Full text : Merck's Warenlexikon für Handel, Industrie und Gewerbe

Solidgelb

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Soßen

ruinösen.  Sie  lassen  sich  in  zwei  Gruppen,  die
flachfrüchtigen  (Soja  platycarpa)  mit  dunkelgefärbten ­
  Samen  und  die  gedunsenfrüchtigen
(Soja  tumida)  mit  braunen  und  gelben  Samen
einteilen  und  enthalten  neben  16—20  °/o  Fett  und
30—40  %  Stickstoffsubstanz  etwa  30  0/0  Extraktstoffe, ­
  die  größtenteils  aus  Aleuron  und  'Dextrin ­
  bestehen,  aber  keine  Stärke  aufweisen.
Die  neuerdings  vielfach  nach  Europa  eingeführte
und  auch  in  Deutschland  mit  gutem  Erfolge  angebaute
  S.  bildet  an  sich  ein  Wertvolles  Nahrungsmittel ­
  und  dient  überdies  zur  Herstellung
von  Kaffee-Ersatz,  ferner  von  Soßen,  von  sog.
Bohnenkäse  (Natto,  Tofu,  Tao-fu)  und  zur
Gewinnung  des  Fettes.  —  Das  Sojabohnenöl
hat  eine  Jodzahl  von  123  und  eine  Verseifungszahl ­
  von  193  und  findet  als  Speiseöl  Verwendung. ­
  —  Die  aus  Japan  und  China  eingeführte
scharfe  Soße,  Soja,  Soya  oder  Shoya  wird  in
der  Weise  bereitet,  daß  man  ein  Gemisch  von
geröstetem  und  gedämpftem  Weizen  oder
Gerste  durch  Zusatz  von  Koji,  einem  durch
Aussaat  von  Aspergillus-  oder  Torulapilzsporen
auf  Reis  oder  Sojabohnen  erzeugten  Enzyme,  in
Gärung  versetzt,  dann  mit  Kochsalz  und  Wasser
vermischt  und  die  verflüssigte  Masse  nach  längerer ­
  Zeit  (1—5  Jahre)  abpreßt  und  filtriert.
Solidgelb  ist  ein  dem  Säuregelb  nahe  verwandter ­
  Teerfarbstoff.
Solidgrün.  Diesen  Namen  führen  verschiedene ­
  Teerfarbstoffe,  so  das  Malachitgrün
(s.  d.),  das  Brillantgrün  (s.  d.)  und  Dinitrosoresorzin.

Solutol,  ein  neueres  Desinfektionsmittel,  besteht ­
  aus  einer  wäßrigen  Auflösung  von  Kresolnatrium
  und  wird  in  zwei  Sorten,  als  Solutol ­
  purum  und  crudum  von  der  Firma
v.  Heyden-Radebeul  in  den  Handel  gebracht.
Die  ölige,  gelbliche  bis  bräunliche  Flüssigkeit
gibt  mit  Wasser,  selbst  hartem,  eine  klare  Lösung
von  stark  alkalischer  Reaktion  und  wird  hauptsächlich ­
  zur  Desinfektion  und  Geruchlosmachung
von  Aborten  und  Jauchegruben  benutzt.
Solveol,  eine  Auflösung  von  Kresol  in  kresotinsaurem
  Natrium,  wird  wegen  seiner  neutralen ­
  Reaktion  zur  Wundbehandlung  und  zur
Desinfektion  chirurgischer  Instrumente  benutzt.
Somatose,  ein  von  den  Farbenfabriken  von
Friedrich  Bayer  &  Co.  in  Elberfeld  in  den  Handel ­
  gebrachtes  Nährmittel,  besteht  im  wesentlichen ­
  aus  löslichen  Stickstoffsubstanzen  und  wird
wahrscheinlich  durch  Behandlung  von  Fleisch
mit  verdünntem  Ammoniak  und  Alkalien  hergestellt. ­
  Das  geruch-  und  geschmacklose,  gelbliche ­
  Pulver  löst  sich  in  Wasser  und  enthält
nach  König:  10,91  %  Wasser,  83%  organische
Stoffe,  darin  76,59  °/o  Albumosen,  2,79  %  Pepton,
1,49%  andere  Stickstoffverbindungen,  2,130/0
Fett  und  Extraktivstoffe  und  6,09%  Asche.  Die
S.  wird  ebensogut  wie  Fleisch  im  Organismus
verdaut  und  findet,  auch  in  Verbindung  mit
Kakao  (Somatosekakao)  als  Nähr-  und  Kräftigungsmittel ­
  für  Kranke  und  schwächliche  Personen ­
  Verwendung.
Sombrerit  (Sombreroguano),  ein  durch
überlagernden  Guano  teilweise  umgewandelter,
neuer  mariner  Kalkstein  von  der  Insel  Sombrero ­
  am  nördlichen  Ende  der  kleinen  Antillen,
wird  als  Düngemittel  verkauft.

Sonnenblumenöl  (lat.  Oleum  helianthi,  frz.
Huile  de  tournesol,  engl.  Sunflower  oil).  Das
aus  den  Samen  der  Sonnenblume  kalt  gepreßte ­
  Öl  hat  eine  hellgelbe  Farbe,  angenehmen
Geruch  und  milden  Geschmack.  Es  besteht  aus
Linolein,  Olein,  Palmitin  und  vielleicht  etwas
Arachin.  Das  spez.  Gew.  beträgt  0,924—0,926.
Das  S.  gehört  zu  den  langsam  trocknenden
Ölen  und  findet  als  schmackhaftes  Speiseöl,  das
warm  gepreßte  jedoch  nur  als  Brennöl  und  zur
Herstellung  von  Seife  Verwendung.
Sonnenblumensamen  (lat.  Semen  helianthi,
frz.  Semences  de  foumesol,  engl.  Sunflowers
seeds)  stammen  von  der  Sonnenblume  oder
Sonnenrose*  Helianthus  annuus,  einer  zur
Familie  der  Korbblütler,  Unterabteilung  Korymbiferen,
  gehörenden,  ursprünglich  in  Peru
heimischen  Pflanze.  Die  Ölpflanze  wird  in  gut
gedüngtem,  kräftigem,  nicht  zu  losem  Boden  angebaut, ­
  im  großen  hauptsächlich  in  Rußland,  in
Gärten  und  zur  Einfassung  von  Feldern  auch  in
Deutschland,  als  Feldpflanze  auch  in  Ungarn,
Italien,  England  und  China.  Die  bis  zu  2  m  und
höher  werdende  ein-  oder  mehrjährige  Pflanze
hat  gesägte  Blätter,  aufrechte,  ästige,  starke
Stengel,  scheibenförmige,  bis  30  cm  Durchmesser
große  Blütenköpfe,  gelbe  Blumenkrone  und  zahlreiche, ­
  mattstahlgraue,  große  Samen,  bis  zu  2000
auf  einer  Scheibe.  Die  Saat  erfolgt  im  April,
in  Abständen  von  0,64  cm,  der  Saatbedarf  beträgt
15  kg,  der  Ertrag  15—20  hl.  Die  Blätter  dienen
als  Futter,  die  Stengel  als  Brennstoff.  Die  Pflege
besteht  in  öfterem  Behacken  und  Behäufeln,
Ausbrechen  der  Nebentriebe  und  Blütenscheiden
bis  auf  vier.  Die  Samen  werden  ausgeklopft  und
im  Oktober  geerntet.  Vögel,  Rostpilze,  Regen
und  Wind  beeinträchtigen  den  Ertrag.
Sonnengelb  (frz.  Jaune  soleil),  ein  im  Jahre
1883  aufgekommener  Teerfarbstoff,  der  auch
die  Namen  Mais  und  Kurkumin  S.  führt,  besteht ­
  aus  der  Natronverbindung  der  Azoxystilbendisulfosäure.
  Das  braune,  in  Wasser  mit  braungelber ­
  Farbe  lösliche  Pulver  wird  mit  konzentrierter ­
  Schwefelsäure  violett  und  färbt  Wolle  und
Seide  im  sauren  Bade  rötlichgelb.
Sonnengold,  ein  Teerfarbstoff,  soll  mit
dem  Heliochrysin  (s.d.)  identisch  sein.
Soson  ist  ein  unlösliches  stickstoffhaltiges
Nährmittel,  welches  durch  Entfetten  von
Fleisch  und  Fleischabfällen  mit  heißem  Alkohol
und  evtl.  Behandlung  mit  Ammoniak  oder  schwefliger ­
  Säure  hergestellt  wird.  Das  weiße  Pulver
enthält  9,18  °/o  Wasser,  0,61%  Asche,  0,170/0
Fett  und  90,04%  Stickstoffsubstanz,  ist  also  als
nahezu  reines  Eiweiß  anzusprechen.  Unter  dem
Mikroskope  zeigt,  es  sich  als  aus  Muskelfasern
bestehend.  Das  S.  hat  vor  dem  Tropon  den
Vorzug,  daß  es  rein  tierischen  Ursprungs  ist,
kann  aber  gleich  dem  Tropon  wegen  seines
hohen  Preises  als  billige  Eiweißquelle  für  den
Massenverbrauch  nicht  in  Frage  kommen.
Soßen  (Saucen,  Tunken)  nennt  man  Auszüge
von  Pflanzen  und  Gewürzen,  die  bisweilen  auch
Zusätze  von  Fisch-  und  Fleischextrakten,  Zucker,
Mehl  und  Kochsalz  erhalten  und  neuerdings
vielfach  fabrikmäßig  dargestellt  werden.  Als  viel
benutzte  Ausgahgsstoffe  erwähnt  König;  Gold-Liebesäpfel,
  Knoblauch,  Schalotten,  Sauerampfer, ­
  Champignons,  Walnüsse,  Trauben,  Ta-
            
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