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^oratissimus
Topas 455
Torf
290.
Töpfergeschirr, Tabakpfeifen, Schmelztiegel,
Retorten, Bauzierrate, Bodenplatten, Wand-
hekleidungsplatten, Ziergefäße, Figuren, por
zellanartige Waren usw. Die Ton Warenindustrie
umfaßt also ein außerordentlich großes Gebiet
von teils roh gebrannten, teils aber auch den
feinsten Kunstgegenständen. Für solche T., die
wie Ofenteile und Schmelztiegel eine größere
Haltbarkeit erfordern, werden die Waren ge
brannt und glasiert und die Farben gleich mit
eingebrannt. Der ziemlich bedeutenden Ausfuhr
Deutschlands steht eine ebenfalls beträchtliche
Einfuhr gegenüber. Siehe auch Töpfergeschirr.
Topas (frz. Topaze,engl. Topaz), ein Schmuck
stein von nicht gerade seltenem Vorkommen,
der aber wegen seines Glanzes und seiner hohen
Politurfähigkeit doch beliebt ist und viel zu
Ringsteinen, Ohr- und Armschmuck verarbeitet
wird, hat seinen Namen von einer Insel im Roten
Meer, die im Altertum Topazos hieß. Das in
vier- oder achtflächigen Säulen des rhom
bischen Systems in den verschiedensten Farben j
kristallisierende Mineral besteht aus einer Ver
bindung von Kieselsäure, Tonerde und
Fluor, die Härte ist = 8, das spez. Gew. 3,4
bis 3,6. Am Ural finden sich Topaskristalle von
ausgezeichneter Schönheit in Graniten, am
Schneckenstein in Sachsen in einer besonderen
Felsart, dem Topasfels, einem Gemenge von
Quarz, Turmalin und Topas, indessen zahllosen
größeren und kleineren Höhlungen die Topas-
und Quarzkristalle an den Wänden sitzen, doch
ist der Abbau in Sachsen eingestellt. Brasilien
liefert aus verschiedenen Provinzen die schön
sten gelben, ferner blaue, rote und ganz farb
lose Steine. In Sibirien finden sich grüne, blaue,
violette, gelbe und weiße Steine von großer
Reinheit und schönstem Feuer. Bei ihrem Reich
tum an Farben sind die Topase natürlich oft
anderen Edelsteinen ähnlich und werden dann
leicht für solche, namentlich für Saphire und
Rubine, ausgegeben. Die farblosen, die soge
nannten Wassertropfen, können im geschliffenen
Zustande leicht mit Diamanten verwechselt wer
den, sind aber an ihrer geringeren Härte, am
spez. Gew. und der Doppelbrechung zu er
kennen, indem man durch die Schleifkanten
hindurch betrachtete Gegenstände, z. B. eine
Lichtflamme, doppelt sieht. Eine bezeichnende
Eigenschaft des T. ist auch, daß er durch Rei
ben stark elektrisch wird. Die brasilianischen
gelben Steine lassen sich, ohne an Glanz und
Feuer einzubüßen, durch einen Glühprozeß in
rosarote verwandeln, indem man sie entweder
mit Asche in einem Tiegel zur Rotglut erhitzt
oder mit Feuerschwamm umwickelt und diesen
•anzündet. Je tiefer das Gelb war, desto heller
wird das Rot. Die sächsischen gelben Steine
brennen sich nicht rot, sondern verlieren hier
bei die Farbe gänzlich.
Topfstein (Lavezstein), ein dem gemeinen
Talkstein verwandtes Mineral von grünlich
grauer Farbe und Fettglanz, das sehr weich
Und milde, aber doch zähe und nicht leicht zu
zerstoßen ist, besteht aus Chlorit mit beige
mengtem Talk, Serpentin, Glimmer, Asbest und
anderen Mineralien. Als ein Stoff, der mit
Messern und auf Drehbänken sehr bequem be
arbeitet werden kann, dann im Feuer erhärtet
und äußerst feuerfest erscheint, ist er für ver
schiedene Zwecke sehr brauchbar. Man fertigt
daraus Kochtöpfe und anderes Geschirr, Ka
mine, Ofenplatten, Gestellsteine zu Schmelzöfen
und andere feuerfeste Anlagen. Die Küchen
geschirre saugen zwar von den Speiseflüssig
keiten etwas ein, können aber durch Ausglühen
immer wieder gereinigt werden. Das Mineral
findet sich in großen Massen in den Tiroler
Alpen, in Graubünden, Wallis, am Montblanc,
am Corner See, auf Korsika, in Schweden und
Grönland. Alle Töpfe und Lampen der grön
ländischen Eskimos sind daraus hergestellt.
Topinambur (Jerusalemartischocke, Erd
artischocke, knollige Sonnenblume, S au-
kartoffel, Pferdekartoffel, Erdbirne, frz.
Hölianthe tub6reux, Pomme de terre Topinam-
bour, engl. Girosoe) nennt man die Knollen
einer mit der Sonnenblume verwandten
Pflanze aus Mexiko, Helianthus tuberosus,
die auf leichterem Boden gedeiht. Sie bildet ein
j wenig wertvolles, wäßriges, fad süß schmecken
des Gemüse und wird hauptsächlich zu Vieh
futter, besonders für Schweine, im südwest
lichen Deutschland, Frankreich und Österreich,
in Belgien hingegen mehr zur Spiritusbereitung
angebaut. Man legt die Knollen in Reihen oder
Stufen, 8—12 hl oder 700—1000 kg für den
Hektar, 45—60 cm weit aus und kann sie, da
sie von Frost nicht leiden, über Winter im Land
lassen. Die Pflanze bedarf nur geringer Pflege
und Düngung, ist aber da, wo sie gebaut wurde,
sehr schwer wieder auszurotten und muß daher
auf gesonderte Flächen beschränkt werden.
Man erntet 80—200 dz Knollen und 40—160 dz
Kraut und Blätter, die ebenfalls als Viehfutter
dienen und zum halben Werte wie Heu ge
schätzt werden. Deutschland baut auf rund
2200 ha etwa 400000 dz Knollen, deren Preis
etwas geringer als derjenige der Kartoffeln ist.
T. enthält neben 79 °/o Wasser 1,9 °/o Stickstoff
substanz, 0,180/0 Fett, 1,20/0 Rohfaser und i,t o/ 0
Asche, 16,40/0 Kohlenhydrate, die aber nicht wie
bei der Kartoffel aus Stärke, sondern aus Lüt
vulin, Inulin und Lävulose bestehen. Die An
regung zum vermehrten Anbau der anspruchs
losen Pflanze für die menschliche Ernährung
hat selbst im englischen Aushungerungskriege
nur wenig Erfolg gehabt. •
Torf (frz. Tourbe, engl. Turf) ist als Folge
der Vermoderung von Pflanzen und Pflanzen
teilen die dritte und jüngste Form der fossilen
Brennstoffe, über deren Bildung keine Zweifel
bestehen, da sie noch fortwährend vor sich geht.
Er findet sich hauptsächlich in Niederungen,
doch auch auf Hochebenen und flachen Stellen
der Gebirge in allen Ländern des mittleren und
nördlichen Europas und entsteht überall da, wo
Moose, Sumpfgräser, Schilf und Heidekräuter ge
deihen und das Wasser keinen genügenden Ab
fluß hat. In Wäldern liegende Torfmoore ent
halten bedeutende Mengen organischer Stoffe
in Form von Blättern und Nadeln, die Wind und
Wasser ihnen zuführen. Andere sind das Er
zeugnis einer bestimmten Moosgattung
(Sphagnum), die auf nassen Stellen dichte
Rasen bildet und, nach unten absterbend, nach
oben sich immer verjüngend, mit der Zeit so
viel Moder unter sich sammelt, daß das Moor
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