Tolubalsam
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Ton
halb mit Most, weil sich alsdann der Wein, der
Luft eine große Oberfläche darbietend, viel
besser entwickelt. Einfache hölzerne, in besseren
Kellern gläserne Stöpsel verhindern die Ver
unreinigung durch äußere Einflüsse. Sämtliche
süßen Ungarweine sind Verfälschungen in hohem
Grade ausgesetzt, ja es werden völlige Nach
ahmungen aus Rosinen und eingedickten Most
stoffen hergestellt. Nach dem ungarischen Wein
gesetze vom 30. XII. 1908, das auch bei uns. der
Beurteilung zugrunde gelegt werden muß, ist die
Verwendung von Zucker, Rosinen und Farb
stoffen zur Herstellung von Süßweinen verboten.
Sprit darf nicht zur Erhöhung des Alkoholgehalts,
sondern nur bei der Kellerbehandlung in Menge
von höchstens 1 Volum-°/o zugesetzt werden. Die
früher übliche Bezeichnung Medizinal-T. ist
jetzt überflüssig und zu vermeiden, da jeder süße
T. den sonst an Medizinalweine gestellten An
forderungen entsprechen muß.
Tolubalsam (lat. Baisamum de Tolu seit Re-
sina de Tolu seu Opobalsamum siccum, frz.
Baume de Tolu, engl. Balsam of Tolu), ein seit
Mitte des 17. Jahrhunderts in Deutschland be
kannter Gegenstand des Drogenhandels, kommt
aus dem nördlichen Teile Südamerikas (Neu
granada), namentlich aber aus dem unteren
Stromgebiete des Amazonas und des Magda-
lenenflusses und hat seinen Namen von der hier
gelegenen Stadt Tolu. Der Balsam wird von
mehreren Arten Myroxylon, Bäumen aus der
Familie der Papilionazeen, z. B. von Myr
oxylon toluiferum (Toluifera balsamum), ge
wonnen, indem man Einschnitte in den Stamm
macht und den harzigen Saft in angehängten
Kürbisschalen auffängt. Die Ausbeute wird in
ledernen Schläuchen nach den Ausfuhrhäfen ge
bracht und dort in Blechbüchsen umgefüllt. Im
frischen Zustande ist der T. terpentinartig, zäh
flüssig, klebrig, von braungelber bis rotbrauner
Farbe und’durchsichtig, erhärtet aber bald zu
einer spröden, braunroten, kristallinischen Harz
masse, die sich zu einem gelben Pulver zer
reiben läßt. Der Geruch ist dem des Peru
balsams ähnlich, aber feiner. Man benutzt den
T. zur Herstellung feiner Parfümerien, zu .Räu
cherzwecken, medizinisch in Verbindung mit
anderen Stoffen, z. B. mit Kreosot in den be
kannten Kreosotkapseln. Neben 1,5—7% eines
Wohlriechenden Öles, Tolubalsamöl (Tolen),
enthält er Harz, Zimtsäure und Benzoesäure,
hingegen nicht das in dem Perubalsam enthal
tene Styrazin und Zinnamein. In Alkohol und
Chloroform löst sich derT., aber nicht in Schwe
felkohlenstoff und Benzol. Man kann daher eine
Verfälschung mit Kolophonium oder ähnlichen
Harzen leicht erkennen, da diese sich in den
letztgenannten beiden Flüssigkeiten leicht, lösen.
Konzentrierte Schwefelsäure färbt reinen Tolu
balsam schön kirschrot, terpentinhaltigen braun
schwarz.
Toluidin, eine dem Anilin (s. d.) sehr nahe
stehende organische Base, wird wie dieses in
der Farbenindustrie angewandt und aus dem
■Toluol bereitet, wie das Anilin aus dem
Benzol. Das T. kristallisiert in farblosen, glän
zenden Kristallblättern von eigentümlichem Ge
ruch. Die Verbindungen mit Säuren sind ge
ruchlos.
Toluol, Methylbenzol, ein dem Benzol (s. d.)
nahestehender Kohlenwasserstoff von der For
mel C 6 H 6 . CH 3 , entsteht bei der trocknen De
stillation des Tolubalsams, von dem der Name
herrührt, und wird im großen durch fraktio
nierte Destillation des Steinkohlenteers gewön
nen. Die farblose, durchsichtige, dem Benzol
ähnlich riechende, brennbare Flüssigkeit vom
spez. Gew. 0,860 siedet bei 110 0 und wird bei
— 28° noch nicht fest. Die in Wasser unlösliche
Verbindung findet in der Farbenindustrie sowie
zur Herstellung von Sprengstoffen und künst
lichem Bittermandelöl ausgedehnte Verwendung.
Tomaten (Liebesäpfel, Paradiesäpfel,
Psomodoro) sind die Früchte der in Peru
heimischen Solanee Lycopersicum escu-
lentum vulgare oder Solanum Lycopersi
cum Tournefort, die besonders in Italien und
Sizilien in großen Massen angebaut wird, an
warmen, sonnigen Stellen, besonders an nach
Süden gelegenen Spalieren, aber auch bei uns
gezogen werden kann. Die Scharlach- bis gelb
roten, etwa 50—60 g schweren Früchte werden
im Oktober geerntet und besitzen ein stark wäß
riges, schwach säuerlich schmeckendes Fleisch.
Sie bestehen nach König zu 3,7% aus Frucht
haut, 10,90/0 aus Samen, und zu 85,40/0 aus
Fruchtmus. Das letztere enthält 95,31 o/ 0 Wasser,
4,23 0/0 organische und 0,46 0/0 unorganische
Stoffe. Die Säure, deren Gesamtmenge 0,470/0
beträgt, ist als Zitronensäure anzusprechen. Der
in Wasser unlösliche, in Äther, Alkohol, Chloro
form und wäßrigen Alkalien lösliche Farbstoff
steht demjenigen des Safrans und Orleans nahe
und wird in Tomatenkonserven bisweilen durch
Eosin aufgebessert. Die T. dienen hauptsäch
lich zur Herstellung scharfer Tunken und Salate.
Tombak nennt man Kupfer-Zinklegierungen,
die sich vom Messing (s. d.) durch eine gold-
oder rotgelbe bis rotbraune Färbung unterschei
den und höchstens 18 0/0 Zink enthalten. Als
Unterarten sind zu betrachten Pinchbeck aus
zwei Teilen Kupfer und einem Teil Messing,
Rotmetall aus 55 o/ 0 Kupfer und 45 o/ 0 Messing,
unechtes Blattgold mit 13 °/o Zink sowie
einige Legierungen mit geringen Beimengungen
anderer Metalle wie Talmi aus 870/0 Kupfer,
12 0/0 Zinn und 1 °/o Zink, Mannheimer Gold
aus 70 o/o Kupfer, 29 o/ 0 Messing, 0,6 o/ 0 Zinn. —
Die größte Bedeutung hat aber der Rotguß,
eine Tombakart mit geringen Zusätzen von
Zinn und Blei, die sich durch schöne Farbe,
feines Korn, Weiche und Dehnbarkeit auszeich
net und sowohl zu größeren Gußstücken und
Maschinenteilen, Denkmälern (Standbild Fried
richs des Großen in Berlin) und Kurzwaren als
auch zu vergoldeten Schmuckwaren benutzt
wird.
Ton (Belit, lat. Argilla, frz. Argjle, engl.
Clay). Dieses wichtige Mineral ist ein Verwitte
rungsprodukt verschiedener aluminiumhaltiger
Silikate, namentlich der Feldspate, und besteht
aus wasserhaltiger kieselsaurer Tonerde
(Aluminiumsilikat). In der Natur kommt der
T. in verschiedenen Graden der Reinheit vor
Befindet er sich noch an dem Orte seiner Ent
stehung, so ist er weniger rein, weil ihm dann
noch kleine Mengen von Bestandteilen der. Ur
sprungsgesteine beigemengt sind. Solcher T„
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Grün 82.