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Arekanüsse
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Aronwurzel
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Arekanüsse (Betelnüsse, lat. Nuces s. Se
men Arecae, frz. Noix d’Arec, engl. Arecanut)
sind die Früchte der Arekapalme (Areca Ca-
techu), die in vielen Spielarten in Ostindien
kultiviert wird. Jeder Baum liefert jährlich
200—8oo Nüsse von der Größe und Härte einer
Muskatnuß, die einen wichtigen Handelsartikel
des südlichen Asiens bilden und von Zey-
lon und der Malabarküste in ganzen Schiffs
ladungen nach anderen Häfen Indiens und na
mentlich nach China versandt werden. Neben
14—180/0 eines aus Laurostearin und Myristin
bestehenden Fettes, Eiweiß, etwas Gerbsäure
und rotem Farbstoff enthalten sie mehrere Basen
(Arekolin, Arekain), von denen nur das dem
Pelletierin verwandte Arekolin giftig ist. In den
Ursprungsländern werden die Nüsse mit den
Blättern des Betelpfeffers und etwas. Kalk ge
kaut; in der Technik finden sie zum Färbender
Baumwolle und zur Tintenbereitung, in der Me
dizin als Bandwurmmittel,-in der Tierheilkunde
als Laxans Anwendung.
Argentan (Neusilber, Packfong, Weiß
kupfer, frz. Maillechort, engl. German silver)
nennt man eine weiße, glänzende Metallegie
rung aus 50—66 Teilen Kupfer, 20—30 Teilen
Nickel und 15—20 Teilen Zink, welche um so
weißer und silberähnlicher erscheint, je höher
der Nickelgehalt ist. Das spezifische Gewicht der
sehr politurfähigen Legierung liegt zwischen 8,4
und 8,7. Man verkauft das A. gewöhnlich in Form
von Zainen oder Platten, die großen Fabriken
von Argentanwaren stellen sich jedoch ihrexr Be
darf meist selber dar. Die verschiedenen Waren
werden teils durch Guß, teils aus Argcntan-
blech durch Treiben, Schmieden oder Prägen
auf kaltem Wege hergestellt, da die Legierung
heiße Schmiedung nicht verträgt. Galvanisch
versilberte Argentanwaren kommen unter den
Namen Chinasilber oder Perusilber in den
Handel.
Arghelblätter (Argeiblätter), die aus Ober
ägypten und Nubien über Alexandrien in den
Handel kommenden Blätter einer Asklepiada-
zee, Cynanchutn Arghel Delile s. Sole
nostemma Arghel Hayne, sind gräulichgrün,
steiflederartig, beiderseits dicht behaart und be
sitzen einen widerlich scharfen Geschmack so
wie stark abführende Eigenschaften. Sie werden
zuweilen den Sennesblättern betrügerischer weise
beigemengt.
Argonin, ein weißes wasserlösliches Pulver,
das bei Fällung von Kaseinnatrium mit Silber
nitrat unter Zusatz von Alkohol entsteht, wird
als nichtätzendes Mittel gegen Tripper benutzt.
Aristol (Amidolin, Thymotol, Thymo-
lum), das hellschokoladenfarbige Pulver von
Dithymoldijodid, dient als Jodoformersatz bei
Hautkrankheiten.
Arnika (Wohlverleih, F'allkraut, Engels
kraut, St. Luzienkraut, lat. Arnica montana).
Von dieser bekannten Pflanze (Gattung der
Kompositen) der mitteleuropäischen Gebirge fin-'
den besonders die Wurzeln und Blüten, seltener
die Blätter medizinische Anwendung. — Die
Arnikawurzel (lat. Rhizoma, fälschlich Radix
Arnicae, frz. Racine d’Arnica, engl. Arnica-root)
besteht aus dem noch mit den Wurzeln ver
bundenen Wurzelstock, an dem man beim Ein
sammeln, zur Verhütung von Verwechslungen
mit den Wurzeln anderer Kompositen, die unter
sten am Grunde scheidenartig verwachsenen
Blätter stehen läßt. Das etwa federkieldicke
Rhizom, welches nur an einer Seite mit zahl
reichen, strohhalmdicken, blaßbraunen Neben
wurzeln besetzt ist, zeigt eine höckerige Ober
fläche und besitzt einen unangenehm aromati
schen Geruch sowie scharfen und bitteren Ge
schmack. Neben too/o Inulin (keine Stärke!),
scharfschmeckendem Harz, Gummi, Wachs und
Gerbstoff sind als wirksame Bestandteile der
Bitterstoff Arnizin und etwa 0,5—1 0/0 eines
ätherischen Öls vorhanden. Das letztere (Ar-
nikawurzelöi, Oleum Arnicae) besitzt einen
rettichartigen Geruch, das spez. Gew. 0,99
bis 1.00 und besteht neben 200/0 Isobutter-
säurephlorylester (C 4 H 7 0 2 . C 8 H 9 ) aus dem Di
methyläther des Thymohydrochinons. Der mit
Weingeist und Olivenöl aus der Wurzel her-
gestellte Auszug wird als Arnikahaaröl gegen
Haarausfall benutzt. — Die Arnikablätter (lat.
F'olia oder Herba Arnicae, frz. Feuilles d’Arnica,
engl. Arnica leaves) sind ziemlich steif, fast
lederartig, länglich ganzrandig und von schwa
chem Gerüche, aber scharf bitterem Geschmack.
Die Arnikablüten (lat. Flores Arnicae, frz.
Fleurs d’Arnica, engl. Arnica flowers) zeigen
die bekannte F'orm der Kompo'sitenblüten. Der
zweireihige grüne Hüllkelch, der bisweilen auch
nebst dem Blütenboden entfernt wird (Flores
A. cum oder sine calycibus), umschließt die
zungenförmigen, dreizähnigen und neunnervigen
Rand- oder Strahlblüten sowie die röhrenförmi
gen, fünfspaltigen Scheibenblüten, diebeideeine
ziemlich beständige gold- oder orangegelbe
Farbe besitzen. Die Blüten schmecken scharf
beißend, aromatisch und bitterer als Wurzeln
und Blätter, ihr angenehm aromatischer Geruch
wird durch ein in Menge von 0,04—0,07 o/ 0 vor
handenes ätherisches Öl bedingt, welches wegen
seines Gehaltes an Laurin- und Palmitinsäure
bei Zimmertemperatur butterartig erstarrt und
von dem Öl der Wurzeln verschieden ist. (Spez.
Gew. 0,89—0,91 bei 30° C.) Die Amikablüten,
welche auch in ziemlich erheblicher Menge nach
Amerika ausgeführt werden, bilden in F'orm ihres
alkoholischen Auszuges (Arnikatinktur, lat.
Tinctura Arnicae, frz.Teinture d’arnica, engl.Tine
ture of Arnica), ferner eines Extraktes (Extrac-
tum Arnicae), eines wäßrigen Destillates (Aqua
florum Arnicae), eines Pflasters usw. ein ver
breitetes Volksarzneimittel.
Aromatik, ein bekannter Bitterlikör, der nach
Hager aus Zitronenschalen (4 Stück), Zimt,
bitteren Orangen (je 30 g) und Nelken (7 g)
durch Ausziehen mit 3 kg Spiritus, und Zusatz
von 4 kg Rotwein, 2 kg Zucker und t kg Wasser
zu dem Filtrate hergcstellt wird. Andere Re
zepte geben auch Curagaoschalen (s. d.), Kas-
karillrinde, Galgant, Kardamom, Kubeben, En
zian, Zitwerwurzel, Angelika an.
Aronwurzel (Zehrwurzel, Pfaffenpint-
würzel, Magenwurzel, Peterkrautwurzel,
lat. Rhizoma seu Tubcra Ari, frz. Racine d’Aron,
engl. Wake-robin), ein veralteter Artikel des Dro
genhandels, besteht aus dem mehligen Wurzel
stock des in deutschen Laubholzwäldern vorkom
menden gefleckten Aronstabs, Anim ma-