Full text: Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Sardellenbutter 
Sassaparille 
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Jahrgang und bevorzugt den zweiten, da sie 
nach drei Jahren weicher, tranig, gelb und zer 
brechlich werden. Als Zeichen guter Beschaffen 
heit gilt ein weißes und festes Fleisch. — Von 
den bisweilen untergeschobenen fremden Fischen 
unterscheiden die S. sich, abgesehen von den 
angegebenen äußeren Kennzeichen, durch den 
überaus geringen Fettgehalt, der nur etwa i o/o 
beträgt, gegen 12—15 0/0 bei Heringen und Sar 
dinen. — Anchovis sind eigentlich mit S, 
identisch und Anchovispaste ist daher Sar 
dellenbutter (s. d.). In Deutschland versteht man 
aber unter Anchovis (s. d.) meist kleine, mit 
Essig und Gewürzen eingelegte Sprotten. 
Sardellenbutter bildet einen Gegenstand des 
Delikatessenhandels, während sie früher meist 
in den Haushaltungen für den augenblicklichen 
Gebrauch hergestellt wurde. Zur fabrikmäßigen 
Darstellung werden die gewaschenen und ent 
gräteten Sardellen fein gewiegt, mit Butter ver 
mischt und dann in Zinntuben oder kleine runde 
Blechdosen eingeschlossen. Die Menge des zu 
gesetzten Butterfettes schwankt innerhalb ziem 
lich weiter Grenzen zwischen 10 und 250/0, und 
zwar enthält die käufliche Handelsware meist 
weniger Fett, so daß sie für den Gebrauch noch 
mit etwas Butter vermischt werden kann. Ver 
fälschungen mit Margarine sind nicht besonders 
lohnend und daher selten, hingegen soll der 
Ersatz der Sardellen durch geringwertigere 
Fische: Anchovis, Sardinen, Heringe in ziemlich 
großem Umfange betrieben werden. Der Nach 
weis dieser Verfälschung erfolgt nach dem Ver 
fahren von Buttenberg durch Bestimmung der 
Refraktion, der Reichert-Meißlschcn Zahl und 
der Jodzahl des Petroläther-Auszuges. 
Sardine, ein zu den Heringen gehörender 
Seefisch, Clupea pilchardus oder CI. sar- 
dina, wird im Mittelmeer und an den atlanti 
schen Küsten Westeuropas, besonders der Bre 
tagne, in ungeheuren Schwärmen gefangen. Die 
etwa 23, in Ausnahmefällen bis zu 28 cm lange 
S. unterscheidet sich vom Hering, dem sie in 
der Farbe ähnelt, durch den etwas breiteren 
Bau und die geringere Größe, vpn der Sardelle 
durch die dort angegebenen Merkmale. Die 
meisten Fische, die ein überaus zartes, schmack 
haftes Fleisch besitzen, werden inForm der Öl 
sardinen (Sardines ä l’huile) in den Verkehr 
gebracht. Man entfernt zu ihrer Herstellung 
Kopf und Eingeweide, läßt die Fische eine 
Stunde an der freien Luft trocknen, taucht sie 
dann einige Minuten in siedendes Öl und setzt 
sie nochmals 2—3 Stunden der Luft oder, bei 
Regenwetter, gelindem Feuer aus. Schließlich 
packt man sie in Blechbüchsen, übergießt mit 
frischem Olivenöl und lötet zu. Nach dem Ver 
löten kommen die Büchsen in Siedendes Wasser, 
dann zur Abkühlung und zu 100 Stück in Kisten 
zur Verpackung. Der Ersatz des Olivenöls durch 
andere Öle ist bisweilen als Verfälschung, der 
Z.usatz von Mineralöl als gesundheitsschädlich 
angesehen worden. 
Sargol, ein wertloses Geheimmittel gegen 
Magerkeit, besteht aus 1,8 g schweren Pillen, 
die Zucker, Kakao, Stärke und Vanillin ent 
halten. 
Sarrazinwurzel (lat. Radix sarraceniae pur- 
pureae, frz. Racine de sarracinia, engl. Sarra- 
cinia root), eine gegen Blattern und andere an 
steckende Krankheiten empfohlene Droge, stammt 
von Sarracenia purpurea, einer zu den Ne- 
pentheen gehörigen, in den Sümpfen Neu- 
Schottlands und Neu-Jerseys wachsenden Pflanze. 
Die Ware besteht aus einem bis 18 cm langen. 
3—15 mm dicken, walzenförmigen, etwas ge 
krümmten Wurzelstock, .der mit einzelnen braun 
roten Wurzelfasern und oben mit den Blatt 
stielresten besetzt ist. Die Farbe ist außen 
braunrot bis dunkelbraun, innen weißlich, der 
Geruch angenehm, der Geschmack bitter. Die 
Blätter (lat. Folia sarraceniae, frz. Feuilles de 
sarracenia, engl. Sarracenia leaves), die eben 
falls im Handel Vorkommen,, sollen dieselbe 
Wirkung besitzen. 
Sarsenefs ist eine Bezeichnung für leinwand 
artig dicht gewebte, im Stück gefärbte und 
stark geglättete Baumwollzeuge, die hauptsäch 
lich als Futterkattune verkauft werden. 
Sassafrasholz (Fenchelholz, lat. Lignum 
sassafras, frz. Bois de Sassafras, engl. Sassa 
fras root), richtiger Sassafraswurzel, besteht 
aus der Wurzel eines in den Vereinigten Staa 
ten Nordamerikas heimischen Baumes aus der 
Familie der Lorbeerbäume (Sassafras offi- 
cinale), die in Form langer, verschieden dicker, 
knorriger, hin und her gebogener Stücke oder 
auch in Späne geraspelt in den Handel kommt- 
Die Wurzel ist mit einer korkigen, äußerlich 
grauen, innen rotbraunen Rinde bedeckt, der 
Holzkörper feinporig, ziemlich leicht, gelb- 
bräunlich oder rötlich gefärbt und zeigt auf dem 
Querschnitt viele zarte Jahresringe und diese 
durchsphneidende, vom Kern nach dem Um 
fange strahlig verlaufende dunkle Markstrahlen. 
Das Holz hat einen angenehm aromatischen, 
fenchelähnlichen Geruch und Geschmack und 
enthält neben ätherischem Öl einen kristallini 
schen Gerbstoff (Sassafrid). Das Stammholz, 
das vom Wurzelhölz leicht unterschieden wer 
den kann, ist ganz arm an diesen Bestandteilen 
und hat nur schwachen Geruch, dient aber 
häufig zur Verfälschung der geraspelten Ware- 
Verwendung findet das Holz als blutreinigendes 
Mittel gegen Skrofeln und Hautkrankheiten, 
sowie als Bestandteil von Holztee (Species lig' 
norum). Inländische Handelshäuser, welche das 
Holz durch Zerkleinern gebrauchsfähig machen, 
bringen es in die bei derartigen Erzeugnissen 
beliebte Form kleiner Würfelchen. — Als be 
sondere Ware wird das aus der Wurzel mit 
Wasserdampf abdestillierte Sassafrasöl (lat 
Oleum sassafras, frz.Essence de sassafras, engl- 
.Oil of sassafras) von Nordmerika in den Handel 
gebracht. Es besteht aus Safrol, Kampfer» 
Eugenol, Pinen und Phellandren und dient 
besonders zur Herstellung parfümierter Seifen- 
Das schwere, anfangs farblose, später gelb bis 
rötlichgelb werdende Öl, das den Geschmack 
und Geruch des Holzes in hohem Grade besitzt, 
hat ein spez. ‘Gew. von 1,070—^1,080, ist rechts- 
drehend und mit starkem Alkohol mischbar- 
Vergleiche ferner den Abschnitt: Safrol. 
Sassaparille (Sarsaparille, lat. Radix sassa- 
parillae, frz. Salsepareille,, engl. Salsaparigli 3 .)’ 
Diesen Namen führen im Drogenhandel <h e 
Wurzeln verschiedener, in den heißen Gegendeh 
Amerikas heimischer Arten der Gattung St# 1 '
	        
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