnlich im Handel
als M. bezeichnete Pilzart führt diesen Namen
mit Unrecht. Es ist vielmehr die eine besondere
Gattung, Helvella, bildende Lorchel, auch
Früh-, Stein- oder Speiselorchel genannt, die auf
dickem, weißem bis violettem Stiel den dunkelbraunen,
unregelmäßig faltigen und runzeligen,
aber nicht in Felder geteilten Hut trägt.
Nach dem Aufweichen in Wasser und dem Ausbreiten
des Hutes bietet die Erkennung der cha
rakteristischen Felder und damit die Unterscheidung
der Lorchel von der echten M. auch
im getrockneten Zustande keine Schwierigkeit
dar, und das ist insofern von großer Bedeutung,
als die Lorchel zweifellos giftig ist. Sie
enthält einen äußerst giftigen Stoff, die Helvellasäure,
die blutkörperlösend wirkt und
heftige Verdauungsbeschwerden, Störungen der
Nierentätigkeit, ja selbst den Tod herbeizuführen
vermag. Allerdings unterliegt der Grad der
Giftigkeit je nach dem Standorte und den Jahrgängen
großen Schwankungen, aber man sollte
trotzdem nie unterlassen, die Lorchel vor dem
Genuß zu entgiften. Es gelingt dies, da die
Helvellasäure in heißem Wasser löslich ist,
durch mehrfaches Abkochen und Auspressen der
frischen Lorcheln, auch starkes Salzen scheint