Solidgelb
421
Soßen
ruinösen. Sie lassen sich in zwei Gruppen, die
flachfrüchtigen (Soja platycarpa) mit dunkelgefärbten
Samen und die gedunsenfrüchtigen
(Soja tumida) mit braunen und gelben Samen
einteilen und enthalten neben 16—20 °/o Fett und
30—40 % Stickstoffsubstanz etwa 30 0/0 Extraktstoffe,
die größtenteils aus Aleuron und 'Dextrin
bestehen, aber keine Stärke aufweisen.
Die neuerdings vielfach nach Europa eingeführte
und auch in Deutschland mit gutem Erfolge angebaute
S. bildet an sich ein Wertvolles Nahrungsmittel
und dient überdies zur Herstellung
von Kaffee-Ersatz, ferner von Soßen, von sog.
Bohnenkäse (Natto, Tofu, Tao-fu) und zur
Gewinnung des Fettes. — Das Sojabohnenöl
hat eine Jodzahl von 123 und eine Verseifungszahl
von 193 und findet als Speiseöl Verwendung.
— Die aus Japan und China eingeführte
scharfe Soße, Soja, Soya oder Shoya wird in
der Weise bereitet, daß man ein Gemisch von
geröstetem und gedämpftem Weizen oder
Gerste durch Zusatz von Koji, einem durch
Aussaat von Aspergillus- oder Torulapilzsporen
auf Reis oder Sojabohnen erzeugten Enzyme, in
Gärung versetzt, dann mit Kochsalz und Wasser
vermischt und die verflüssigte Masse nach längerer
Zeit (1—5 Jahre) abpreßt und filtriert.
Solidgelb ist ein dem Säuregelb nahe verwandter
Teerfarbstoff.
Solidgrün. Diesen Namen führen verschiedene
Teerfarbstoffe, so das Malachitgrün
(s. d.), das Brillantgrün (s. d.) und Dinitrosoresorzin.
Solutol, ein neueres Desinfektionsmittel, besteht
aus einer wäßrigen Auflösung von Kresolnatrium
und wird in zwei Sorten, als Solutol
purum und crudum von der Firma
v. Heyden-Radebeul in den Handel gebracht.
Die ölige, gelbliche bis bräunliche Flüssigkeit
gibt mit Wasser, selbst hartem, eine klare Lösung
von stark alkalischer Reaktion und wird hauptsächlich
zur Desinfektion und Geruchlosmachung
von Aborten und Jauchegruben benutzt.
Solveol, eine Auflösung von Kresol in kresotinsaurem
Natrium, wird wegen seiner neutralen
Reaktion zur Wundbehandlung und zur
Desinfektion chirurgischer Instrumente benutzt.
Somatose, ein von den Farbenfabriken von
Friedrich Bayer & Co. in Elberfeld in den Handel
gebrachtes Nährmittel, besteht im wesentlichen
aus löslichen Stickstoffsubstanzen und wird
wahrscheinlich durch Behandlung von Fleisch
mit verdünntem Ammoniak und Alkalien hergestellt.
Das geruch- und geschmacklose, gelbliche
Pulver löst sich in Wasser und enthält
nach König: 10,91 % Wasser, 83% organische
Stoffe, darin 76,59 °/o Albumosen, 2,79 % Pepton,
1,49% andere Stickstoffverbindungen, 2,130/0
Fett und Extraktivstoffe und 6,09% Asche. Die
S. wird ebensogut wie Fleisch im Organismus
verdaut und findet, auch in Verbindung mit
Kakao (Somatosekakao) als Nähr- und Kräftigungsmittel
für Kranke und schwächliche Personen
Verwendung.
Sombrerit (Sombreroguano), ein durch
überlagernden Guano teilweise umgewandelter,
neuer mariner Kalkstein von der Insel Sombrero
am nördlichen Ende der kleinen Antillen,
wird als Düngemittel verkauft.
Sonnenblumenöl (lat. Oleum helianthi, frz.
Huile de tournesol, engl. Sunflower oil). Das
aus den Samen der Sonnenblume kalt gepreßte
Öl hat eine hellgelbe Farbe, angenehmen
Geruch und milden Geschmack. Es besteht aus
Linolein, Olein, Palmitin und vielleicht etwas
Arachin. Das spez. Gew. beträgt 0,924—0,926.
Das S. gehört zu den langsam trocknenden
Ölen und findet als schmackhaftes Speiseöl, das
warm gepreßte jedoch nur als Brennöl und zur
Herstellung von Seife Verwendung.
Sonnenblumensamen (lat. Semen helianthi,
frz. Semences de foumesol, engl. Sunflowers
seeds) stammen von der Sonnenblume oder
Sonnenrose* Helianthus annuus, einer zur
Familie der Korbblütler, Unterabteilung Korymbiferen,
gehörenden, ursprünglich in Peru
heimischen Pflanze. Die Ölpflanze wird in gut
gedüngtem, kräftigem, nicht zu losem Boden angebaut,
im großen hauptsächlich in Rußland, in
Gärten und zur Einfassung von Feldern auch in
Deutschland, als Feldpflanze auch in Ungarn,
Italien, England und China. Die bis zu 2 m und
höher werdende ein- oder mehrjährige Pflanze
hat gesägte Blätter, aufrechte, ästige, starke
Stengel, scheibenförmige, bis 30 cm Durchmesser
große Blütenköpfe, gelbe Blumenkrone und zahlreiche,
mattstahlgraue, große Samen, bis zu 2000
auf einer Scheibe. Die Saat erfolgt im April,
in Abständen von 0,64 cm, der Saatbedarf beträgt
15 kg, der Ertrag 15—20 hl. Die Blätter dienen
als Futter, die Stengel als Brennstoff. Die Pflege
besteht in öfterem Behacken und Behäufeln,
Ausbrechen der Nebentriebe und Blütenscheiden
bis auf vier. Die Samen werden ausgeklopft und
im Oktober geerntet. Vögel, Rostpilze, Regen
und Wind beeinträchtigen den Ertrag.
Sonnengelb (frz. Jaune soleil), ein im Jahre
1883 aufgekommener Teerfarbstoff, der auch
die Namen Mais und Kurkumin S. führt, besteht
aus der Natronverbindung der Azoxystilbendisulfosäure.
Das braune, in Wasser mit braungelber
Farbe lösliche Pulver wird mit konzentrierter
Schwefelsäure violett und färbt Wolle und
Seide im sauren Bade rötlichgelb.
Sonnengold, ein Teerfarbstoff, soll mit
dem Heliochrysin (s.d.) identisch sein.
Soson ist ein unlösliches stickstoffhaltiges
Nährmittel, welches durch Entfetten von
Fleisch und Fleischabfällen mit heißem Alkohol
und evtl. Behandlung mit Ammoniak oder schwefliger
Säure hergestellt wird. Das weiße Pulver
enthält 9,18 °/o Wasser, 0,61% Asche, 0,170/0
Fett und 90,04% Stickstoffsubstanz, ist also als
nahezu reines Eiweiß anzusprechen. Unter dem
Mikroskope zeigt, es sich als aus Muskelfasern
bestehend. Das S. hat vor dem Tropon den
Vorzug, daß es rein tierischen Ursprungs ist,
kann aber gleich dem Tropon wegen seines
hohen Preises als billige Eiweißquelle für den
Massenverbrauch nicht in Frage kommen.
Soßen (Saucen, Tunken) nennt man Auszüge
von Pflanzen und Gewürzen, die bisweilen auch
Zusätze von Fisch- und Fleischextrakten, Zucker,
Mehl und Kochsalz erhalten und neuerdings
vielfach fabrikmäßig dargestellt werden. Als viel
benutzte Ausgahgsstoffe erwähnt König; Gold-Liebesäpfel,
Knoblauch, Schalotten, Sauerampfer,
Champignons, Walnüsse, Trauben, Ta-