Aprikosenkemöl
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Arbutin
Untersuchung, sowie gewisser Reaktionen des
fetten Öls. A. werden von Italien und Kleinasien
aus, teils mit, teils ohne Schalen versandt,
von Damaskus allein jährlich 40—50000 Säcke,
-und kommen auch als Abfallprodukt der deutschen
Marmeladefabriken in den Handel.
Aprikosenkernöl, das durch Pressen aus den
Samen der Aprikosen gewonnene fette Öl von
hellgelber Farbe und dem spez. Gew. 0,921,
steht in chemischer Hinsicht dem Mandelöl (s.
d.) sehr nahe, von welchem es sich nur durch
den niedrigeren Erstarrungspunkt und mehrere
Farbenreaktionen unterscheidet, und wird daher
zur Verfälschung des letzteren benutzt. In
Ostindien soll es unter dem Namen Chooliki-tel
und Badani-Kohel als Speise-, ßrennund
Haaröl benutzt werden.
Aplä (Maloo), der Bast mehrerer ostindischer
Bäume der Gattung Bauhinia, namentlich B.
racemosa, B. purpurea, B. scandens, B.
parviflora, läßt sich in grobe, mehrere Zentimeter
lange Fasern zerreißen und wird seit
langer Zeit zur Herstellung von Seilen, Tauen,
Fischernetzen und größeren Geweben benutzt.
Die tiefroten Bauhiniafasern zeichnen sich
durch ihre außerordentliche Festigkeit und Widerstandskraft
gegen Wasser aus und sind gleichzeitig
sehr biegsam.
Aqua amygdalarum amararum (Bittermandelwasser,
frz. Eau d’amandes amöres, engl.
Bitter almonds water), eine wäßrig spirituöse Lösung
von Blausäure und Bittermandelöl, welche
durch Destillation der vom fetten Öl befreiten
bitteren Mandeln im Wasserdampfstrome gewonnen
wird und als Mittel gegen Hustenreiz,
Asthma usw. ausgezeichnete Dienste leistet.
Aracacha (Arakatscha, Apios) nennt man
die rübenartigen Wurzelknollen der Umbellifere
Aracacha esculenta, welche im nördlichen
Teile Südamerikas angebaut werden und dort
einen nicht unbedeutenden Handelsartikel bilden.
Die Knolle wird wie Kartoffeln genossen
und zur Darstellung des Stärkemehls benutzt.
Aräometer (Senkwagen, frz. Areometrcs,
en gl. Areometers) sind Instrumente, mit denen
man die Dichte oder das spezifische Gewicht von
Flüssigkeiten ermitteln kann. Sie beruhen auf
dem Prinzip, daß ein schwimmender Körper in
eine Flüssigkeit so tief einsinkt, bis die von ihm,
v erdrängte Flüssigkeitsmenge gerade so viel
wiegt, wie er selbst. In einer leichteren Flüssigkeit
muß daher ein schwimmender Körper tiefer
emsinken, als in einer dichteren. Man unterscheidet
Gewichtsaräome’ter und Volumenc>der
Skalenaräometer, von denen letztere
für die Praxis allein in Betracht kommen. Sie
bestehen aus oben und unten zugeschmolzencn
daszylindern, die am unteren Ende mit einer
vuecksilber enthaltenden Kugel versehen sind.
Ie Gradeinteilung zeigt entweder direkt das
spezifische Gewicht an, oder besteht aus einer
willkürlichen Skala (nach Baumd, Cartier, Beck).
ei den besseren A. ist zugleich ein Thermo-H'cter
mit eingeschmolzen. Für die verschiedenen
Wecke der Praxis sind besondere A., soÄther-^agen,
Spirituswagen oder Alkoholeeter
(s. d.), Mostwagen, Milchwagen,
ätcharometer oder Würzewagen kpnstruer
t worden. Fabrikmäßig werden die A. in
dem Thüringer Walde, z. B. in Stützerbach, Manebach,
Mellenbach sowie in Berlin gefertigt.
Aranzini nennt man in Italien die kleinen bitteren,
unreifen Pomeranzen, welche unzerschnitten
in Zucker eingemacht und in Schachteln
versandt werden. Die gleiche Bezeichnung führen
in kleine Scheibchen geschnittene und in
Zucker eingelegte Apfelsinenschalen, die als eine
Art Konfekt in den Handel kommen. Daß es
bei ihrer Herstellung nicht immer ganz appetitlich
zugeht, lehrt das Urteil des Obersten Österreichischen
Gerichtshofes vom 2. März 1909, welches
wegen Verwendung der auf der Straße
aufgelesenen Orangenschalen Verurteilung aussprach.
Arariba (lat. Cortex araribae, frz. Ecorce
d’araribe, engl. Arariba-bark) ist die rote Rinde
von Arariba rubra, einem in Brasilien heimischen,
zu den Zinchoneen gehörigen Baume,
welche medizinische Anwendung findet. Das
Holz des gleichen Baumes, Araribaholz oder
Irisbe rosa, welches anfangs gelblich erscheint,
an der Luft aber allmählich feuerrot wird, benutzt
man in der Kunsttischlerei.
Araroba (Arraroba, Bahia-Pulver, Goa-Pulver,
Poudre de Goa, Chrysarobinum
crudum), ein in den Drogenhandel eingeführtes
Mittel gegen Hautflechten, besteht aus dem
pulverförmigen Sekrete eines in den brasilianischen
Provinzen Bahia und Sergipe heimischen
und dort Angelina amargosa (Andira
araroba Ap.) genannten Baumes, Zu seiner
Gewinnung fällt man die älteren Stämme, deren
gelbes und sehr poröses Holz von zahlreichen
Längsfurchen durchsetzt ist, und kratzt das
darin befindliche gelbe Pulver, welches an der
Luft bald braun wird, heraus. Es ist durch
Oxydation aus dem Harze der Bäume entstanden
und besteht zu 60—80 0/0 aus Chrysarobin
(s. d.), während der Rest auf Glykose, Arabin,
Bitterstoff, Harz, Zellulose und Mineralbestandteile
entfällt. Infolge der Gewinnungsweise ist
die Araroba meist durch Pflanzen- und Mineralstoffe
verunreinigt, zu deren Entfernung sie zunächst
gesiebt und dann mit heißem Benzol ausgezogen
wird. Bei der Verarbeitung ist aber
wegen der heftigen Einwirkung auf die Schleimhäute
der Augen sowie der Mund- und Nasenhöhle,
Vorsicht geboten. A. wird nur äußerlich in
Form von Collodium chrysarobinatum oder von
Salben gegen Hautkrankheiten verordnet. —
Neben der vorstehenden echten A. kommt auch
das Rindenpulver des gleichen Baumes in den
Handel, welches jedoch eine weit geringere
Wirksamkeit zeigt.
Arbulin (lat. Arbütinura, frz. Arbutine, engl.
Arbutin), ein in den Blättern der Bärentraube,
Arbutus uva ursi, enthaltenes Glykosid, bildet
geruchlose, feine weiße Kristallnadeln, die be;
167—168 0 C schmelzen und sich bei höherer
Temperatur zersetzen. Es löst sich in 8 Teilen
kaltem oder 1 Teil siedendem Wasser sowie in
Alkohol. Die wäßrige Lösung wird durch eine
geringe Menge Eisenchlorid blau, durch eine
größere grün. Beim Erhitzen mit verdünnter
Schwefelsäure und Braunstein tritt der durchdringende
Geruch nach Chinon auf. Das A. wird
gegen Blasen- und Nierenkrankheiten verordnet.