Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Natriumhydrosulfit

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Natriumsulfit

starker  Erwärmung  leicht  löst,  aber  auch  in
Alkohol  löslich  ist.  Es  kommt  in  harten  Stücken,
in  Stengeln  oder  in  Pulverform  in  verschiedener ­
  Reinheit  in  den  Handel  und  muß  in  gut
verschlossenen  Gefäßen  aufbewahrt  werden.
Auch  die  wäßrige  Lösung,  die  Natronlauge
oder  Ätznatronlauge  (lat.  Liquor  natri  caustici,
  frz.  Soude  caustique  liquide,  engl.  Solution ­
  of  sodium  hydroxide)  bildet  eine  Handelsware. ­
  Die  farblose  ätzende  Flüssigkeit  besitzt
stark  alkalische  Reaktion,  macht  die  Haut
schlüpfrig  und  wird  nach  dem  spez.  Gew.
(Graden  Baumö)  verkauft.  —  N.  wird  hauptsächlich ­
  in  der  Seifensiederei,  ferner  bei  der
Herstellung  von  Farbstoffen,  Salizylsäure  und
anderen  Chemikalien,  zum  Raffinieren  von
Petroleum  und  zur  Darstellung  von  Wasserglas
in  ungeheuren  Mengen  verbraucht.  Es  hat  vor
dem  Kali  den  Vorzug  des  geringeren  Preises
qnd  übt  wegen  seines  niedrigeren  Äquivalentgewichts ­
  eine  energischere  Wirkung  aus.  Für'
gewisse  Zwecke,  z.  B.  zur  Herstellung  von
Schmierseife,  kann  es  jedoch  das  Kali  nicht  ersetzen. ­

Natriumhydrosulfit  (Hydrosulfit)  wird  durch
Behandlung  von  saurem  schwefligsaurem  Natrium ­
  mit  Zinkstaub  und  schwefliger  Säure  in
form  farbloser  Prismen  von  der  Formel
Na 2 S 2 Oj-f-2H 2 0  erhalten  und  findet  in  der
Färberei  und  Druckerei,  besonders  zur  Reduktion ­
  von  Indigo,  mannigfache  Anwendung.
Natriumjodid  (Jodnatrium,  lat.  Natrium
jodatum,  frz.  Jodure  de;  sodium,  engl.  Sodium
jodide),  NaJ,  wird  wie  die  entsprechende  Kaliumv
 erbindung  hergestellt  und  verhält  sich  dieser
ganz  analog.  Es  ist  in  Wasser  noch  leichter
löslich  als  das  Kaliumjodid,  löst  sich  auch  leicht
•n  Alkohol  und  zerfließt  an  der  Luft.  N.  findet
medizinische  Anwendung  wie  das  Kaliumjodid,
ze igt  aber  nicht  die  unangenehme  Herzwirkung
des  letzteren.
Natriumperborat  (Natriumhyperborat,
überborsaures  Natrium,  .Perborax,  lat.
Natrium  perboricum,  frz.  Perborate  de  soude,
etl gl.  Perborate  of  soda)  entsteht  beim  Einlagen ­
  eines  Gemisches  von  248  g  Borsäure  und
g  Natriumsuperoxyd  in  2  kg  kaltes  Wasser
Jü  Form  farbloser  Kristalle  von  der  Formel
Na 2 B 4 O s  -f-  ioH 2 0,  die  bei  So 0  getrocknet  werden ­
  können.  Wird  die  Lösung  des  Perborates
°der  das  Gemisch  von  Borsäure  Und  Natriumsu
 peroxyd  hingegen  mit  soviel  Schwefelsäure
°der  Salzsäure  versetzt,  wie  der  Hälfte  des  vorhandenen ­
  Natriumsuperoxyds  entspricht,  so
"tistallisiert  eine  Verbindung  mit  vier  Molekülen
Jasser  aus,  das  Natriummetaperborat,
j  5^F) 3 -)-4H 2 0.  Das  N.  spaltet  in  wäßriger
Fqsung  sowohl  bei  gewöhnlicher  Temperatur
auch  beim  Erhitzen,  besonders  aber  auf
Zusatz  von  Säuren  aktiven  Sauerstoff  ab  und
ymhält  sich  dann  wie  Wasserstoffsuperoxyd.
h- s  wird  wegen  seiner  antiseptischen  Eigenschaften ­
  bei  der  Wundbehandlung  und  neuerd
 lri gs  auch  zur  Herstellung  bleichender  Waschmittel ­
  (Peroborin,  Persil)  benutzt.
,,  Natriumperkarbonat  (überkohlensaures
jatrium,  lat.Natrium  percarbonicum),NajCO^,
htsteht  bei  der  Behandlung  von  Soda  mit
nsserstoffsuperoxyd  oder  von  Natriumsuperoxyd ­

  mit  Kohlensäure.  Wegen  seines  Gehaltes
an  freiem  Sauerstoff  wirkt  es  bleichend.
Natriumpersulfat  (überschwefelsaures
Natrium,  lat.  Natrium  persulfuricum)  entsteht
bei  der  Elektrolyse  von  Natriumsulfat  und
Schwefelsäure  als  ein  weißes  wasserlösliches
Kristallpulver,  Na 2 S 2 O g ,  das  in  saurer  Lösung
leicht  freien  Sauerstoff  abspaltet  und  daher  als
Desinfektions-  und  Bleichmittel  Anwendung
findet.
Natriumphosphat  (phosphorsaures  Natrium, ­
  Perlsalz,  lat.  Natrium  phosphoricum,
frz.  Phosphate  de  soude,  engl.  Phosphate  of
soda).  Von  den  verschiedenen  Verbindungen
der  Phosphorsäure  mit  Natrium,  welche  den
entsprechenden  Kaliumsalzen  ganz  analog  sind,
hat  nur  das  sekundäre,  auch  gewöhnliche
genannte  N.  eine  praktische  Bedeutung.  Es  entsteht ­
  beim  Einträgen  von  Natriumkarbonat  in
erwärmte  Phosphorsäure  bis  zur  schwach  alkalischen ­
  Reaktion,  oder  durch  Umsetzung  von
Kalziumphosphat  mit  Natriumsulfat  und  nachfolgenden ­
  Zusatz  von  Natriumkarbonat.  Fabrikmäßig ­
  wird  es  durch  Behandlung  von  Knochenasche ­
  mit  Schwefelsäure  und  Umwandlung  des
Kalziumphosphates  mit  Soda  hergestellt,  oder
indem  man  Phosphorite  in  Salzsäure  löst,  die
Phosphate  mit  Kalk  fällt  und  dann  mit  Natronlauge ­
  kocht.  N.  bildet  große  farblose,  klare,
aber  leicht  verwitternde  Kristalle  von  der  Formel
Na 2 HP04-(-I2H 2 0,  die  in  Wasser  leicht  löslich
sind  und  alkalisch  reagieren.  Es  wird  als  Beize
in  der  Zeugdruckerei  und  Färberei,  ferner  zur
Herstellung  von  Glasuren  und  als  Lötmittel  benutzt. ­
  Das  chemisch  reine,  namentlich  von
Arsen,  Schwefelsäure  und  Chlor  freie  Salz  findet ­
  medizinische  Anwendung  als  mildes  Abführmittel. ­
  Für  ersteren'  Zweck  muß  es  völlig
rein  sein  und  namentlich  auf  Verunreinigungen
durch  Arsen,  Schwefelsäure  und  Chlor  geprüft
werden.
Natriumsulfit  (schwefligsaures  Natrium,
lat.  Natrium  sulfurosum,  frz.  Sulfite  de  soude,
engl.  Sulfite  of  soda).  Wie  mit  Kalk,  bildet  die
schweflige  Säure  auch  mit  Natron  zwei  Verbindungen. ­
  Das  neutrale  oder  einfach  saure
N.  entsteht,  wenn  man  eine  Sodalösung  mit
schwefliger  Säure  sättigt  und  darauf  die  gleiche
Menge  Sodalösung  hinzugibt,  oder  wenn  man
schweflige  Säure  über  angefeuchtete  Kristallsoda ­
  leitet  und  das  entstehende  saure  Salz  mit
Soda  neutralisiert.  Nach  einem  neueren  Verfahren ­
  wird  es  auch  technisch  durch  Behandlung ­
  gerösteter  Zinkerze  mit  schwefliger  Säure
und  folgende  Umsetzung  mit  Kochsalz  dargestellt. ­
  Das  Salz  kristallisiert  mit  7  Molekülen
Wasser,  Na 2 SO s  -j-  7H 2 G,  verwittert  aber  leicht
und  ist  in  Wasser  mit  alkalischer  Reaktion  löslich. ­
  Es  dient  in  der  Technik  als  Antichlor,
in  der  Photographie,  sowie  als  Desinfektions- ­
  und  Konservierungsmittel,  ist  aber
zum  Konservieren  von  Fleisch  verboten.  —  Das
saure  N.  (Natriumbisulfit,  lat.  Natrium  bisulfurosum,
  frz.  Bisulfite  de  soude,  engl.  Bisulfite
  of  soda)  wird  beim  Sättigen  von  Sodalösung ­
  oder  von  Kristallsoda  mit  Schwefligsäuregas ­
  erhaltet!  in  Form  undurchsichtiger
Kristalle,  NaHS0 3 ,  die  stark  nach  schwefliger
Säure  riechen  und  in  Wasser  und  900/oigem
            
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